DLRG muss sich gegen Vorwürfe wehren


Rettungsring145Großensee (rd.de) – Bei einem Badeunfall am Freitagabend kam ein 68jähriger Mann in Großensee ums Leben. Jugendliche Ersthelfer haben anschließend schwere Vorwürfe gegen die vor Ort tätigen Rettungsschwimmer der DLRG Stormarn erhoben. Einem Fernsehteam gegenüber sagten die Ersthelfer, es sei einiges an Überredung nötig gewesen, die Retter nach Feierabend im Badrestaurant nochmals zur Arbeit zu motivieren. Das DLRG weist die Vorwürfe als haltlos zurück.

Der Großensee zwischen Hamburg und Lübeck mit seinem Seefreibad ist in diesen Tagen gut besucht. So auch am Freitag. Die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer der DLRG versehen dort regulär Dienst zwischen 9.30 und 18.30 Uhr. Am Freitag wurde aufgrund des regen Badebetriebes die Wachzeit noch bis 19.00 Uhr ausgeweitet. Den langen Dienst wollten die DLRGler schließlich im Badrestaurant ausklingen lassen.

Gegen 19.15 Uhr sahen zwei Jugendliche einen älteren Mann, der immer wieder mit dem Kopf unter Wasser tauchte. Einer der beiden sprang ins Wasser und wollte dem Mann zu Hilfe kommen, merkte jedoch schnell, dass er sich zu viel vorgenommen hatte. An der Kasse des Freibades wurden die Ersthelfer auf die DLRG-Schwimmer im Restaurant aufmerksam gemacht.

Doch die Retter, so der Vorwurf, ließen sich bitten. Gemächlich sollen sie sich schließlich auf dem Weg in die Rettungsstation gemacht haben. Als sie endlich bei der untergegangenen Person eintrafen, sollen sich die Retter im Wesentlichen darauf beschränkt haben, Verstärkung zu rufen. Auf Nachfrage wurden Gründe des Eigenschutzes geltend gemacht.

Tatsächlich, so die DLRG Schleswig-Holstein in einer Stellungnahme, schwamm der verunglückte Mann in einem zu keiner Zeit bewachten Seeabschnitt, in dem viele Wasserpflanzen wuchern.

Ein Rettungstaucher der Hamburger Berufsfeuerwehr wurde per Hubschrauber eingeflogen sowie ein Rettungswagen und Notarzt angefordert. Es gelang schließlich, den Mann an Land zu bringen. Die Reanimationsversuche verliefen jedoch erfolglos.

Das Nachrichtenvideo auf Web.de sorgte für einigen Wirbel. Waren die Rettungsschwimmer unwillig?

Das Nachrichtenvideo auf Web.de sorgte für einigen Wirbel.

Das TV-Team vor Ort zeigte  Bilder der Reanimationsmaßnahmen und lässt die beiden jungen Ersthelfer zu Wort kommen. Der Nachrichtenclip wurde unter anderem bei Web.de veröffentlicht und ließ Zweifel an der Arbeitsmotivation der DLRG-Rettungsschwimmer aufkommen.

Die DLRG nimmt nun seine Rettungsschwimmer vor den erhobenen Vorwürfen in Schutz: „Unsere ehrenamtlichen DLRG-Kräfte haben entsprechend ihrer qualifizierten Ausbildung umgehend gehandelt, um das Leben des Mannes zu retten. Bei dem Tod des 68-Jährigen handelt es sich um einen bedauerlichen Unfall, der trotz des sofortigen Einsatzes der DLRG und der weiteren eingesetzten Rettungskräfte nicht verhindert werden konnte“, sagte Hans-Hubert Hatje, Vizepräsident der DLRG und Präsident des DLRG-Landesverbandes Schleswig-Holstein.

In der Lokalpresse heißt es, die Staatsanwaltschaft in Lübeck habe derzeit keine Anhaltspunkte, die auf eine Straftat hindeuten. Weiterhin entlastet die Aussage eines Restaurantmitarbeiters die Rettungsschwimmer, der gesehen haben will, dass die DLRG-Mitarbeiter sofort losgelaufen sind.

3 Responses to “DLRG muss sich gegen Vorwürfe wehren”

  1. RescueDevil1981 on August 4th, 2010 21:25

    Also ich habe den Bericht spannend mir angeschaut und ich war echt sauer das sich sowas Rettungsschwimmer nennen darf. Man sollte sie wegen unterlassener Hilfeleistung mit Todesfolge verklagen. Die DLRG hat echt einen Schlechten ruf im Osten Brandenburgs, Die sollte lieber qualifiziert Ausbilden dann würde sowas nicht passieren

  2. Status3 on August 5th, 2010 14:51

    @RescueDevil: Hast du andere Informationsquelle als die bereits genannten oder warst du vielleicht sogar selbst vor Ort? Die Aussage widersprechen sich schließlich und ich persönlichv ermag nicht zu beurteilen, welche richtig und welche falsch sind.

  3. reddingsmeister on August 8th, 2010 00:01

    Was bitte ist denn das für eine schlechte Berichterstattung. Abgesehen davon, dass es nicht Helfer des DLRG, sondern der DLRG waren, sollten solch schlecht recherchierte Videos nicht an Öffentlichkeit gebracht werden. Völlig klar, dass sich die DLRG-Helfer nicht äußern. Wie auch in jeder Behörde wird das Statement von Pressesprechern übernommen, um die Helfer vor unbegründeten Beschuldigungen zu schützen. Sicher muss das Geschehene untersucht werden und ob gegen den § 323 StGB verstoßen wurde.

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