DRK Mittelhessen fördert Gesundheit der Mitarbeiter


Marburg (DRK) – Die Arbeit im Einsatzdienst ist nicht gesund. Bewegungsarme Bereitschaftszeiten auf den Rettungswachen, langjähriger Schichtdienst und hohe Belastungen im Einsatzdienst erhöhen die gesundheitlichen Risiken für jeden Einzelnen. Der DRK Rettungsdienst Mittelhessen stärkt seine Mitarbeiter mit einem Projekt zur Gesundheitsförderung.

Insbesondere die Verlegung der Verrentungsgrenze auf 67 Jahre stellt die Branche vor große Herausforderungen. Während Feuerwehrmänner und Polizisten den Ruhestand mit 60 Jahren erreichen, soll der Rettungsassistent noch mit 66 Jahren in den enorm fordernden Situationen der Notfallrettung volle Leistung bringen.

Bereits heute ist erreichen nur wenige Kollegen das Ruhestandsalter ohne gesundheitliche Einschränkungen. Erkrankungen des Muskel- und Skelettapparates und Herz-Kreislauf-Erkrankungen resultieren aus den konkreten Arbeitsbedingungen. Schichtdienst über lange Jahre, enorme körperliche Belastungen beim Bewegen der teilweise massiv übergewichtigen Patienten und die Kreislaufbelastung beim Sprint in den fünften Stock zum Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand kommen zusammen mit den psychischen Belastungen der Einsätze.

Ausgehend von diesen betrieblichen Realitäten hat der DRK Rettungsdienst Mittelhessen zu Beginn des Jahres 2009 ein Projekt zur Gesundheitsförderung gestartet, das mittlerweile stabil läuft. Das Ziel: Mit betrieblicher Unterstützung sollen sich die Mitarbeiter eine gesundheitsfördernde Lebensweise aneignen. Dafür stellt der Betrieb Angebote und finanzielle Mittel zur Verfügung. Die Mitarbeiter müssen selbst aktiv werden, um die konkreten Möglichkeiten für sich zu nutzen. Die Teilnahme an allen angebotenen Maßnahmen ist freiwillig.

Als Projektpartner konnte das Marburger Institut für Sportwissenschaft und Motologie gewonnen werden. Aufgabe des Instituts war es, ein Konzept für die Etablierung gesundheitsfördernder Maßnahmen im Betrieb zu entwickeln und die wissenschaftliche Begleitung des Projekts sicherzustellen.

In der ersten Phase des Projekts wurde eine Betriebs- und Bedarfsanalyse durchgeführt. Alle Arbeitsplätze des Unternehmens wurden analysiert, zudem wurde eine umfangreiche Befragung zu Anforderungen am Arbeitsplatz, körperlichen Beschwerden und sportlichen Präferenzen durchgeführt. Ergänzt wurden diese Erhebungen durch Fitnesschecks, die im Sportmedizinischen Institut Marburg stattfanden. Hier wurden verschiedene Tests zu Kraft, Fitness und Herz-Kreislaufsystem durchgeführt. Insgesamt nahmen an Befragung und Fitnesscheck 149 Mitarbeiter/innen teil.

Zur Zeit befindet sich das Projekt in Phase zwei. Hier geht es um die Bereitstellung und Durchführung von Bewegungsangeboten. Um den Mitarbeitern/innen ein möglichst breit gefächertes Bewegungs- bzw. Sportangebot bieten zu können, wurde in Kooperation mit den Hochschulsporteinrichtungen Marburg und Gießen ermöglicht, dass das das gesamte Hochschulsportprogramm genutzt werden kann. Weiterhin wurden in Zusammenarbeit betriebsinterne Kurse – z.B. ein Kletterkurs – angeboten. Auch an externen Veranstaltungen wie dem JP Morgan-Lauf in Frankfurt haben einige Mitarbeiter/innen teilgenommen.

Das komplette Sportprogramm wurde und wird betrieblich gefördert und ist somit Betriebssport. Eine Erweiterung des Sport- und Fitnessangebots ist in Planung. Ende des Sommers sollen z.B. vielfältige Bewegungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz etabliert werden.

In Phase drei des Projekts werden im Frühjahr 2010 die Erhebungen wiederholt, und bewertet, um zu überprüfen, wie wirksam die Maßnahmen waren. Auf Basis des daraus resultierenden Ergebnisberichts soll in einer vierten Phase die dauerhafte Implementierung in den Betrieb erfolgen.

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