DVR fordert qualitätsgesicherte LSM-Inhalte


(Foto: DVR)Bonn (pm) – Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) fordert verbindliche Qualitätsstandards für Anbieter von LSM-Kursen, damit die Grundzüge der Versorgung von Verletzten im Straßenverkehr sicher vermittelt werden.

Ziel des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) ist es, im Sinne der Strategie „Vision Zero – keiner kommt um, alle kommen an“, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten und Verletzten, insbesondere der Schwerverletzten, weiter zu reduzieren. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet ein funktionierendes Rettungswesen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine qualitativ hochwertige Ausbildung der potenziellen Helfer.

Einrichtungen, die in Erster Hilfe oder lebensrettenden Sofortmaßnahmen ausbilden, benötigen für ihre Anerkennung einen Nachweis der personellen, sachlichen und organisatorischen Voraussetzungen. Von Seiten der Hilfsorganisationen ist für diese Ausbildung ein definiertes Kurskonzept verbindlich vorgeschrieben. „Dies ist jedoch für Anbieter auf dem so genannten freien Markt nicht verpflichtend. Deren Schulungsmaßnahmen sind völlig frei – mangels qualitativer Vorgaben oder Überprüfungen“, warnt Professor Dr. med. Peter Sefrin, Vorsitzender des DVR-Ausschusses Verkehrsmedizin, Erste Hilfe und Rettungswesen. Das führe dazu, dass beliebige Umsetzungen angeboten werden. „So entstehen erhebliche Verzerrungen und Wettbewerbseinschränkungen – mit der Folge, dass das vorgesehene Ziel, dem Antragsteller durch theoretischen Unterricht und praktische Übungen die Grundzüge der Erstversorgung von Unfallverletzten im Straßenverkehr zu vermitteln, nicht sicher erreicht wird“, so der Mediziner weiter. Die Folge: Mangels Regelvorgaben und sachkundiger Überprüfung ziehe der freie Markt die Kursteilnehmer ab. Vielerorts werden von den Hilfsorganisationen vor Ort keine Kurse mehr angeboten, da diese ohne ausreichende Teilnehmerzahlen nicht mehr kostendeckend durchgeführt werden können. Dem gegenüber stehen Schulungsangebote freier Anbieter, die durch geringeren Zeitaufwand (sechs statt acht Unterrichtseinheiten) und günstigere Teilnehmergebühren von Fahrerlaubniserwerbern bevorzugt werden. „Immer häufiger wird sogar von einem Kursbesuch komplett abgesehen, da ein Selbststudium im Internet und ein halbstündiges Praxistraining angeboten werden“, erläutert Professor Sefrin.

Um den hohen Standard des deutschen Rettungswesens auch in Zukunft zu garantieren, ist es nach Meinung des DVR dringend geboten, die Voraussetzungen der Ausbildungsanbieter festzuschreiben und dadurch Qualitätsstandards zu setzen.

Der DVR empfiehlt deshalb die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe erarbeiteten „Voraussetzungen für die Anerkennung von Stellen für die Ausbildung in Erster Hilfe gemäß § 68 Fahrerlaubnisverordnung“ bundesweit umzusetzen. „Die darin definierten Voraussetzungen garantieren einen einheitlichen Standard der Ausbildungsanbieter, ein qualitätsgesichertes Angebot von Ausbildungsinhalten und damit einen hohen Standard der Ausbildung im deutschen Rettungswesen. Beliebige Schulungen ohne Qualitätssicherung wären damit nicht mehr durchführbar“, hofft Professor Sefrin. Dieser Beschluss des DVR-Vorstands sei vorab mit allen Institutionen des Rettungsdienstes in der Bundesrepublik Deutschland abgestimmt und von diesen befürwortet worden.

11 Responses to “DVR fordert qualitätsgesicherte LSM-Inhalte”

  1. FMöller on August 4th, 2011 13:06

    Der erste Weg muss aber auch sein, dass wir Hilfsorganisationen selbst auf entsprechende Qualität unserer Kurse achten.

