Einsatzrekord für die Lebensretter aus der Luft


(Foto: DRF Luftrettung)Filderstadt (DRF) – Schon seit Jahren hat die DRF Luftrettung in Deutschland steigende Einsatzzahlen zu verzeichnen. So auch 2009: Die Lebensretter aus der Luft leisteten 33.731 Einsätze, 1.224 mehr als im Jahr zuvor.

Insgesamt leistete die DRF Luftrettung 40.375 Einsätze. „Die Rettung von Menschenleben hängt vom Faktor Zeit ab. Angesichts der Veränderungen im Gesundheitswesen wird der Weg des Notfallpatienten in die für ihn geeignete Klinik immer weiter. Hier hat der Hubschrauber als schnellstes Transportmittel einen entscheidenden Vorteil“, betont Steffen Lutz, Vorstand der DRF Luftrettung.

Nach Vorgabe der notfallmedizinischen Fachgesellschaften (vgl. agswn, INM et al.: „Eckpunkte Notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung in Klinik und Präklinik“, 2007 Ulm/München) soll die klinische Therapie bei Krankheitsbildern wie Schlaganfall oder Herzinfarkt nach höchstens 90 Minuten beginnen. Dieser Zeitraum kann oftmals nur mit Hilfe der Luftrettung eingehalten werden, denn: Bundesweit spezialisieren sich Kliniken immer stärker auf die Behandlung bestimmter Krankheitsbilder. Der Hubschrauber bringt nicht nur den Notarzt schnell an den Einsatzort, er ist auch beim Transport des Patienten in weiter entfernte Spezialkliniken unschlagbar schnell – gerade in ländlichen Gebieten.

Häufigste Alarmierungsgründe

Besonders häufig wurden die bundesweit 28 Stationen der DRF Luftrettung 2009 zur Rettung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen (16%) und Schlaganfall (12%) alarmiert. In 12 Prozent aller Fälle wurden die rot-weißen Hubschrauber auch zu Verkehrs- und Arbeitsunfällen angefordert. 29 Mal waren die Besatzungen der DRF Luftrettung 2009 sogar als Geburtshelfer im Einsatz. Der Hubschrauber „Christoph München“ beispielsweise wurde im Juni zu einer Zwillingsgeburt alarmiert. Die Geburt war bereits soweit vorangeschritten, dass der Transport der Mutter in eine Klinik nicht mehr möglich war. Nach der Entbindung und ersten medizinischen Untersuchung wurden die neuen Erdenbürger im Transportinkubator in eine Klinik geflogen.

DRF Luftrettung stark im süddeutschen Raum

Baden-Württemberg war im vergangenen Jahr das einsatzstärkste Bundesland der DRF Luftrettung: Die Hubschrauber in Stuttgart, Leonberg, Friedrichshafen, Villingen-Schwenningen, Freiburg, Karlsruhe und Mannheim leisteten insgesamt 9.032 Einsätze. An zweiter Stelle stand Bayern mit 6.219 Einsätzen an fünf Stationen, gefolgt von Thüringen mit 3.353 Einsätzen von drei Hubschraubern.

Einsatzstärkster Hubschrauber in der bundesweiten Flotte der DRF Luftrettung war „Christoph 43“ in Karlsruhe mit 1.790 Einsätzen.

DRF Luftrettung im Ausland

An zwei Stationen in Österreich und zwölf Stationen in Italien leistete die DRF Luftrettung im vergangenen Jahr 5.734 Hubschraubereinsätze. Im Ambulanzflugbereich führte die DRF Luftrettung 2009 zusammen mit der LAR (Luxembourg Air Rescue) unter dem Namen European Air Ambulance (EAA) 794 Rückholungen von Patienten aus dem Ausland in ihre Heimatländer durch. Dabei wurden weltweit 78 Länder angeflogen.

Die Kosten der Luftrettung

Die Kosten der Luftrettung machen bundesweit nur einen kleinen Teil des Gesamtbudgets im Gesundheitswesen aus, die Vergütungsverhandlungen mit den Krankenkassen werden jedoch immer schwieriger. „Zum Wohle der uns anvertrauten Patienten investieren wir fortlaufend in die Optimierung medizintechnischer Geräte, die Modernisierung unserer Flotte und die Fortbildung unseres Personals. Bisher müssen wir diese Investitionskosten selbst tragen. Wir wünschen uns, dass ein Teil von den Krankenkassen übernommen wird. Nur so können wir auch zukünftig Luftrettung auf sehr hohem Niveau leisten“, betont Steffen Lutz, Vorstand der DRF Luftrettung.

2010 setzt die DRF Luftrettung an 30 Stationen in Deutschland und Österreich über 50 Hubschrauber für die Notfallrettung und den Transport von Intensivpatienten zwischen Kliniken ein, an acht Standorten sogar rund um die Uhr. Rund 550 Notärzte, 250 Rettungsassistenten, 180 Piloten sowie 70 Techniker sind für die DRF Luftrettung insgesamt im Einsatz.

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