DGU: Schwerverletzte werden in Deutschland am besten versorgt


Berlin (DGU) – Deutschland ist bei der Versorgung von Schwerverletzten weltweit führend. Dieser Ansicht ist die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), wie sie im Vorfeld des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin wissen ließ. Zurückzuführen sei die Spitzenstellung nicht zuletzt auf die Einführung des Trauma-Netzwerks und des Trauma-Registers mit über 100.000 Patientenfällen.

In den vergangenen Jahren hatte die DGU mit offenbar großem Erfolg das Trauma-Netzwerk und das Trauma-Register ins Leben gerufen. Mittlerweile stoße das Konzept auch bei ausländischen Kliniken zunehmend auf Interesse. Ende 2013 werde mit den Daten erstmals eine repräsentative Darstellung der Schwerverletztenversorgung in Deutschland möglich sein.
 
In den 1990er Jahren sei etwa jeder vierte Schwerverletzte in der Klinik an den Folgen seiner Verletzungen gestorben. „Heute überleben neun von zehn dieser Patienten“, erläutert der DGU-Präsident, Professor Dr. Reinhard Hoffmann.

Behandlungsqualität sichern und standardisieren
 
Das Trauma-Register ist nach eigenen Angaben das weltweit umfangreichste Register seiner Art. Es wurde vor 20 Jahren mit dem Ziel gegründet, die Behandlungsqualität von Schwerverletzten flächendeckend zu sichern und zu standardisieren. Im Register werden wesentliche Informationen zur Versorgung von Schwerverletzten aller teilnehmenden, darauf spezialisierten Kliniken erfasst und können individuell ausgewertet werden. Derzeit sind 905 Kliniken im Trauma-Netzwerk angemeldet.
 
Auch auf größere Ereignisse mit 500 Verletzten sind diese Traumazentren gut vorbereitet. Dies habe sich bei schweren Eisenbahn- oder Busunglücken in den letzten Jahren oder dem Love-Parade-Unglück in Duisburg gezeigt. Rettungsleitstellen, Rettungsdienste und Kliniken arbeiteten stark vernetzt. Die flächendeckende Luftrettung in Deutschland mit Rettungshubschraubern sei zudem weltweit beispielhaft. Auch die Telemedizin werde zunehmend eingesetzt, um Kapazitäten abzugleichen oder Befunde zu übermitteln, so die DGU.

„Rettungsdienste, Kliniken, Rehabilitationseinrichtungen und niedergelassene Ärzte kooperieren in diesem Netzwerk eng abgestimmt miteinander und können Patienten schnell und effizient versorgen“, erklärt Professor Dr. Hoffmann. Dennoch sei ein weiterer Ausbau, insbesondere mit Kliniken im Ausland, notwendig.

(Symbolfoto: Polizei)

2 Responses to “DGU: Schwerverletzte werden in Deutschland am besten versorgt”

  1. Bastian on Oktober 7th, 2013 17:39

    Das war klar, dass das eine deutsche Ärztegesellschaft sagt. Wenn das mal eine amerikanische, kanadische, niederländische oder schweizerische Gesellschaft sagen würde, wäre es gut. Aber die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgen beweihräuchert sich gerne selbst. Denn was wäre denn der Umkehrschluss, wenn eine Ärztegesellschaft mit dem System was wir derzeit noch in Deutschland fahren nicht zu frieden wären? Ich sage doch auch nicht in der Öffentlichkeit, dass Andere meinen Jop besser machen.

  2. Roy Ottens on Oktober 16th, 2013 17:48

    In welchem Land lebt der Präsident der DGU denn. Ich habe in den 30 Jahren meiner klinischen und präklinischen Tätigkeit in den Bereichen Rettungsdienst, Anästhesie- und Intensivpflege nicht ein deutsches Krankenhaus gesehen, welches einen Massenanfall von 100 Patienten, geschweige denn 500 Patienten, hätte bewältigen können. Die Einschätzung des Prof. Dr. R. Hoffmann sehe ich in meinem beruflichen Alltag nicht bestätigt.

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