DRK-Rettungsdienstsymposium Hohenroda


Hohenroda (rd.de) – Unter dem Motto: „Alles Bestens? Aufgaben des Rettungsdienstes in der Zukunft“ veranstaltete das DRK sein diesjähriges Rettungsdienstsymposium vom 13. – 14. November 2008 in Hohenroda.

Ganz offensichtlich geht es auch am DRK nicht spurlos vorbei, dass immer mehr Rettungsassistenten nicht mehr adäquat für ihre Arbeit bezahlt werden können. Mit diesem Thema wendete sich, nach Beobachtungen der Osthessen-News, die Rotkreuz-Präsidentin Hannelore Rönsch in ihrer Eröffnungsrede an die rund 500 Deligierten.

„Der Rettungsdienst genießt national wie international hohes Ansehen. In Hessen können sich die Bürgerinnen und Bürger auf eine schnelle Versorgung im Notfall verlassen“, sagte Gerd Krämer, Staatssekretär im Hessischen Sozialministerium. Bei der Veranstaltung wird das kürzlich fertig gestellte Gutachten der Hessen-Agentur „Medizinische und volkswirtschaftliche Effizienz und Effektivität des Rettungsdiensts“ vorgestellt. Es belegt, dass durch das schnelle Eingreifen des Rettungsdienstes in Hessen viele Patienten vor bleibenden Schäden bewahrt werden sowie der Gesundungsprozess beschleunigt wird.

Eine Herausforderung für den Rettungsdienst stellen bundesweit die sich verändernden Sozialstrukturen und die demographische Entwicklung dar. Dies gilt auch in Hessen für die notfallmedizinische Versorgung der Bevölkerung besonders in dünnbesiedelten Regionen.

Die Entstaatlichung der Daseinsvorsorge berge eine Gefahr für das gewachsene System, weil der Einfluss der öffentlichen Hand zurückgedrängt wird. Sollte die Bundesrepublik im Verfahren bezüglich der Vergabepraxis vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) verurteilt werden, so wird dies auf die Rettungsdienste in allen Bundesländern große Auswirkungen haben, glaubt man im Hessischen Sozialministerium und meint damit vor allem die Pflicht zur europaweiten Ausschreibung von rettungsdienstlichen Leistungen. „In diesem Fall müssen EU-konforme Auswahlverfahren entwickelt werden. Dabei ist insbesondere darauf zu achten, dass die Hilfsorganisationen mit ihren vielen ehrenamtlichen Kräften dem Rettungsdienst weiterhin erhalten bleiben“, sagte Staatssekretär Krämer.

Krämer forderte vom Bund zudem die Neuordnung der Rettungsassistenten-Ausbildung, also eine Novellierung des Rettungsassistentengesetzes (RettAssG). Während fast alle Berufe heute eine dreijährige Ausbildung erfordern, genügen derzeit für die Anerkennung als Rettungsassistent zwei Jahre. „Eine Anpassung der Ausbildung an die täglichen Aufgaben ist dringend erforderlich, da die Rettungsassistenten häufig mit medizinischen Notfällen konfrontiert werden. Die Novellierung sollte daher noch in dieser Legislaturperiode des Bundestages erfolgen.“

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