Grillsaison: Täglich 22 Verletzte in Deutschland


Kiel (IFS) – Zwischen April und September ist Grillsaison. Dabei ereignen sich jährlich zirka 4000 Grillunfälle oder anders ausgedrückt: täglich kommen in diesen Monaten 22 Menschen in Deutschland durch Grillen zu Schaden. Das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS) mahnt deshalb zur Vorsicht. Vor allem Kinder und Jugendliche schätzten die Gefahr falsch ein, die von den glühenden Kohlen ausgingen, so das IFS.

Aber auch Erwachsene scheinen wider besseren Wissens immer wieder Brandbeschleuniger einzusetzen.

„Alle Brandbeschleuniger wie Spiritus, Benzin oder andere hochgefährliche Brennstoffe sind beim Entzünden der Kohle besonders gefährlich und sollten nicht verwendet werden. Sie sind die Hauptursachen von Grillunfällen“, erklärt IFS-Geschäftsführer Dr. Hans-Hermann Drews. Deshalb dürfte niemals Brennspiritus auf glühende Holzkohle gegossen werden, „sonst bestehe akute Lebensgefahr“, so Dr. Drews.

Spiritusdampf ist schwerer als Luft

Auch um den Grill herum wird es bei unsachgemäßer Anwendung und Einsatz der falschen Brennstoffe gefährlich. Spiritusdampf ist deutlich schwerer als Luft. Er kann sich mit einem Durchmesser von bis zu drei Metern glockenförmig um den Grill sammeln. Dr. Drews: „Wenn es dadurch zu einer Verpuffung mit einer Stichflamme kommt, kann das bei den Umstehenden zu schweren Brandverletzungen führen.“ Nicht selten wird durch den Flammenrückschlag auch noch die gesamte Flüssigkeit brennend aus dem Behälter geschleudert.
 
Sichere Zündhilfen sind Pasten und Zündwürfel. Gut geeignet seien laut IFS auch so genannte Anzündkamine (Grillstarter). Mit Gas-Grills sollte hingegen vorsichtig verfahren werden. Sie seien technisch komplex und bärgen besondere Gefahren. Unter anderem sollten die Anschlüsse vor jedem Grillgang auf ihre Dichtigkeit hin kontrolliert werden.
 
Die aktuellen Empfehlungen zur Behandlung von Verbrennungen sind hier zu finden.

(Foto: IFS)

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