    – sorgfältige Auswahl der Ausbilder
    – Einhalten der Ausbildungsinhalte
    – Einhalten der Zeitvorgaben
    – faire Preise
    – usw.

    Das Ziel unserer Ausbildungsangebot muss sein, den Kursteilnehmer zur Ersten Hilfe motivieren und das entsprechende Rüstzeug mitgeben.

    Es kann nicht sein, dass z.B. Erste Hilfe Kurse ohne jede praktische Übung angeboten werden oder ein LSM-Kurs in einer Fahrschule von 8 bis 13 Uhr dauert (inkl. Frühstück und Kaffee-/Raucherpausen). Und dass bei Hilfsorganisationen!

    Ich traue mich auch nicht zu beurteilen, ob der Einstieg des ADAC´s in die Breitenausbildung hier zu einer Beibehaltung des Ausbildungsniveaus beiträgt.

  2. Jana on August 6th, 2011 17:14

    Also diese Forderung kann ich nur unterstützen.
    LG
    Jana

  3. JOver on August 8th, 2011 13:08

    Leider beschleicht einen beim Lesen das Gefühl, dass hier gezielt gegen die Privatanbieter in dieser Branche gewettert wird, und nur die Hilfsorganisationen ( aus diesen besteht die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe ) qualitative hochwertige Erste Hilfe Kurse anbieten.

    Insbesondere werden dort Fakten genannt, die nicht der Fall sind:

    Zur Zulassung als andere geeignete Stelle gibt es sehr wohl zwingende Voraussetzungen bei der Antragstellung:

    Der Antragsteller hat nachzuweisen dass er:

    – über die fachliche und pädagogische Eignung verfügt bzw. entsprechendes Personal beschäftigt
    – einen Nachweis des verwendeten Lehrmaterials ( Theorie und Praxis ) sowie geeignete Räume ( mindestens 50 m² Kursraum) erbringt.
    – Einen verbindlichen Leitfaden über den Unterricht von mindestens 8 UE LSM / Erste Hilfe Training sowie 16 UE Erste Hilfe Grundausbildung vorlegt.
    – Einen einwandfreien Leumund vorweist
    – Eine Haftpflichtversicherung inkl. Nachweis der Bezahlung vorlegt
    – Usw..

    Eine Anerkennung seitens der Behörden zur Zulassung als andere geeignete Stelle wird nur auf Widerruf unter strengen Auflagen nach eingehender Prüfung erteilt.

    In Ihrem Beitrag liest sich das aber wie folgt:

    „Dies ist jedoch für Anbieter auf dem so genannten freien Markt nicht verpflichtend. Deren Schulungsmaßnahmen sind völlig frei – mangels qualitativer Vorgaben oder Überprüfungen“, warnt Professor Dr. med. Peter Sefrin, Vorsitzender des DVR-Ausschusses Verkehrsmedizin, Erste Hilfe und Rettungswesen.

    Hierbei kann es sich wohl nicht um staatl. anerkannte Stellen handeln.
    Diese Behauptung verurteilt pauschal alle Privatanbieter und stellt Sie in ein unseriöses Licht.

    Weiter steht in Ihrem Beitrag:

    Das führe dazu, dass beliebige Umsetzungen angeboten werden. „So entstehen erhebliche Verzerrungen und Wettbewerbseinschränkungen – mit der Folge, dass das vorgesehene Ziel, dem Antragsteller durch theoretischen Unterricht und praktische Übungen die Grundzüge der Erstversorgung von Unfallverletzten im Straßenverkehr zu vermitteln, nicht sicher erreicht wird“, so der Mediziner weiter. Die Folge: Mangels Regelvorgaben und sachkundiger Überprüfung ziehe der freie Markt die Kursteilnehmer ab. Vielerorts werden von den Hilfsorganisationen vor Ort keine Kurse mehr angeboten, da diese mangels ausreichender Teilnehmerzahlen nicht mehr kostendeckend durchgeführt werden können. Dem gegenüber stehen Schulungsangebote freier Anbieter, die durch geringeren Zeitaufwand (sechs statt acht Unterrichtseinheiten) und günstigere Teilnehmergebühren von Fahrerlaubniserwerbern bevorzugt werden. „Immer häufiger wird sogar von einem Kursbesuch komplett abgesehen, da ein Selbststudium im Internet und ein halbstündiges Praxistraining angeboten werden“, erläutert Professor Sefrin

