Erstmals Jugendsanitätsgruppen beim DRK-Kreisverband Göppingen


Göppingen (DRK) – Beim Roten Kreuz im Landkreis Göppingen (Baden-Württemberg) gibt es seit der vergangenen Woche drei Jugendsanitätsgruppen. Mit dem Angebot beschreitet der DRK-Kreisverband landesweit neue Wege. Die Jugendsanitäter werden für die Arbeit in den Bereitschaften ausgebildet und dürfen bei Einsätzen helfen.

Peter Hofelich, der Kreisvorsitzende des DRK-Kreisverbands Göppingen, verhehlte am vergangenen Donnerstag seine Freude nicht. In der Geschäftsstelle am Eichert wurden an diesem Abend die drei neuen Jugendsanitätsgruppen feierlich eingesetzt. Die Gruppen sind ein Novum in Baden-Württemberg. Auf diesen Schritt habe man lange hingearbeitet, so Hofelich. Damit habe man einen wichtigen Punkt im 2007 verabschiedeten Strategieprozess, nämlich die Förderung der Jugendarbeit, realisiert.

Die Jugendsanitäter im Alter zwischen zwölf und 16 werden zukünftig in den Ortsvereinen Böhmenkirch, Hattenhofen-Voralb und Heiningen-Eschenbach ausgebildet. Mit den Gruppen will das DRK sollen stärker als bisher die Brücke zum ehrenamtlichen Engagement in den Bereitschaften schlagen. Ziel ist, die Mitglieder für die DRK-typischen Arbeitsfelder vozurbereiten und einzusetzen: die Sanitätsdienste bei sportlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen und den Einsatz im Katastrophenfall. Mit 18 Jahren können sie dann in die Bereitschaften wechseln.

In den Jugendrotkreuz-Gruppen, die weiterhin bestehen, lag und liegt der Schwerpunkt dagegen auf der herkömmlichen Jugendarbeit. „Hier beschäftigt man sich zwar auch mit Erster Hilfe und dem Roten Kreuz, aber es wird eben auch gebastelt und gespielt“, erklärt Rainer Kienzle, der Leiter des Jugendrotkreuzes im Kreisverband. Die neuen Jugendsanitäter werden künftig gemeinsam mit den erwachsenen Mitglieder der Bereitschaften eingesetzt und leisten im Notfall medizinische Hilfe – vom Aufkleben eines Pflasters sein bis zur Wiederbelebung.

Voraussetzung ist laut DRK eine umfassende und intensive Schulung in Theorie und Praxis. „Die Kinder und Jugendlichen lernen zum Beispiel Anatomie, das Herz-Kreislauf-System und verschiedene Notfallarten kennen“, erläutert Rainer Kienzle. Ein zweijähriger Ausbildungsplan legt den Rahmen fest. Schon in den Herbstferien geht es los mit dem ersten Blockseminar: Es steht ein Einführungsseminar zum Roten Kreuz an, die erste Hälfte der Sanitäts-Ausbildung und eine Schulung zur Bedienung von Elektroschockgeräten. „Unsere Jugendsanitäter werden optimal ausgebildet sein“, ist Kienzle überzeugt. Die notwendige Ausrüstung, Kleidung und Schuhe, erhielten die Mitglieder bereits am Donnerstag.

37 Kinder und Jugendliche haben sich in den drei Ortsvereinen bisher gemeldet, die Ausbildung übernehmen die örtlichen Jugendrotkreuz-Leiter. Zusätzliche Unterstützung gibt es von den Paten Martin Hägele, Matthias Fink (Leiter des Rettungsdienstes) und Rainer Kienzle. Sie stehen den Jugendsanitätern zur Seite und bieten Möglichkeiten zum Kontakt mit Bereitschaften oder anderen DRK-Gruppierungen.

Zunächst läuft eine einjährige Pilotphase, danach sollen weitere Ortsvereine mit einsteigen. Mit ins Boot holen wollen Rainer Kienzle und seine Kollegen außerdem nach und nach die vom DRK ausgebildeten Schulsanitätsgruppen im Landkreis. „Das wäre ideal: Hier haben wir Kinder, die bereits Interesse an den Bereitschaftsaufgaben zeigen“, meint Kienzle.

Foto: DRK

One Response to “Erstmals Jugendsanitätsgruppen beim DRK-Kreisverband Göppingen”

  1. XY 123 on März 13th, 2011 21:16

    In meinem Kreisverband wird alles was mit Jugendsanitätern zu tun hat leider strikt abgelehnt. Es hätten sich zwar ein paar Leute als Ausbilder bereitgestellt aber es sind noch zu Viele der Meinung, dass ein Jugendlicher nur Erste Hilfe lernen kann und darf. Ich fände es gut wenn sich die Jugendlichen mehr für den späteren Einsatz als Sanitäter vorbeireiten würden und es würde die Jugendarbeit auch attraktiver machen.

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