„EMS EXPO“ zeigte Trends von morgen


Las Vegas (rd.de) – Die größte US-amerikanische Rettungsdienstmesse, die „EMS Expo„, ist am vergangenen Freitag in Las Vegas zu Ende gegangen. Mit über 100 Fortbildungsveranstaltungen  und mehr als 400 Ausstellern waren wieder alle Bereiche der präklinischen Notfallmedizin mit den neusten Entwicklungen und bewährten Standards vertreten. Teilnehmer waren außer aus den USA und Kanada auch aus Mittelamerika, den Niederlanden, Frankreich, Dänemark, Deutschland, Brasilien und Nigeria angereist.

Als Partner der EMS EXPO führte die NAEMT – die National Association of Emergency Medical Technicians – auch dieses Jahr wieder ihr Jahrestreffen bei der EMS EXPO durch.

Das Kernprogramm mit Vorträgen aus den Bereichen allgemeine Notfallmedizin, Basic Life Support, Advanced Life Support, Katastrophenmedizin und Special Operations, Pädiatrie, Ausbildung sowie Verwaltung wurde durch Vorträgen der zeitgleich stattfindenden Firehouse Central ergänzt. Kurse und Workshops, die bereits an den zwei Tagen vor der eigentlichen Messe stattfanden, rundeten das Bild ab.

In den Vorträgen war der einheitliche Schwerpunkt das kontinuierliche und kritische Hinterfragen liebgewonnener Handlungsabläufe und die konsequente Weiterentwicklung einer evidenz-basierten Notfallmedizin.

Eine, womöglich auch für Deutschland wichtige Entwicklung zeigte sich im Bereich der präklinischen Traumaversorgung. Dr. John E. Campbell, Gründer und Präsident von ITLS, hielt den „Scott B. Frame  Memorial“-Vortrag zur Erinnerung an ennen der Gründer von PHTLS anlässlich des 25-jährigen Bestehens dieses Systems.

Als eine Art Pate der Veranstaltung konnte in diesem Jahr Randolph Mantooth, bekannt als Johnny Gage aus der Kultserie „Emergency – Notruf Kalifornien“, gewonnen werden, der die Messe mit einem Rückblick über die Entwicklung des US-amerikanischen Rettungsdienstes von den Anfängen über die ersten Paramedic-Programme in den 1960er Jahren bis zum heutigen Stand – dem „Ende vom Anfang“ – eröffnete.

Die Industrieausstellung hielt zahlreiche Neuigkeiten bereit. Laerdal stellte zum Beispiel die LCSU 3, eine kompakte neue Absaugeinheit vor. Medtronic präsentierte den LifePak LP 15 als Nachfolger des LP 12. Und Siemens war mit dem Acuson P10, einem nur etwa PDA-großen Ultraschallgerät für den präklinischen Einsatz, vertreten.

Der Mercedes Sprinter – in den USA von Dodge oder Freightliner vertrieben, aber „Made in Düsseldorf“ – war bei allen Ausbauern Teil der Produktpalette. Auch in den USA zeigen immer höhere Kraftstoffpreise Wirkung. Die Firma PAX stellte in Zusammenarbeit mit CRS neben ihrem Taschenprogramm auch 10G-geprüfte Fahrzeughalterungen für gängige EKG/Defibrillator–Modelle vor. Dies ist eine für den US-amerikanischen Markt neue Entwicklung, da hier die Unfallsicherheit von Rettungsfahrzeugen nicht gesetzlich geregelt ist.

Insgesamt zeigten sowohl die Vorträge als auch die Ausstellung, dass die Entwicklung der präklinischen Notfallmedizin immer internationaler wird. Gute Ideen – wissenschaftlich untermauert – scheinen sich weltweit durchzusetzen.

Text: Michael Bernhardt
Photos: Sascha Küpper, Bastian Etti
TÜV Rheinland Akademie, Privatschule für den Rettungsdienst, Neuwied

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