    Zum einen wird hier dem Privatmarkt wieder pauschal unlauterer Wettbewerb vorgeworfen, zudem ist die preisliche Gestaltung auf dem Markt frei.
    Insbesondere sind die Hilfsorganisationen für diese Preisspirale im untersten Preissegment mitverantwortlich.

    Bis in die 90ér Jahre war die Breitenausbildung eine klassische Aufgabe der Hilfsorganisationen.
    Zum Teil wurde diese Ausbildung von den Organisationen kostenfrei angeboten und über staatliche Zuwendungen sowie Spenden finanziert.

    Nach Wegfall der staatl. Mittel musste eine Gebühr für diese Kurse erhoben werden, die seitens der Organisationen mit ehrenamtlichen Ausbildern und Spendeneinnahmen kalkuliert wurden.

    Dies führte zu effektiven Kursgebühren im Bundesgebiet von ca. 20,00 – 25,00 € für einen Kurs in Lebensrettenden Sofortmaßnahmen bzw. 30,00 bis 40,00 € für einen klassischen Erste Hilfe Grundkurs.

    Die Erstattung für eine Grundausbildung in Erste Hilfe gem. BGV A1 von den öffentlichen Unfallkassen und Berufsgenossenschaften beträgt lediglich 31,03 € Pauschal, worin alle Aufwendungen zur Seminardurchführung inkl. Handout abgegolten sein müssen.
    Weiter steht in diesen Vereinbarungen der Unfallkassen: Dem Unternehmer dürfen keine weiteren Kosten entstehen.

    Hier wurde also mit einem effektiven Preis von 1,94 je UE kalkuliert.

    Vergleich:
    Berufsbildende Maßnahmen nach AZWV Zertifizierung und Abrechnung über z.B. Bildungsgutschein der Arbeitsagentur liegen im Durchschnitt bei ca. 7,00 € je UE je nach Lehrgangsart und Aufwand.

    Der Privatmarkt hat sich nach der Öffnung an diesen von den Organisationen vorgegeben Preisen orientiert um in den Wettbewerb einsteigen zu können.

    Die Behauptung, der Markt sei durch unlauteren Wettbewerb seitens der Privatanbieter verzerrt, die Hilfsorganisationen könnten dadurch nicht mehr wirtschaftlich arbeiten ist ohne fundierte Recherche dahingestellt.

    Richtig ist wohl:

    Viele Privatanbieter haben gerade bei den öffentlichen Angeboten der Lebensrettenden Sofortmaßnahmen, weitere Zusatzangebote zu den reinen Kursen ins Programm aufgenommen und dadurch die Angebote für den Teilnehmer attraktiver gemacht.
    Dies nennt man Wettbewerbsvorteil.

    Hauptberuflich Beschäftigte finden Sie in diesem Geschäftszweig der Hilfsorganisationen kaum.
    Meist sieht der Stellenschlüssel nur Ehrenamtliche Ausbilder , bzw. Mischstellen ( halb Fahrdienst / halb Ausbildung ) vor.
    Offensichtlich konnten die Hilfsorganisationen mit dem eigens kalkulierten Preis selbst nicht arbeiten und die Ausbildung vielerorts nicht Gewährleisten.

