„Es hätte alles vorbei sein können“


Leipzig (pm) – Melanie (17), Janine (10), Victoria (5) und die zweijährigen Zwillinge Sebastian und Madlen aus Leipzig sind überglücklich. Endlich können sie ihre Mutter wieder in die Arme schließen. Ende Oktober war Constanze Fiedler (41) zu Hause plötzlich leblos zusammengebrochen: Herzstillstand. Wie gut und wichtig ein optimales Zusammenspiel von Rettungsdienst und Krankenhaus ist, zeigt dieses Beispiel.

„Wir freuen uns sehr, dass es der Patientin wieder gut geht, und dass die Familie wieder vollständig ist“, so Prof. Dr. André Gries vom Universitätsklinikum Leipzig (UKL). Zu verdanken sei dies vor allem der hochgradig professionellen und reibungslosen Zusammenarbeit aller Beteiligten. „Es war zu jedem Zeitpunkt klar, was wann wie durch wen passieren muss.

Vom Rettungsdienst über die Zentrale Notaufnahme des UKL bis hin zur Internistischen Intensivstation und schließlich der Abteilung für Kardiologie/Angiologie des Universitätsklinikums haben alle Bereiche wie Zahnräder ineinander gegriffen“, freut sich der Leiter der Zentralen Notfallaufnahme (ZNA) am UKL.

Möglich werden diese reibungslosen Informations- und Abstimmungsprozesse vor allem durch die am UKL standardisierten Arbeitsabläufe wie das Anmelde- und Übergabekonzept zwischen Rettungsdienst und der ZNA des UKL oder die mit den SOP (Standing Operation Procederes) eingeführten Behandlungsleitlinien für die Notfallbehandlung.

So auch im Fall von Constanze Fiedler. Als diese plötzlich zusammenbricht, verständigt der Ehemann sofort den Notarzt. Beim Eintreffen des Rettungsdienstes findet dieser eine leblose Patientin vor. Dank sofortiger Reanimationsmaßnahmen kann ihr Kreislauf zunächst wieder in Gang gebracht werden.

Zeitgleich meldet der Rettungsdienst die Patientin telefonisch in der ZNA des UKL an und gibt die wesentlichen Daten durch. Dank dieses Anmelde- und Übergabekonzepts für Notfallpatienten des Rettungs- und Notarztdienstes kann man am UKL nun bereits vor dem Eintreffen der Patientin die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen vorbereiten und die entsprechenden Abteilungen informieren.

Auf dem Weg ins Universitätsklinikum dann der erneute Herz-Kreislauf-Stillstand. Unter fortwährenden Reanimationsmaßnahmen erreicht der Rettungswagen 20 Minuten nach Eingang des Notrufs das Klinikum, wo das Team der Notaufnahme die Patientin bereits erwartet. Constanze Fiedler wird sofort in den Schockraum gebracht und an die UKL-Mediziner übergeben. Während die Wiederbelebungsmaßnahmen weiterhin andauern, wird die Patientin umgelagert und an die Überwachungsgeräte angeschlossen. Noch immer ist Constanze Fiedler leblos. Das EKG bestätigt schließlich den Verdacht einer Lungenembolie.

Die entsprechenden SOP geben den Ärzten nun genau vor, wie weiter zu verfahren ist. Die Abteilung Kardiologie/Angiologie wird hinzugezogen. Die Patientin erhält ein Thrombolytikum, um das Blutgerinnsel aufzulösen. Kurze Zeit später kann ihr Kreislauf stabilisiert werden, das Herz schlägt wieder. Noch in der ZNA wird die Hypothermie eingeleitet, um dem Auftreten oder Fortschreiten neurologischer Schäden entgegen zu wirken.

Auf der Internistischen Intensivstation wird Constanze Fiedlers Körpertemperatur auf 32 bis 34 Grad Celsius heruntergekühlt. Als die Patientin einige Zeit später wieder stabil ist, wird die Körpertemperatur langsam erhöht und die Narkose abgestellt.

Im Anschluss an die intensivmedizinische Behandlung wird die Patientin in die Abteilung für Angiologie verlegt und bis zu ihrer Entlassung weiter betreut.

Constanze Fiedler hat Glück gehabt. „Ich bin über die Maßen froh, dass mir so schnell und professionell geholfen wurde. Es hätte alles vorbei sein können.“

(16.11.2012)

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?