Erinnerung an die Sturmflut von 1962


Bonn/Hamburg (THW) – Die Sturmflut von 1962 ging als eine der größten Katastrophen der Nachkriegszeit in die Geschichte ein. Für das THW war das der bis dato größte Einsatz. Es unterstützte bei Rettungs- und Bergungsmaßnahmen, bei der Versorgung und Deichsicherungsarbeiten.

Das Wasser überraschte die Menschen in der Nach vom 16. zum 17. Februar 1962 an der Nordseeküste im Schlaf, riss Häuser mit, schnitt Stadtteile von der Außenwelt ab und legte die Gas- und Stromversorgung in vielen Gebieten lahm. Besonders stark von der Katastrophe betroffen war Hamburg: Von den nahezu 340 Todesopfern beklagte alleine die Hansestadt 315 Tote, darunter ein Helfer des Ortsverbandes Hamburg-Eimsbüttel.

Das THW evakuierte gemeinsam mit Feuerwehr und Polizei Menschen, beseitigte Sturmschäden und versorgte die Bevölkerung mit Trinkwasser und Lebensmitteln. Dabei arbeiteten die Landesverbände grenzüberschreitend zusammen: Die Rettungs- und Bergungsmaßnahmen erforderten die Unterstützung der THW-Kräfte in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Der Landesverband Nordrhein-Westfalen lieferte eine Trinkwasseraufbereitungsanlage, die THW-Schule Hoya in Niedersachsen entsandte Pontons als Schwimmelemente. Ein THW-Sprengmeister sorgte durch Sprengung für ein beschleunigtes Abfließen der Wassermassen. Um die Energieversorgung aufrechtzuerhalten, mussten THW-Kräfte Wasserschäden an Maschinen und Pumpen beheben.

Bei der Sturmflut hat das THW „die größte Bewährungsprobe bestanden (…), der es sich je unterziehen mußte“, so lautete das Fazit des Katastropheneinsatzes in der Zeitschrift „Das Technische Hilfswerk“ im Juni 1962. In insgesamt 220.980 Arbeitsstunden unterstützten die Helfer 197 Einsätze. Aufgrund ihres verdienstvollen Einsatzes verlieh der Direktor der Bundesanstalt THW Hans Zielinski 121 Helfern das Helferzeichen in Gold.

Der Radiosender NDR (90,3) erinnert in einer Sondersendung am Jahrestag (16. Februar) an die Sturmflut. Zwischen 21 und 22 Uhr sind Dieter Buch, der ehemalige Ortsbeauftragte des Ortsverbandes Hamburg-Altona, und Winfried Plate, Ortsverband Hamburg-Nord, auf Sendung.

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