    In vielen Landstrichen finden durch die HIORGS gar keine Kurse statt, bzw. man landet als TN auf Wartelisten.
    Darüber hinaus ist die Ausbildungsqualität eines Ausbilders auf Honorar bzw. Aufwandsentschädigung von 40,00 – 50,00 € für Zweitageslehrgänge vielerorts ebenfalls mangelhaft.

    FAZIT:

    Man sollte bei der Beurteilung von Ausbildungsstellen fair und neutral bleiben, es gibt qualitativ sowohl gute als auch schlechte Kursanbieter im privaten Bereich, aber auch Unterschiede bei den Hilfsorganisationen.
    Eine einheitliche Qualität ist zu begrüßen, es sollte zusätzlich eine DIN ISO 9001 Zertifizierung mit aufgenommen werden..
    ABER:
    Auch die Organisationen müssten staatl. überprüft werden, deren Qualität hinkt auch häufig hinterher!
    Der Name Hilfsorganisation ist nicht gleichbedeutend Qualität.
    Die Preise sollten wie beim Sehtest staatl. festgelegt werden.
    Bsp. LSM Kurs ca. 50,00 € / Erste Hilfe Kurs ca. 100,00 € je TN.

  4. Branko DRK KV LSZ on August 9th, 2011 10:37

    Wenn einer den Führerschein machen will, ist ihm egal ob privat oder Hilfsorganisation. Hauptsache er hat den Schein um die Fahrschule machen zu können.(Nicht alle denken so!!)
    Ob das dann wirklich hilft Opferzahlen zu senken?
    Ich bin eher ein Anhänger der Diskussion um Wiederholungsausbildungen.
    Wenn man etwas öfter gehört hat, bleibt immer was hängen.

  5. Carsten Mögel - perfectio.de on August 10th, 2011 13:38

    Nur kurz:
    Private Anbieter müssen sich mit erheblichem Aufwand nach der FeV zulassen.
    Ob alles im Kurs umgesetzt wird, wie eingereicht, ist ein anderes Blatt.
    Bei Hilfsorganisationen besteht dieses Prozedere nicht… Allerdings können
    diese auf einen grossen Fundus an Ausbildungsmaterialien und Leitfäden
    zugreifen.

    Viele Private haben zusätzlich die Zulassung über die Qualitätsicherungsstelle
    der Berufsgenossenschaften, sonst würden diese nicht über ausreichendes
    Geschäft verfügen. Diese Hürde der Zulassung ist erheblich höher
    angesiedelt, als die der FeV.

    Über die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe, hat man vieles gehört.
    Bitte keine 2. Qualitätssicherungsstelle, wenn doch bei der BG eine wirklich
    Proffesionelle in Arbeit ist (Übrigends müssen sich dort auch alle Gliederungen
    der Hilfsorganisationen zertifizieren lassen und unterstehen den gleichen
    Qualitätsregularien…).

    Fazit:
    Warum so viel Aufwand! Schafft die Überprüfung durch die FeV ab und es langt
    die gültige Zulassung über die BG. Viel Geld und Wirbel erspart!!!

    Schickt jeden Autofahrer verbindlich spätestens alle 2 Jahre in eine 4 UE
    umfassende Auffrischung und schon wissen wieder mehr Menschen in
    Erster Hilfe Bescheid bzw. wir haben wieder die Chance das LSM-Fresh up
    zu reanimieren.

    PS: 50,00 Euro für einen LSM- und 100,00 Euro für einen EH-Kurs würden
    auch mich bzw. meine Bank sehr erfreuen…

