Die Rückkehr der Sirenen


(Foto: Pressestelle der Stadt Erlangen)Bremen (rd.de) – Trotz vieler neuer Ansätze und Ideen, wie die Bevölkerung vor Gefahren gewarnt werden könnte – ein schlüssiges Konzept fehlt bislang. Angesichts einer steigenden Gefahr durch Naturkatastrophen und möglicher Terrorangriffe scheinen nun die Sirenen zurückzukehren.

Die Naturkatastrophe in Japan hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, die Bevölkerung bei einem großen Unglücksfall oder einer Katastrophe schnell zu warnen bzw. zu informieren. Viele Sirenen wurde Anfang der 1990er Jahre im Zeichen der Beendigung des Kalten Krieges abgebaut oder stillgelegt. Verbliebene Anlagen haben zum Teil 50 Jahre „auf dem Buckel“ und sind sehr wartungsintensiv.

In Ermangelung geeigneter Alternativen scheint deshalb die Sirene offenbar zurückzukehren. Erst kürzlich hat die Stadt Erlangen ihr Sirenenwarnsystem modernisiert und ergänzt. Um die rund 150.000 Menschen, die sich tagsüber in der Stadt aufhalten, zu erreichen, hat der Katastrophenschutz bereits im Jahr 2005 ein Konzept entwickelt, das neben zahlreichen festinstallierten Sirenen auch den Einsatz von Lautsprecherfahrzeugen vorsieht. Mit dem Anschluss der 27. Sirenenanlage auf dem Dach der Heinrich-Kirchner-Schule wurde das Projekt im Mai dieses Jahres abgeschlossen. Damit ist Erlangen eine der wenigen Städte in Bayern, die ein so umfangreiches System zur Warnung der Bevölkerung unterhält.

Insgesamt hat die vom städtischen Amt für Gebäudemanagement geplante Installation rund 150.000 Euro gekostet. Vom Freistaat Bayern gab es hierfür einen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro.

Zusätzlich zu den festinstallierten Sirenen verfügt der Erlanger Katastrophenschutz auch über sechs mobile Lautsprecher (Mobela), die im Bedarfsfall auf Feuerwehrfahrzeugen montiert werden können. Mit ihnen sind standortunabhängig Durchsagen möglich. So kann zum Beispiel bei starker Rauchentwicklung der Hinweis gegeben werden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die „Mobela“ sind bei den freiwilligen Feuerwehren stationiert.

Eine Reaktivierung und Neuinstallation von Sirenenanlagen gibt es auch in Nordrhein-Westfalen. In Solingen werden derzeit sechs neuen Anlagen aufgebaut. Sie schlagen mit 122.000 Euro zu Buche. Fie die Kosten muss die Stadt Solingen alleine aufkommen. Auch in Wuppertal wurden Anlagen nachgerüstet. Hier erfolgt die Alarmierung der Sirenen über die örtliche Feuer- und Rettungsleitstelle.

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