Dr. Reinhard Malzer verstorben


Wien (rd.de) – Der vor allem in Österreich bekannte Notfallmediziner Dr. Reinhard Malzer (55) ist tot. Er starb am Samstag (13.04.2013) während einer Skitour in Osttirol. Dr. Malzer gilt als Pionier des Rettungswesens in Österreich. Neben seinen Verdiensten um die Notfallmedizin war er maßgeblich an der Entwicklung und Einführung von PHTLS und AMLS in Österreich beteiligt. Zuletzt war er Medical Director von AMLS Österreich.

Dr. Reinhard Malzer schloss im Jahr 1983 das Medizinstudium ab. Er war bei der Wiener Berufsrettung beschäftigt und seit 1989 als Flugretter mit dem Notarzthubschrauber „Christophorus 9“ im Einsatz. Er baute das Notarztsystem der Wiener Rettung entscheidend mit auf und schuf wesentliche Grundlagen für den Rettungsdienst. So war er einer der ersten, der eine flächendeckende Installation von automatischen Defibrillatoren forderte. 2011 wechselte er in das Innenministerium, wo er stellvertretender Leiter des Chefärztlichen Dienstes war.

Freunde, Bekannte und Kollegen schätzten seine menschlichen und fachlichen Kompetenzen. Bei Rettungsfachkräften war Dr. Reinhard Malzer besonders beliebt, weil er mit ihnen stets kollegial und unvoreingenommen verkehrte.

Dr. Malzer kam in der Folge eines Lawinenabgangs im Bereich des Hochschobers ums Leben. Er war ein begeisterter Bergsteiger. Sein großes Ziel war es, den Mont Blanc zu besteigen.

Mit zwei befreundeten Alpinisten hatte Dr. Malzer am vergangenen Samstag eine Skitour auf den Hochschober unternommen. Gegen Mittag erreichten sie auf 3100 Meter Höhe ein Skidepot. Während seine Freunde Richtung Gipfel stiegen, blieb Dr. Malzer beim Depot zurück. Als die Alpinisten vom Gipfel zurückkehrten, war Dr. Malzer verschwunden. An der Stelle befand sich eine Lawinenabrisskante. Die Männer setzten einen Notruf ab und suchten nach dem Vermissten. Am Ende des Lawinenkegels sahen sie eine Hand aus dem Schnee ragen. Die Alpinisten gruben den Verschütteten aus und leisteten Erste Hilfe. Der Verunglückte wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus Lienz geflogen, wo er nach am selben Tag starb.

(Foto: amls.at)

6 Responses to “Dr. Reinhard Malzer verstorben”

  1. Wolfgang Stiegler via Facebook on April 16th, 2013 10:26

    Herzliches Beileid den KOllegen und Angehörigen.

  2. Jürgen Meckel via Facebook on April 16th, 2013 11:28

    Meinen Beileid an die Angehörigen, Freunde, Familie und Kollegen aus Oranienburg bei Berlin

  3. Peter Dröbicke via Facebook on April 16th, 2013 13:37

    Meine Gedanken sind bei seinen Kollegen und seinen Angehörigen. Ein begnadeter Mediziner ist nicht mehr unter uns. Möge er in Frieden ruhen. Die guten Menschen gehen immer zu früh.

  4. Andrea Kalauner on April 16th, 2013 21:19

    Soviele Worte und Freundschaftsbekundungen und Drücken sind jetzt nicht mehr möglich. Aber ein so liebenswürdiger Mensch, wie Reinhard einer war, wird uns vom Himmel her begleiten.
    Wir werden ihn sehr vermissen und unser tiefes Mitgefühl, vorallem an seine Familie, der all seine Liebe galt und an alle Freunde und Kollegen.
    Ruhe in Frieden, lieber Reinhard. DU FEHLST!!!!!!!

  5. Franz Hoheneder on April 16th, 2013 21:22

    Habe Dr.Malzer erst 2009 erstmalig kennengelernt und einige Male mit ihm zusammenarbeiten dürfen bevor er 2011 dann mein Chefstellvertreter wurde. Jedesmal verstreute er eine menschliche Wärme und angenehmes Arbeitsklima vor allem oft in nicht gerade angenehmen Amtshandlungen, die mir Kraft für s Weiterarbeiten in manch verzweifelter Ohnmacht gaben. Danke Dir dafür und danke vor allem für Dein Dasein und Dein Wirken als Mensch , Arzt, Notarzt, Chefarztzstellvertreter im Ministerium u.v.m. Du wirst in unserem Herzen weitleben!
    Mein aufrichtiges Beileid gilt all Deinen Freunden, Verwandten,Angehörigen und allen, die Dich geliebt haben
    Franz

  6. Copp, Christoph on Mai 15th, 2013 17:57

    Meinen Beileid an die Angehörigen, Freunde, Familie (Etc.).
    Sie fehlen uns, der Medizin und vor allem denjenigen, den Sie
    direkt oder indirekt das Leben gerettet haben.
    „Hic mors gaudet succurrere vitae et medecine“
    RIP.
    Christoph Copp

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