  6. P. Andres on August 10th, 2011 15:52

    Meiner Meinung arbeitet hier eindeutig der DVR nur im Intresse der Hilforganisationen. Und Herr Professor Sefrin wir hier vorgeschoben. Ich finde es traurig wie er hier die Privaten nur schlecht darstellt. Ich habe vor 10 Jahren nebenbei ein privates Ausbildungzentrum gegründet. Mir wurden nur Steine in den weg gelegt, seitens der Banken, Kreisverwaltungen, Hilforganisationen u.s.w. Ich musste mich immer wieder durchkämpfen um die Vorschriften zuerfüllen. Ich musste für jeden Ausbilder z.B. 1 Lehrpuppe, 20 Masken, 1 Leitfaden LSM und Erste Hilfe, 2 Decken, Übungsmaterial für jeden Teilnehmer u.s.w. (was nicht billig war und nicht über Spenden finanziert werden konnte). Ich war selbst 20 Jahre ehrenamtlich tätig. Ich bezahle meine Ausbilder sehr gut und bin zusätzlich noch ein guter Steuerzahler mit meiner Firma. Man sollte die Hilfsorganisationen mal fragen wieviel Steuer sie pro Kurs dem Fiskus abdrücken müssen. Da werden Sie sich aber Wundern (weil die sind ja „gemeinnützig“). Da frage ich mich was ist hier bei noch fairer Wettbewerb. Ich würde mich freuen, wenn alle gleichermaßen die Auflagen erfüllen müssten und auch die Gebühren für die Genehmigungen bezahlen. Sowie alle eine Steuer von 7% für Ihre Kurse dem Fiskus abgeben müssten. Hier meine ich die Privaten sowie alle Hilforganisationen. Das wäre für mich ein fairer Wettbewerb.
    PS. Mich würde es freuen, wenn auch mal Doktoren oder Professoren sich die Seite der privaten Anbieter neutral anschauen würden und dann eine faire Meinung verbreiten würden. Danke!

  7. Matthias on August 10th, 2011 15:59

    Sehr geehrter Herr Professor Dr. Sefrin,

    haben Sie diesen Unsinn tatsächlich selber formuliert oder hat Ihnen das jemand in den Gehörgang geflüstert.

    Der gesamte Beitrag ist sachlich falsch.
    Vielleicht sollten Sie sich erst einmal umfassend über die Rechtsgrundlagen informieren, bevor solch ein Unsinn publiziert wird.

    Für alle Anbieter in diesem Bereich gelten die gleichen Rechtsgrundlagen.
    Es ist sogar so, dass die HIOS eine gewisse bevorzugte Stellung haben, da ihre Anerkennung bundesweit gilt. Im Gegensatz hierzu muss sich ein privater Anbieter für jeden kleinen Landkreis eine gesonderte (kostenpflichtige) Genehmigung erkämpfen.
    Und nun raten Sie mal, was man unter Anderem für die Anerkennung braucht-richtig, ein eigenes Kurskonzept, einen Leitfaden-und das über 8 Unterrichtsstunden beim LSM-Lehrgang. Wie überall.

    Wo kommen sie denn her, die ganzen privaten Anbieter?
    Richtig- in der Regel von einer Hilfsorganisation. Und warum sind sie da weg? Denken Sie mal drüber nach.

    Es ist doch eine Aufgabe der HIOS diese Lehrgänge anzubieten, ich kann von daher gar nicht verstehen, dass es Orte gibt an denen das nicht umgesetzt wird. Steht das nicht in Satzungen drin? Ist das nicht auch einer der mildtätigen Zwecke?

    Wenn Ihnen so viel daran liegt den Qualitätsstandard zu erhöhen schlage ich vor, dass Sie private Anbieter mal in die Bageh aufnehmen, damit auch bundesweit auf gleich hohem Standard ausgebildet wird. Das passiert aber nicht…lieber die Tür zuhalten und schimpfen.

    Auch ich bin mit Sicherheit der erste, der für eine Verbesserung der Ausbildungsqualität einsteht-aber für ALLE.

  8. Ricarda on August 10th, 2011 19:06

    Ich denke, dass es natürlich schwarze Schafe auf dem „freien Markt“ gibt, aber sicherlich gibt es auch schlechte Ausbilder bei den HiOrgs!

