DRF-Jahrestagung zwischen PEERs und PaSIS


DRF)In Würzburg trafen sich gestern leitende Notärzte und Rettungsassistenten der Luftrettungsallianz TEAM DRF. Das vielfältige Themenangebot zwischen Telemedizin, PEERs und PaSIS kam bei den 105 Vertretern des Team DRF, der ADAC-Luftrettung und den Gästen der Bundespolizei bestens an.

Informieren konnten sich die Teilnehmer unter anderem über die zeitgemäße Behandlung von Schlaganfällen und den Einsatz der Telemedizin. Hier ging es unter anderem um die Fragestellung, wie sich überregionale Netzwerkstrukturen schaffen lassen, in denen die Luftrettung einbezogen werden kann.

PEERs

Vorgestellt wurde in Würzburg das neue DRF-Projekt zur Krisenintervention und Stressbewältigung. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Institut für Psychotraumatologie bildet die DRF derzeit Mitarbeiter an den Luftrettungszentren zu so genannten „PEERs“ weiter.

„PEERs“ sind erfahrene Einsatzkräfte, die ihre Kollegen unterstützen sollen, belastende Erlebnisse aus dem Einsatzgeschehen zu verarbeiten. Ein PEER ist dabei in ein Gesamtkonzept zur Stressbearbeitung nach belastenden Einsatzereignissen integriert. Seine wesentlichen Instrumente bestehen aus Einzelgesprächen und dem Debriefing, wobei ein PEER in der strukturierten Gesprächssituation zwischen den Einsatzkräften und der psychosozialen Fachkraft das Bindeglied darstellt. Außerdem übernehmen PEERs in der Informationsphase die Vermittlung von Stressbearbeitungstechniken. Der PEER erkennt durch seine Ausbildung aber auch die Grenzen seiner Hilfsmöglichkeiten und vermittelt weitergehende Hilfe. Die PEER-Ausbildung beim Team DRF umfasst 35 Stunden. Die ersten DRF-PEERs werden im Juni ihre Arbeit an den Luftrettungszentren aufnehmen können.

Wer Informationen zur Stressbewältigung sucht, oder sich für eine Ausbildung zu PEER interessiert, kann sich auf der Homepage (http://www.sbe-ev.de/) der Bundesvereinigung Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen e.V. informieren.

Incident Reporting

Von organisationsübergreifendem Interesse sollten auch die Anstrengungen bei der Qialitätssicherung der Deutschen Rettungsflugwacht sein. So hat das Team DRF ein Incident Reporting Systems (PaSIS) flächendeckend eingeführt.

Ein solches Incident Reporting System ermöglicht allen Mitarbeitern anonyme Meldungen über Fehler und Zwischenfälle die zu einen Unfall oder einer Verschlechterung des Patientenzustandes geführt haben, oder hätten führen können. Durch die Anonymität der Meldungen, vermeidet der Meldende negative Konsequenzen, andererseits kann das ganze Einsatzteam aus Fehlern Einzelner lernen. Die eingehende Meldungen werden analysiert und bewertet, um sich über geeignete Maßnahmen abzustimmen; zum Beispiel die Aufnahme eines neuen Fortbildungsthemas.

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