Google Glass: Datenbrille für Rettungskräfte


Foto: GoogleBremen (rd.de) – Google werkelt weiter fleißig an der hauseigenen „Datenbrille“, Google Glass genannt. Die Brille lässt sich über Sprachbefehle steuern. Ein US-amerikanischer Mediziner hat nun eine Erste-Hilfe-Anwendung für die Brille entwickelt und am Samstag (06.07.2013) vorgestellt.

Nachdem die App gestartet wurde, reicht der Befehl „Okay Glass, kein Puls!“, um in den „Notfallmodus“ umzuschalten. Der Träger bekommt auf dem kleinen Bildschirm der Brille vor seinem Auge alle wichtigen Informationen angezeigt. Außerdem wählt die Brille automatisch die 112, spielt auf Wunsch einen Song mit passenden Reanimations-Rhythmus ab und analysiert parallel, ob der Träger die Wiederbelebung korrekt durchführt. Doch was kann die Brille für Rettungskräfte leisten?

Die Hände sind frei

Größter Vorteil ist: Man hat beide Hände frei. So können Informationen abgerufen werden, ohne seine eigentliche Tätigkeit zu unterbrechen. Das kann schon bei der Anfahrt nützlich sein. Automatisches Abrufen der Verkehrslage sowie eine Karte der Umgebung um die Einsatzstelle können helfen, schnell am Einsatzort anzukommen. Von größeren Gebäuden könnten theoretisch auch Gebäudepläne verfügbar gemacht werden.

Und auch im Einsatz kann die Datenbrille helfen. Einsatzkräfte können zum Beispiel über die Brille telefonieren. Es wird auch möglich sein, Google-Suchanfragen auszuführen. Wenn die Brille mit genügend Informationen gefüttert wird, könnte auch systematisch nach der nächsten geeigneten Klinik gesucht werden.

Für Großveranstaltungen ist unter Umständen auch die Möglichkeit interessant, den eigenen „Blickwinkel“ mit anderen zu teilen. Per Sprachbefehl startet die Kamera eine Aufnahme und teilt diese Live mit bis zu acht weiteren Gesprächspartnern via Internet. Somit könnten Informationen von aktuellen Ereignissen direkt zentral zusammenlaufen – und entsprechend besser reagiert werden.

Das alles ist noch Zukunftsmusik. Schließlich hat Google weder ein konkretes Erscheinungsdatum noch einen Preis für Glass genannt. Lediglich Entwicklern wurden vor einigen Monaten Testexemplare der Brille zur Verfügung gestellt.

(Foto: Google)

3 Responses to “Google Glass: Datenbrille für Rettungskräfte”

  1. Der Münchner on Juli 12th, 2013 11:02

    grundsätzlich hören sich die Vorschläge gut an ABER wir reden hier von BOS! D.h., zumindest in Deutschland, dass wir es mit einer besonderen Form des Datenschutzes zu tun haben. Da es sich aber bei google glass in der bisherigen Form um eine an die google Dienste gebundenes Angebot handelt, kann man es nicht gebrauchen. Beim Digitalfunk lässt sich der Einsatz aufs Navi legen. Brauche also keine Brille. Für die Feuerwehren sind schon HUDs für die Atemschutzmasken in der Entwicklung. Der Vorteil von Google Glass ist die Größe. Darauf hat aber die Firma kein Patent. Es kann also durchaus auch Produkte für den RD/POL/FW geben, die den Vorgaben entsprechen, vor allem was die Robustheit angeht.

  2. Markus on Juli 12th, 2013 21:46

    In zeiten in denen Rett Ass immer noch mit 5,73 € die Stunde abgespeist werden und es Rettungswachen gibt wo nicht einmal das Geld für intakte Fenster oder neue Uniform ohne Löcher vorhanden ist können sich maximal die Herren Beamten der BF derartge Spielerein leisten.

  3. unbekannt on August 5th, 2013 23:07

    Der ganze Rettungsdienst ist hilflos und so schnell wird sich daran nichts ändern. Schuld sind u.a.:die fehlende Lobby, das Gehalt (Lohndumping), das Personal (ungebildet und psychisch auffällig), sinnlose Gesetze die zur Ausschreibung führen und das Ehrenamt, welches den ganzen Rettungsdienst mit ihrer Dummheit denunziert. Ich für meinen Teil, mache bald einen Abflug aus der „Branche“. Für alle Anderen sei gesagt: „Viel Erfolg beim Träumen, an dem Gedanken, dass sich etwas bessert.“

    Ade‘

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