Grippe-Pandemie könnte Existenzen gefährden


Stuttgart – Die alljährlich auftretende saisonale Grippewelle ist wieder überstanden. Damit ist aber die Gefahr einer möglichen Grippe-Pandemie keineswegs gebannt. Experten befürchten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis eine solche, möglicherweise weltweite Grippewelle mit weit reichenden Folgen für viele Unternehmen aufgrund erkrankter Beschäftigter und
ausbleibender Kunden entstehen könnte. Daher arbeiten verschiedenen Institutionen weltweit an Möglichkeiten, die Auswirkungen einer Grippe-Pandemie einzudämmen.
Das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart (LGA) erarbeitete dazu in
Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
das Handbuch „Betriebliche Pandemieplanung“. Das Handbuch will mittlere und größere
Betriebe bei ihrer Vorbereitung auf eine Grippepandemie unterstützen.
Christoph Unger, Präsident des BBK, bekräftigt: „Viele Betriebe haben bereits erkannt, dass
es sinnvoll ist, Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Das vorliegende Handbuch soll
interessierte Unternehmen für den Pandemiefall sensibilisieren und bei der Erarbeitung
entsprechender Pandemiepläne unterstützen.“ Darin enthalten sind Checklisten mit Empfehlungen und zusätzlichen Erläuterungen. Ergänzt wird das Handbuch unter anderem durch Hintergrundinformationen, Verhaltensempfehlungen und möglichen Vorsorgemaßnahmen für die Mitarbeiter. Das Buch richtet sich vorwiegend an
Führungskräfte bei der Planung.Für Dr. Schmolz, Leiter des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg, ist das Handbuch ein wichtiger Baustein in der Pandemieplanung: „Neben der Versorgung der Bevölkerung mit wirksamen Arzneimitteln und geeigneten Impfstoffen sind auch organisatorische Vorbereitungen im Betrieb sehr wichtig. Hierzu leistet das Handbuch „Betriebliche Pandemieplanung“, das zugleich ein Bestandteil des Pandemieplans für Baden-Württemberg ist, wertvolle Hilfestellung. “
Für die Einrichtungen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und des Gesundheitswesens sowie für Energie- und Wasserversorgungsunternehmen sind
Planungen – zum Teil auch durch gesetzliche Vorgaben – bereits abgeschlossen Für private
Unternehmen und gewerbliche Betriebe besteht jedoch Handlungsbedarf. Die meisten
Großbetriebe haben ihre Pläne schon einsatzbereit in der Schublade. Umfragen belegen
jedoch, dass die betriebliche Pandemieplanung in mittelgroßen Betrieben nicht selten als
zweitrangig betrachtet wird und nur eine Minderheit ausreichend vorbereitet ist. Schmolz: „In
vielen Betrieben besteht zwar die Absicht, etwas zu tun. Es fehlt aber an Kenntnissen, wie es
anzupacken ist.“
Das Handbuch „Betriebliche Pandemieplanung“ kann kostenlos beim Bundesamt für
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe per E-Mail unter bestellservice@bbk.bund.de
bestellt werden. Online steht es unter www.gesundheitsamt-bw.de zur Verfügung.

Quelle: BBK

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