Einsatzstichwort: Papstbesuch


Deutsche Briefmarke zum 80. Geburtstag von Papst Benedikt XVIBremen (rd.de) – Der Besuch von Papst Benedikt XVI in Deutschland ist nicht nur bei den Gläubigen und in den Medien ein Großereignis. Die Malteser sind für die Sicherheit des Papstes und der Pilger gleichermaßen verantwortlich. Nach Monaten der Planung geht ihr Einsatz jetzt in die heiße Phase. 2.000 Helfer leisten in den kommenden Tagen 40.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden.

Auch für Benedikt Liefländer, Bereichsleiter Notfallvorsorge der Malteser und Gesamteinsatzleiter beim Papstbesuch, ist dieser Einsatz alle andere als Routine: „Wir haben hier vier weitgehend parallele Großereignisse zu betreuen“, gibt er zu bedenken. „Das heißt, wir brauchen vier leistungsfähige Führungsorganisationen.“ Das sei selbst für eine Organisation wie die Malteser eine Herausforderung.

In dem Heer von 2.000 Einsatzkräften befinden sich auch 250 Johanniter und Helfer des DRK. Die Helfer kommen dabei aus der ganz Deutschland. In Freiburg sind zum Beispiel 30 Saarbrücker Sanitäts- und Rettungskräfte, eingesetzt. Einsatzbefehle gingen auch an die Malteser Gliederungen in Vechta, Lohne, Wildeshausen, Sandkrug, Damme und Visbek heraus. Sie stellen im thüringischen Etzelsbach 74 Sanitäts- und Rettungskräfte, Fahrer, Begleiter und Malteser-Jugendliche beMalteser des Offizialbezirks Oldenburg bereiten ihren Papsteinsatz vor. (Foto: Malteser)reit. Aus Nordrhein-Westfalen brechen alleine 150 Helfer der Malteser nach Freiburg auf und haben dabei einen BHP 50 mit im Marschgepäck.

Kommunion im ITW

Heute stemmen die Malteser den Papstgottesdienst mit 70.000 Besuchern im Berliner Olympiastadion. Dort sind 200 Helfer im Einsatz. Es wurden acht Unfallhilfsstellen installiert, in denen Sanitäter und Ärzte Gottesdienstbesucher medizinisch versorgen können.

Eine schwerkranke Frau wird dank der Intensivbetreuung durch die Malteser am Gottesdienst teilnehmen können. Im Intensivtransportwagen wird sie zum Olympiastadion gebracht und darf der heiligen Messe vom Fahrzeug aus beiwohnen. Begleitet von Rettungsassistenten der Malteser wird sie die Kommunion vom Heiligen Vater empfangen. Keine alltägliche Einsatzanfrage. „Als wir vom Anliegen der Patientin hörten, am Papstgottesdienst teilnehmen zu können, stellten wir uns zunächst die Frage nach der Machbarkeit“, erinnert sich Christian Ritter, Leiter Fahr- und Rettungsdienst der Malteser Berlin. „Auf den ersten Zweifel folgte aber der Gedanke: Wer, wenn nicht wir, die Malteser, sollten ihr diesen Herzenswunsch erfüllen?“

Trotz der angekündigten papstkritischen Proteste, erwarten die Malteser friedliche Veranstaltungen. Risikopotenziale sah man bei der Einsatzplanung eher bei Unwägbarkeiten des Wetters, aber auch und gerade durch die lange zeitliche Dauer der Veranstaltungen. Die Gläubigen werden sich schließlich sehr frühzeitig an den Veranstaltungsorten in Erfurt, Etzelsbach und Freiburg einfinden.

In Etzelsbach wird ein 13 Kilometer langer Abschnitt der Autobahn 38 gesperrt. Dort werden 60.000 Gläubige erwartet. Die Wege zur Wallfahrtskapelle sind allerdings lang und führen über freie Felder. Der beschwerliche Weg und die lange Wartezeit; nicht alle Pilger werden diesen Strapazen gewachsen sein. Die Malteser haben dort acht Unfallhilfsstellen sowie 600 Helfer für Sanitätsdienst und Logistik im Einsatz.

Notfallvorkehrungen für den Papst

Dr. Burkhard Pfaff (Foto: Malteser)Auch für die medizinische Sicherheit des Heiligen Vaters selbst werden die Malteser in der Verantwortung stehen und haben hierfür keinen Aufwand gescheut: Bereits seit der Ankunft des Papstes auf dem Flughafen in Erfurt ist Dr. Burkhard Pfaff, Malteser Notarzt und Allgemeinmediziner, für ihn zuständig. Er betreute Papst Benedikt bereits 2006 beim seinem Besuch in Bayern. Der Einsatz wird in enger Abstimmung mit dem Leibarzt aus dem Vatikans ablaufen, ein erstes Gespräch fand noch am Flughafen statt. Diesmal ist Pfaff auch in den erste Sekunden eines eventuellen Notfalls nicht länger alleine: „Da ich jetzt auch einen Rettungsassistenten mit im Team habe, sind wir jederzeit in der Lage ganz schnell hochqualifizierte Medizin durchzuführen“, erklärt Pfaff. Der Notfallmediziner steht dem Papst bei seinem Besuch in Erfurt zur Seite.

In Etzelsbach steht Dr. Christian Markus, Anästhesist der Universitätsklinik Würzburg bereit. Da Etzelsbach in einer ländlichen Region liegt, steht dort ein ADAC-Hubschrauber für den Papst bereit, der auf den Namen Christoph Benedikt hört. Dr. Christian Markus wird im Notfall vom Rettungsassistenten Stefan Simon unterstützt, der auf langjährige Erfahrungen als Luftrettungsassistent auf dem Rettungshubschrauber „Christoph 18“ in Ochsenfurt bei Würzburg zurückblickt. Als Pilot des Papst-Helikopters hat die ADAC-Luftrettung Achim Keck ausgewählt.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?