Fraunhofer zeigen Lageraum der Zukunft


(Foto: Fraunhofer ISOB)Karlsruhe (pm) – Moderne Informationstechnologien können Abwehr- und Rettungsaktionen wesentlich beschleunigen. Auf der CeBIT 2011 zeigen Forscher des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB die „Systemkette Sicherheit“, mit der sich Rettungseinsätze zukünftig besser und schneller planen, koordinieren und durchführen lassen.

Mini-Unterwasserfahrzeuge, Quadrocopter oder auch Landroboter übernehmen im Einsatzgebiet die Erkundung der aktuellen Lage, zu Lande, im Wasser und aus der Luft und übermitteln diese Informationen in Echtzeit in den Krisenstab.

Dem Krisenstab steht hier ein digitaler Lagetisch zur Verfügung. Ein horizontaler Großbildschirm dient als Tisch zur großräumigen Übersichtdarstellung von Kartenmaterial oder Luft- und Satellitenbildern. Ein zweites senkrecht stehendes Großdisplay dient der Anzeige von Sekundärinformationen wie Wettervorhersagen, Pegelstands- und Verkehrsmeldungen. Die Aufnahmen der Quadrocopter und anderen mobilen Sensorträger lassen sich in Echtzeit einbinden. So ist der gesamte Krisenstab stets auf dem neuesten Informationsstand und kann sich einen umfassenden Überblick über die aktuelle Situation verschaffen.

Zusätzlich verfügt jedes Teammitglied über ein Tablet-PC, ähnlich einem IPad. Legt jemand seinen Tablet-PC auf den Lagetisch, so synchronisiert sich dieser sofort mit dem aktuellen Kartenausschnitt. Wie mit einer intelligenten Lupe lassen sich mit dem Tablet-PC individuell benötigte Detailinformationen oder Planungsschritte der Einsatzplanung einarbeiten. Je nach Funktion und Aufgabe des Teammitglieds können das verschiedene Informationen sein: z. B. muss der Mediziner Angaben zu der Anzahl und Verletzungen der Opfer haben, während Feuerwehr, Polizei oder THW den Überblick über ihre Ressourcen und Zugangsmöglichkeiten benötigen.

Durch diesen mehrschichtigen Ansatz auf unterschiedlichen Detailebenen können multidisziplinäre Expertenteams gemeinsam und gleichzeitig an der Organisation und Ablaufplanung des Katastropheneinsatzes arbeiten. Kommunikation und Koordination werden dadurch wesentlich vereinfacht.

Zur Systemkette Sicherheit gehört auch eine große Videowand. Einen PC mit Maus und Tastatur findet man hier nicht, denn der ganze Raum reagiert auf die Menschen, die sich in ihm befinden und gemeinsam in ihm arbeiten. Die große Videowand dient als Visualisierungsfläche der eingehenden Informationen aus den angeschlossenen Lagezentren. Sie wird durch Gesten- und Spracherkennung gesteuert. Auf einen Fingerzeig hin erscheinen Land- und Straßenkarten, aktuelle Positionen von Einsatzkräften, Infrarotaufnahmen oder Videos. Jeder kann sich frei im Raum bewegen, seine Information wandert an der Videowand mit ihm mit.

Nicht nur bei Bewältigung von Naturkatastrophen sondern auch bei Großveranstaltungen, bei terroristischer Bedrohung, oder dem Schutz kritischer Infrastrukturen kann diese Technologie eingesetzt werden. Durch den modular koppelbaren Aufbau der Einzelsysteme ist die Ausstattung skalierbar und an die jeweiligen Aufgabenstellungen und Bedürfnisse der Nutzer anpassbar.

Auf der CeBIT 2011 wird das System als Prototyp neben weiteren aktuellen Sicherheitstechnologien aus der Fraunhofer Forschung auf dem Fraunhofer Stand in Halle 9, B 36 erstmalig vorgeführt.

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