Elektrofahrzeuge: Projekt hat Rettungskräfte im Blick


Marburg (DRK) – Seit Dezember 2013 ist das Verbundprojekt SafetE-Car dabei, die Vorgehensweise von Helfern nach Unfällen mit einem Elektroauto zu untersuchen. Durch die wachsende Verfügbarkeit von Elektrofahrzeugen fahren immer mehr Autos, die durch Strom angetrieben werden, auf deutschen Straße. Aber was passiert, wenn ein Unfall geschieht? Sind die Rettungsdienst-Mitarbeiter auf defekte Batterien oder Starkstromkabel vorbereitet?

Um auf diese Fragen Antworten zu finden, haben sich Verbundpartner aus der Forschung und aus dem Rettungs- sowie Pannendienst zusammengetan. Die erste Projektphase, die bis 2015 läuft, wurde bereits vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bewilligt. Insgesamt ist eine Laufzeit bis 2018 vorgesehen.

Die Elektromobilität befindet sich in Deutschland im Zuge der Energiewende auf dem Vormarsch. Die Qualität von Hilfs- und Versorgungsdienstleistungen ist eine wesentliche Voraussetzung, um Deutschland als Leitmarkt für die Elektromobilität zu etablieren. Doch auch für Unternehmen und Institutionen im Rettungswesen sind spezielle Vorgehensweisen im Umgang mit Elektrofahrzeugen unumgänglich. Im Zuge des Projektes ist es das zentrale Vorhaben, den Helfern anleitende Unterstützungsverfahren und ggf. auch technische Systeme an die Hand zu geben. In diesem Zusammenhang will das Projekt auch zu einer Sensibilisierung für das Thema und der Aufklärung aller beteiligten Personen beitragen.

Für die Praxisnähe sorgen der DRK-Rettungsdienst Mittelhessen und die Pannendienstorganisationen Auto Club Europa sowie Assistance Partner. Unterstützt vom Institut für Arbeitswissenschaft der RWTH Aachen und dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF, welche das wissenschaftliche Repertoire zur Verfügung stellen, sollen Umfragen unter den Pannenhelfern und Rettungsdienst-Mitarbeitern durchgeführt werden. Weiterhin sind praktische Tests unter Einsatz von Simulationstechnik in Vorbereitung, bei denen das Vorgehen bei Unfallszenarien geprobt und zugleich beobachtet werden kann.

Aus den Ergebnissen können dann die bestehenden Arbeitsprozesse beschrieben werden. Im weiteren Verlauf soll das zu einer angepassten Qualifizierung der Dienstleistungsanbieter und somit zu effizienteren Abläufen im Fall von Pannen oder Unfällen führen.

Durch die Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis soll eine möglichst breite Untersuchung der bestehenden Arbeitsabläufe ermöglicht werden. Insgesamt sieben Partner wirken mit, die vom DRK Rettungsdienst Mittelhessen als Konsortialführer koordiniert werden. Sie übernehmen im Rahmen des Projektes unterschiedliche Aufgabenschwerpunkte.

So haben sich der DRK-Rettungsdienst Mittelhessen, die DEKRA-Akademie und AIXTRA (Aachener interdisziplinäres Trainingszentrum für medizinische Ausbildung) zum Ziel gesetzt, Ausbildungskonzepte zu erarbeiten. Denn um aus-, fort- und weiterbilden zu können, müssen die Lernmodule für Rettungsdienstleistungen den neuen Technologien angepasst werden.

(17.03.2014; Foto: Toyota)

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?