Drogenintoxikation: Was Retter wissen müssen


Drogenintoxikation_580Bremen (rd_de) – Legal Highs, Crystal Meth & Co. sind heute keine Seltenheit mehr, wenn der Rettungsdienst wegen einer Drogenintoxikation auf den Plan tritt. Auf was müssen sich die Helfer in diesen Einsätzen einstellen? Und was ist von der Idee zu halten, Naloxon bereits durch Ersthelfer verabreichen zu lassen?

Legal Highs liegen im Trend

Räucher- oder Kräutermischungen sind ein aktueller Trend in der Szene. Diese so genannten Legal Highs sind oft unkompliziert über das Internet zu beschaffen. Aufgrund der meist unbekannten Zusammensetzung unterliegen sie teilweise keiner Regulation.

Die durch den Legal Highs-Konsum erwünschte Wirkung tritt nach wenigen Minuten auf: Gleichgültigkeit und Schläfrigkeit. Typische Nebenwirkungen, die oftmals dazu führen, dass der Rettungsdienst mit dem Hinweis auf eine Drogenintoxikation alarmiert wird, sind:

•    Übelkeit,
•    Erbrechen,
•    Hitze- und Kältegefühl,
•    Angstzustände,
•    Herzrasen,
•    Panikattacken und
•    Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit.

Crystal Meth führt zu schneller Abhängigkeit

Bei Crystal Meth (Methamphetamin) handelt es sich hingegen um ein starkes Psychostimulans. Es kann geraucht, gespritzt und geschluckt werden. Die Wirkung von Crystal Meth ist abhängig von Dosis, Wirkstoffgehalt, der individuellen Gewöhnung, der Verabreichungsform sowie der körperlichen und psychischen Verfassung. Kurzfristige Nebenwirkungen sind:

•    Tachykardien,
•    Schweißausbrüche,
•    Zittern,
•    Muskelkrämpfe,
•    Mundtrockenheit,
•    Appetitlosigkeit und
•    Halluzinationen.

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Erste Hilfe durch Naloxon?

Besteht der Verdacht einer Drogenintoxikation aufgrund von Opiat-Konsum, wird im Rettungsdienst standardmäßig Naloxon appliziert. Der Verein „Integrative Drogenhilfe“ in Frankfurt am Main regt an, dass bereits Ersthelfer befähigt und berechtigt werden sollten, im Falle einer Überdosierung von Opiaten Naloxon zu verabreichen. In einigen EU-Ländern sowie in den USA scheint man mit diesem Vorgehen im Falle einer Drogenintoxikation bereits gute Erfahrungen gemacht zu haben. In Deutschland ist der Vorschlag nicht unumstritten.

Alles, was Sie über Legal Highs, Crystal Meth & Co. wissen müssen, finden Sie in unserem eDossier „Drogenintoxikation und Sucht“ (PDF-Datei), das Sie hier herunterladen können!

(Text: Lars Schmitz-Eggen, Chefredakteur www.rettungsdienst.de; Symbolfoto: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 07.07.2017) [1352]

Drogenintoxikation und Sucht_100eDossier „Drogenintoxikation und Sucht“:
•    Umfang: 22 Seiten
•    Dateigröße: ca. 2,8 MB/PDF-Format
•    Beiträge aus: Rettungs-Magazin 1/2013, 1/2015, 4/2015 und 1/2016

3 Responses to “Drogenintoxikation: Was Retter wissen müssen”

  1. MS on April 18th, 2016 20:17

    Welche europäischen Länder haben gute Erfahrung mit Laien die Naloxon geben?

  2. Lars Schmitz-Eggen on April 21st, 2016 16:33
  3. Jürgen Barisch on Januar 9th, 2017 01:10

    Was darf der zukünftige Notfallsanitäter? Genau, was er gelernt hat und was der ärztliche Leiter freigibt. Der Profi muss unter einem solchen Regime arbeiten, während irgendein Ersthelfer ein Medikament verabreichen soll? Wie soll das appliziert werden? Woher kommt das Medikament? Wer haftet wenn irgendetwas nicht so läuft wie gedacht? Ich habe erlebt wie ein hochmotivierter Ersthelfer eine Herzdruckmasage an einer weinenenden Frau durchgeführt hat. Der Mann musste, blind vor Motivation, mit körperlichen Nachdruck davon abgehalten werden weiter zu machen. Nein, ich halte das für einen absoluten Irrweg. Weniger ist mehr!

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