    Meine HiOrg hat derzeit selber damit zu kämpfen, dassdie Teilnehmer fernbleiben, weil die Fahrschulen oft den Unterricht mit einbauen und den Kurs dann noch gleichzeitig mit einem Sehtest und anderen Dingen im Paket günstiger anbieten.
    Datu werden bei uns auch eher die privaten Anbieter von den Fahrschulen angesprochen, da diese die Kurse Hauptamtlich machen und wir von den HiOrgs das nur ehrenamtlich und in der Freizeit anbieten können.

    Ich bin auch der Meinung, dass regelmäßige Auffrischkurse (z. B. alle 5 Jahre) pflicht werden sollten – wer weiß denn noch nach 5 Jahren, was er im Falle eines Fales zu tun hat?
    Viele machen den LSM-Kurs 1x in ihrem Leben – und das meiste vergessen sie schnell wieder.
    Natürlich hieße eine Pflicht-Auffrischung mehr Kurse und mehr Arbeit für die Anbieter (egal ob HiOrg oder Privat), aber das käme den Menschen bei einem möglichen Unfall zugute, denn vergessens die Leute nicht mehr so schnell und haben keine Angst davor, Hilfe zu leisten oder etwas falsch zu machen.

    Leider ist die Mehrheit der Führerscheinbewerber auf dem Standpunkt, dass der Kurs reine Zeitverschwendung sei und sie das ja eh nie brauchen würden und sie nur aus Zwang zu dem Kurs gehen.
    Wäre der Kurs keine Pflicht, würden die wenigsten hingehen…
    Traurig, dass viele (auch Erwachsene!) der Meinung sind, eine Auffrischung in EH sei unwichtig etc.
    Doch es kann leben retten…
    Und da helfen auch keine Kampagnen mit Michael Schumacher oder anderen Promis, um die Leute umzustimmen und den Kurs interessant zu machen…
    Leider…

  9. D.Tembaak on August 16th, 2011 08:27

    Sehr geehrter Herr Prof. Sefrin,
    ich teile Ihre Forderung nach einer qualitätsgesicherten Erste-Hilfe-Ausbildung.
    Allerdings hier nur private Anbieter für die geringe Hilfeleistungsbereitschaft in der deutschen Bevölkerung heranzuziehen ist zu kurz gedacht und schlichtweg flasch.
    Sowohl bei rivaten Anbietern wie bei den Hilfsorganisationen gibt es gute wie schlechte Ausbilder und Ausbildungen. Trotz entsprechender Lehrunterlagen.
    Als DRK-Lehrbeauftragter mit 20-jähriger Erfahrung und 10-jähriger Erfahrung als privater Anbieter auch der Erste-Hilfe-Ausbilder-Schulung kann ich mir hier eine gesicherte Meinung erlauben.
    Das Problem liegt nicht bei den privaten Anbietern der Erste Hilfe, sondern im organisatorischen Bereich vielmehr bei den staatlichen Stellen für die Zulassung für das KFZ-Wesen. Hier gibt es keine bundeseinheitliche Qualitätssicherungstelle wie bei den Berufsgenossenschaften. Oft fehlt es den Zulassungsbehörden an der notwendigen Kompetenz und einer einheitlichen Linie, wied diese zumindest in NRW der Fall ist.
    Schon lange stelle ich die Fordserung, dass das Zulassungsverfahren nach FeV abgeschafft wird und in die Hände der Qualitätssicherungsstelle der Berufsgenossenschaften gelegt wird, die gute Arbeit leistet nach einheitlichen Standards. Dort werden im übrigen nicht die Hilfsorganisationen bevorzugt wie nach der Fahrerlaubnisverordnung. Nur weil die Bundesorganisationen einheitliche Standards haben, heißt das noch labnge nicht das die untergeordneten Gliederungen und Lehrkräfte sich daran halten.
    Selbst die Lehrunterlagen der Bundesorganisationen weisen im Detail erhebliche Unterschiede auf.
    Sehr geehrter Herr Prof. Sefrin, ich schätze Ihr Engagement für die Erste-Hilfe-Ausbildung, aber Sie sollten nicht auf die privaten Anbieter pauschal einschllgen, wenn es auch bei den Hilfsorganisationen erthebliche Defizite gibt.
    So sind u.a. die privaten Anbieter auf den Markt gekommen , weil die Hilsorganisationen keine flächendecken , ausreichende Angebote gemacht haben. Oder so hat auch das DRK durch die Auflösung des Lehrbeauftragensystems sein Qualitätsmanagementsystem aus der Hand gelegt. Ausdrücklich verwahre ich mich gegen Ihre Pauschalaussagen. Durch die Tätigkeit als private Ausbilderschulungseinrichtung lerne ich Teilnehmer aus den unterschiedlichen Organisationen und privaten Anbietern kennen. Die Teilnehmer der Hilsorganisationen glänzen dabei nicht immer durch ihre Fachkompetenz. Natürlich gibt es auch private Anbieter , die wenig Wert auf fachliche Kompentenz legen. Diese sind aber in der „Szene“ hinreichend bekannt, nur unternehmen die Behörden kaum etwas dagegen.

