Erste Helfer kehren aus Haiti zurück


Pause für Hunde und Helfer. (Foto: @fire)   Port-au-Prince (rd.de) – Der Erdbebeneinsatz in Haiti stellt für die Helfer eine Extrembelastung dar. Um die Belastungen in Grenzen zu halten, werden die Einsatzkräfte der ersten Stunde nun Zug um Zug durch neue Helfer ersetzt.

Das in den letzten Tagen erfolgreich eingesetzte gemeinsame Rettungsteam von @fire, MHW (Medizinisches Katastrophenhilfswerk Deutschland) und dem DRV (Deutschen Rettungshunde Verein e.V.) ist gestern Nacht aus dem Einsatzgebiet zurückgekehrt. Das Team war als erstes deutsches Such- und Rettungsteam vor Ort und konnte mehrere Tage an vielen Stellen schnelle Hilfe gewährleisten.
Es wurden mehrere hundert Verletzte durch die medizinische Komponente versorgt.

Erschöpft von der großen Anstrengung und der hohen Belastung kehrten Einsatzkräfte gestern Nacht nach Deutschland zurück. Einsatzleiter Jan Südmersen: „Wir sind froh, dass wir so schnell vor Ort Hilfe leisten konnten. So ein Einsatz ist eine große Herausforderung, unsere auf internationalen Standards aufbauende Ausbildung hat sich aber voll und ganz bewährt!“

Alle Einsatzkräfte werden direkt nach Ihrer Ankunft von Spezialisten der Organisation SbE-Bundesvereinigung „Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen“ e.V. betreut und es wird ein gemeinsames Debriefing durchgeführt.

Personalwechsel bei den Maltesern

Auch bei den Maltesern wurde Personal ausgetauscht. Gestern kam ein frisches internationales medizinisches Hilfsteam auf Haiti an. Heute, am Freitag den 22. Januar, verstärkt zudem ein erfahrener Gesundheitsexperte das Malteser Team: Der gebürtige Mainzer Dr. Alfred Kinzelbach reist aus Uganda an.

Die jetzt anreisenden Kräfte lösen drei der deutschen Experten ab. Prof. Dr. Klaus Runggaldier sowie die Notfallmediziner Dr. Ralf Siepe und Dr. Andreas Mennewisch werden heute, gegen 14.30 Uhr, am Düsseldorfer Flughafen zurück erwartet. Dr. Georg Nothelle, Nothilfe Koordinator der Malteser, verlängert seinen Einsatz im Krisengebiet bis Mitte nächster Woche.

Die Rückkehrer werden am Flughafen von Sören Petry, Bundeseinsatzleiter der Malteser für Psychosoziale Unterstützung, in Empfang genommen.

I.S.A.R. Germany beendet Erdbebeneinsatz in Haiti

Die deutsche Hilfsorganisation I.S.A.R. Germany hat am Nachmittag ihren Einsatz in Haiti beendet.

Das Team war in den vergangenen Tagen nahezu ununterbrochen im Einsatz.„Die Mission war eine der bislang größten Herausforderungen für die gesamte Mannschaft“, erklärte die International Search and Rescue-Chefin Dr.Daniela Lesmeister.

Seit Beginn des Einsatzes in Haiti hat das Search and Rescue Team vor allem in der Region Carrefour nach verschütteten Menschen gesucht. Dort wurden ganze Straßenzüge abgesucht. Trotz des Einsatzes von Rettungshunden und modernster Ortungstechnik konnten keine lebenden Menschen mehr gefunden werden. Dies sei zwar „frustrierend“,zeige aber die dramatischen Folgen des Erdbebens,das für zehntausende Menschen den Tod gebracht habe. Die Überlebenschancen in den teilweise massiv zerstörten Gebäuden seien nur gering gewesen, so der Leiter des Search and Rescue Teams, Michael Lesmeister.

Die Einsatzzentrale von I.S.A.R. Germany in Duisburg begründet das Einsatzende mit den Selbstversorgungskapazitäten des Teams: „Die Teams sind so ausgerüstet, dass sie 10 Tage autark arbeiten können. Nun mussten die Helfer schweren Herzens abrücken“, erklärt die Einsatzleitung. Die International Search and Rescue Germany ist auf die Suche und Rettung von vermissten und verschütteter Menschen spezialisiert. Weitere Überlebende sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr wahrscheinlich.

Das mitgebrachte Feldlazarett verbleibt hingegen vor Ort. Es ist an die Johanniter und an die staatliche belgische Eingreiftruppe B-FAST übergeben worden.

Am Samstagmorgen werden die I.S.A.R.-Einsatzkräfte am Frankfurter Flughafen zurück erwartet.

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