German Help 1 auf dem Weg nach Haiti


Hubschrauberverladung (Foto: Human Plus)Wallerstein (rd.de) – Die Firma Heli Aviation aus Wallerstein hatte angesichts der Katastrophe in Haiti die verwegene Idee einen ganzen Hubschrauber mitsamt Crew zur Verfügung zu stellen. Nun ist „German Help 1“ tatsächlich auf dem Weg.

Nach dem verheerenden Erbeben in Haiti mobilisierten zahlreiche Hilfsorganisationen Hilfsgüter für die Opfer der Naturkatastrophe. Das große Problem bleibt jedoch weiterhin die Verteilung dieser Güter, da die Verkehrswege größtenteils unpassierbar sind und viele Regionen nicht versorgt werden können. Die US-Helikopter stehen deutschen Hilfsorganisationen nicht zur Verfügung, heißt es auf der Webseite der Heli Aviation.

Die Firma wollte ihren leistungsstärksten Hubschrauber, die AS 350 B3, sowie eine Crew für die Notversorgung in Haiti im Wert von 50.000 Euro zur Verfügung zu stellen. Der Eurocopter Hubschrauber kann Außenlasten bis zu 1,4 Tonnen transportieren und hat eine maximale Reichweite von ca. 650 Kilometern. Mit dem Hubschrauber, so der Gedanke, können Ärzte, Helfer, Medikamente, Wasser und andere Hilfsgüter direkt und schnell zu den Krisenherden geflogen werden.

Suche nach Unterstützern

Heli Aviation bat zahlreiche Hilfsorganisationen, Fernseh- und Radio-Sender sowie einige Ministerien um Unterstützung den Hubschrauber mit den anderen Hilfsgütern nach Haiti zu bringen. Das sollte so vorerst nicht gelingen. Es mangelte an Frachtflug-Kapazitäten und die Medien sind mit Hilfsideen schier überlastet. Sie machten den hilfswilligen Geschäftsleuten aus Wallerstein klar, dass man ohne Prominenten als Schirmherr und Zugpferd kaum eine Chance habe, in den großen TV-Nachrichten Platz zu finden.

Der Aufbau von Kontakten in die regionale Presse brachte dann die Wende: Durch die Berichterstattung in der Region fanden sich Ansprechpartner und Hilfsorganisationen, die das ambitionierte Projekt unterstützen. Allen voran die Organisation Bild hilft e.V., Ein Herz für Kinder sowie die Organisationen Humedica, Human Plus und Ärzte der Welt brachten sich und ihre Erfahrungen mit in das Projekt ein.

„Der Hubschrauber ist wichtig, sehr wichtig!“ Anestis Ioannidis, Vorstand der Nettetaler Hilfsorganisation Human Plus sprüht vor Enthusiasmus: Rund 13 Tonnen Hilfsgüter (Verbandsstoff, Babynahrungsmittel und Medikamente) konnten zusammen mit dem Hubschrauber Deutschland in Richtung Haiti verlassen.

Mit den Firmen Chapman Freeborn Airchartering Limited, Honold International GmbH & Co. KG, Logwin AG und der IQS Spedition und Logistik GmbH fand sich schließlich auch ein Logistikteam, das den Transport des teilzerlegten Hubschraubers ermöglichte und die mannigfaltigen Zollformalitäten erledigte.

Am Wochenende startete schließlich ein großes Transportflugzeug vom Typ Ilyushin 76 mit dem Helikopter an Bord in Richtung Mittelamerika. Mit an Bord die Hubschrauber-Piloten Alexander Neumann und Felix Lemke, Chefmechaniker Mark Johnson von der Helitransair sowie der in internationalen Hilfseinsätzen erfahrene Rettungsassistenten Robert Konrad.

One Response to “German Help 1 auf dem Weg nach Haiti”

  1. Carina on Februar 4th, 2010 18:31

    Respekt vor den Leuten, die ins Krisengebiet fliegen um zu helfen. Solltet ihr das lesen: Macht weiter so! Ihr könnt stolz auf euch sein!

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