Fels stürzte auf Wohnhaus – Familie verschüttet


Ein Felsblock zertümmerte das Wohnhaus in Stein an der Traun. (Foto: fib/G.S.)Stein an der Traun (rd.de) – Bei einem gewaltigen Felssturz ist am Montagabend im Kreis Traunstein ein Wohnhaus völlig zerstört worden. Eine Familie mit zwei Kindern lag unter den Trümmern. Stundenlang arbeiteten die Retter, um die vier Verschütteten zu befreien.

Gegen 19.55 Uhr erreichte die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd der erste Notruf über einen massiven Felssturz im Ortsbereich von Stein an der Traun. Erste Einsatzkräfte bestätigten, dass ein Einfamilienhaus von einem haushohen Felsbrocken, der sich aus noch ungeklärter Ursache von einer Felswand am Ortsrand gelöst hatte, völlig zerstört wurde.

Zum Zeitpunkt des Unglücks befand sich ein Ehepaar (40 und 45 Jahre) mit ihren 16 und 18 Jahre alten Kindern im Haus. Alle vier Verschütteten konnten mit Hilfe von Rettungshunden lokalisiert werden. Den Einsatzkräften gelang es, den Vater tot zu bergen. Zu zwei der Verschütteten bestand Sprechkontakt.

Die etwa 220 Einsatzkräfte von Feuerwehr, BRK, Maltesern und THW mussten höchst behutsam zu Werke gehen. Wie die Lokalpresse berichtete, wurde der Plan, das Hausdach mit einem Kran wegzuheben, aus Sicherheitsgründen wieder verworfen.

Alle Rettungskräfte, die nicht in die eigentlichen Räum- und Bergungsmaßnahme eingebunden waren, mussten bei strengen Minusgraden an der Einsatzstelle ausharren. Über die Stabilität des Felshangs hinter dem Unglückshaus herrschte vorerst Unklarheit, womit die Bergungsarbeiten für die Helfer nicht ohne Gefahr waren. Zwei in unmittelbarer Nähe befindliche Wohnhäuser wurden aus Sicherheitsgründen evakuiert.

Die Einsatzleitung alarmierte Geologen, um den Felshang zu untersuchen. Diese Untersuchungen dauern heute noch an, um die Ursache des Felssturzes zu ermitteln.

Bergungsspezialisten von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk versuchten sich in der Nacht, mit Händen und Schaufeln zu den betroffenen Personen vorzuarbeiten. Das THW war mit 23 Helfern zur Stelle. Der Ortsverband Traunreut berichtet, den Helfern hätte sich ein Bild der Zerstörung geboten: „ Ein Felsbrocken, so groß wie ein Omnibus, hatte sich aus der Felswand gelöst und war auf das darunter stehende Wohnhaus gestürzt.“

Nach Mitternacht gelang es, die weiteren verschütteten Familienangehörigen zu befreien. Während für die 18-jährige Tochter ebenfalls jede Hilfe zu spät kam, konnten die Hilfsmannschaften im weiteren Verlauf den 16-jährigen Sohn der Familie und schließlich gegen 02:15 Uhr die 40-jährige Ehefrau und Mutter lebend aus den Trümmern bergen. Über den Grad ihrer Verletzungen liegen bislang keine Erkenntnisse vor.

Noch in der Nacht traf der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann am Unglücksort ein und ließ sich über den Sachstand unterrichten.

(Quellen: Polizeiberichte, THW OV Traunreut, Chiemgau-Online)

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