Erneut tödlicher Unfall mit Falschfahrer


München (pol/ADAC) – Bei einem schweren Verkehrsunfall am Montag (18.02.2013) auf der Autobahn 94 kam ein 73-jähriger Autofahrer ums Leben. Er war bei Ampfing als Falschfahrer auf die Autobahn aufgefahren und mit einem entgegenkommenden Pkw kollidiert. Der ADAC meldete kürzlich, dass im Jahre 2012 knapp 2000 Falschfahrer gemeldet worden seien. Eine Analyse des Automobilclubs zum „Geisterfahrer“-Phänomen ergibt interessante Erkenntnisse.

Laut Polizei ereignete sich der Unfall auf der A 94 gegen 15.50 Uhr in einem Tunnel. Der 73-jährige Falschfahrer war auf der Richtungsfahrbahn nach Passau unterwegs, als er frontal mit dem Wagen eines 39-Jährigen kollidierte.

Der 73-Jährige zog sich so schwere Verletzungen zu, dass er noch am Unfallort starb. Der 39-jährige Unfallgegner wurde nach Polizeiangaben nur leicht verletzt.

Der ADAC hatte kürzlich eine Auswertung der Falschfahrermeldungen aus den Jahren 2010 und 2011 vorgelegt. Demnach ist der Falschfahrer-Unfall bei Ampfing offenbar untypisch.

Der Automobilclub registrierte auf den Autobahnen A 255, A 980 und A 643 im Verhältnis zur Streckenlänge die mit Abstand meisten Falschfahrermeldungen. Insgesamt konnten rund 30 besonders auffällige Autobahnen identifiziert werden. Dabei handelt es sich zum Großteil um Straßen mit dreistelligen Autobahn-Nummern, die meist als Zubringer oder Verbindungsstrecken in Ballungsräumen fungieren.

Stadtstaaten sind besonders oft betroffen

Die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie das Saarland kommen  – bezogen auf die Länge des Autobahnnetzes – auf deutlich mehr Falschfahrermeldungen als die übrigen Bundesländer. Der ADAC vermutet, dass dies auf die höhere Anschlussstellendichte zurückzuführen ist.

Wie die Auswertung des ADAC weiter zeigt, passieren an Wochenenden die meisten Geisterfahrten. 23 Prozent aller gemeldeten Falschfahrten wurden am Sonntag, 20 Prozent am Samstag registriert. Zwischen 20 und 5 Uhr ist die Gefahr am größten, einem Falschfahrer zu begegnen. Die meisten Meldungen gehen zwischen August und Oktober ein, die wenigsten im Februar und März.

Laut ADAC lag die Zahl der Falschfahrermeldungen auf Autobahnen im Jahre 2012 mit rund 1900 auf dem Vorjahresniveau. Um die Gefahr durch versehentliche Falschfahrten zu reduzieren, fordert der ADAC, alle Autobahnanschlussstellen und Rastanlagen mit neonfarbenen Warntafeln nach österreichischem Vorbild auszustatten.

(Symbolfoto: Bastian Fischer/ADAC)

One Response to “Erneut tödlicher Unfall mit Falschfahrer”

  1. Zimmermann on Februar 21st, 2013 13:12

    Auf der A94 stehen bereits besagte Neonfarbene „STOP – FALSCH“ Schilder.

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