Gefahrenwarnung mit Facebook


facebooksiegenSiegen (pm) – Kurzfristiger Schulausfall wegen Schneechaos, Gesundheitsgefahren durch Rauch bei einem Großfeuer, Warnung vor austretendem Gas oder die Sperrung von Wäldern wegen eines Sturms – solche und ähnliche Meldungen können Facebook-Nutzer in Siegen-Wittgenstein ab sofort direkt von der Kreisleitstelle auf ihr Smartphone oder den Computer bekommen.

Die „Kreisleitstelle Siegen-Wittgenstein“ ist ab sofort unter diesem Namen mit einer eigenen so genannten „Fanseite“ bei Facebook online.

„Als Verantwortliche für die Gefahrenabwehr stehen wir immer wieder vor der Frage, wie wir die Menschen in Siegen-Wittgenstein schnell und effektiv mit für sie wichtigen Informationen erreichen können. In unserer heutigen Zeit kommt man dabei aus unserer Sicht an den sozialen Medien nicht mehr vorbei“, erläuterte Landrat Paul Breuer bei der Vorstellung der neuen Seite. Damit greift der Kreis auch eine Anregung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz auf, das ebenfalls empfiehlt, im Zusammenhang mit dem Katastrophenschutz die sozialen Medien in den Blick zu nehmen.

Mit diesem neuen Angebot nimmt der Kreis Siegen-Wittgenstein eine Vorreiterrolle ein. Ähnliche Facebook-Fanseiten zur Bevölkerungsinformation gibt es bisher praktisch nicht. Sabine Buchholz vom Institut für Medienforschung der Universität Siegen und Thomas Jung von der Kreisleitstelle haben die Einrichtung der Seite maßgeblich initiiert und umgesetzt.

Aktuelle Informationen aus der Kreisleitstelle jetzt auch auf Facebook – (v.r.) Landrat Paul Breuer, Sabine Buchholz (Uni Siegen), Kreisbrandmeister Bernd Schneider und Thomas Jung (stv. Leiter Kreisleitstelle) gaben den Startschuss für das Projekt.(Foto: Kreis Siegen-Wittgenstein)

Aktuelle Informationen aus der Kreisleitstelle jetzt auch auf Facebook – (v.r.) Landrat Paul Breuer, Sabine Buchholz (Uni Siegen), Kreisbrandmeister Bernd Schneider und Thomas Jung (stv. Leiter Kreisleitstelle) gaben den Startschuss für das Projekt.(Foto: Kreis Siegen-Wittgenstein)

Mit einem Klick auf den „Gefällt mir“-Button auf der Seite der Kreisleitstelle bekommen Facebook-Nutzer ab sofort relevante Informationen oder Warnungen zu aktuellen Einsatzlagen oder Verhaltenshinweise in besonderen Situationen, die die Gefahrenabwehr in Siegen-Wittgenstein betreffen. Diese erscheinen dann auf der Startseite der verlinkten Nutzer. Die Informationen werden von den Mitarbeitern der Kreisleitstelle eingestellt. User können ihrerseits, wie bei Facebook üblich, etwas auf der Seite posten. „Allerdings müssen auch künftig Notfälle immer per Telefon über die 112 gemeldet werden. Auch wenn die Leitstellenmitarbeiter regelmäßig auf die Facebook-Seite schauen, kann diese Seite niemals einen Notruf ersetzen, bei dem es oft um Minuten geht“, unterstreicht Thomas Jung.

Kommt es zu größeren Schadenslagen, wie zum Beispiel durch den Orkan „Kyrill“ oder die Schneemassen im Januar 2011, werden die Mitarbeiter der Kreispressestelle ebenfalls über die Facebook-Seite der Leitststelle direkt Informationen an die Nutzer geben. Diese haben in solchen Situationen dann auch die Möglichkeit, aktuelle Anfragen zu stellen oder Hinweise zu geben, die dann von den Katastrophenschutzmitarbeitern möglichst zeitnah beantwortet werden.

Entwickelt wurde der Facebook-Auftritt gemeinsam mit dem Institut für Medienforschung der Universität Siegen unter der Leitung von Professor Gebhard Rusch. Die zentrale wissenschaftliche Einrichtung zur Erforschung moderner Massenmedien und neuer Kommunikationsformen untersucht und evaluiert die Einsatzmöglichkeiten sozialer Medien für die Krisenkommunikation. Das Institut arbeitet bereits seit 2009 mit dem Kreis Siegen-Wittgenstein im Rahmen mehrerer durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderter Projekte zusammen, etwa bei InfoStrom (www.infostrom.org). Den Wissenschaftlern der Uni ist vor allem der empirische Einblick in die Praxis des Kreis-Krisenmanagements ein Anliegen. Sie werden zudem die Leitstellen-Mitarbeiter bei der Einführung des neuen Angebotes unterstützen und begleiten.

„Die etablierten Medien mit ihren vielfältigen Angeboten werden auch künftig eine zentrale Rolle für die Bevölkerungsinformation in Krisensituationen spielen. Aber mit der Facebook-Seite der Kreisleitstelle reagieren wir auf neue Entwicklungen“, so Landrat Paul Breuer: „Wir werden nun gemeinsam mit der Universität Siegen beobachten, wie dieses Pilotprojekt angenommen wird, welche Erfahrungen Nutzer und Leitstelle damit machen, um so das Angebot auf Dauer weiter zu optimieren.“

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