  10. locco on August 23rd, 2011 14:54

    Typisch Deutschland! Hier wird mal wieder alles komplizierter gemacht als es nötig wäre.

    Die Diskussion um Qualitätsstandarts ist jedoch absolut nicht unberechtigt. Ich habe seit 1998 ca. alle zwei Jahre einen EH-Kurs absolviert. Dabei waren gute und schlechte Kurse dabei. Teils von Möchtegern-Ausbildern, die über eine Ausbildung als RS oder RA verfügten, jedoch keinerlei didaktische Schulung hatten geschweige über ein didaktisches Talent verfügten.

    Ich finde jedoch, das Ausbildungsstandarts immer gut sind.

    Meine Forderung:
    – geschultes Personal, geprüft von Leuten, die sich wirklich damit auskennen und nicht irgendwelche Multiplikatoren der Hios
    – EINE Institution, die für die Durchsetzung der Standarts sorgt
    – Vernünftige Kostendeckung durch eine bundesweit Einheitliche Gebührenordnung und Preisbindung
    – Praxisgerechte Ausbildung!
    – Nutzung aller notwendigen Medien

    Aber es stimmt schon, dass die Standarts sehr stark differieren. Und das sogar innerhalb eines Verbandes.

  11. Joél on Dezember 18th, 2011 07:00

    Kurz und knapp,

    – die Vorwürfe sind unhaltbar und dem Text entnimmt man Fehlinformationen, denn es sind bundeseinheitlich 8 Unterrichtseinheiten. Das die HiOrgs in der Regel 8 anstatt 6 Zeitstunden zzgl. Pausen planen, ist ja nun nicht unser Problem, als privater Anbieter.

    – Die Qualifikation, was uns betrifft, ist bei den HiOrgs am ehesten ungenügend, da hier „Ausbilder“ qualifizieren, die teilw. noch nie einen RTW von innen gesehen haben bzw. keine „Routine“ in der Notfallversorgung haben.

    – ja nach Anbieter trifft es in jedem Fall für uns zu, dass wir die höchsten Honorare zahlen, für eben höher qualifiziertes Personal.

    – Die Ausbildungsinhalte sind bereits standardisiert und bundeseinheitlich bezüglich der „Basisinhalte“.

    – Die Preise werden seit Jahren von den Hilfsorganisationen kaputt gemacht, in vielen Ländern sind es Seminare in der Erwachsenenbildung die entsprechend kosten, so würde ich auch 50,00 € für einen SMU Kurs angemessen finden.

    – Ich bin zufrieden mit zwei Ansprechpartnern BG/FeV. finde aber es sollte eine Mindestqualifikation bestimmt werden. Rettungshelfer zum Beispiel.

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