DGU: Klinik und Präklinik besser vernetzen


Berlin (DGU) – Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) gibt die zweite Auflage des Weißbuches Schwerverletztenversorgung heraus. Die Empfehlungen des 2006 erstmals erschienenen Weißbuches zur Versorgung Schwerverletzter wurden aktualisiert. Ein Kapitel behandelt explizit die Vernetzung zwischen präklinischer und klinischer Behandlung.

Nur eine intensive Zusammenarbeit der Traumazentren mit dem Rettungsdienst innerhalb eines TraumaNetzwerks kann sicherstellen, dass der Patient nach zielgerichteten Maßnahmen am Unfallort in die geeignete Klinik gebracht wird und dort ein reibungsloser Ablauf der Übergabe erfolgt.

Der Gefährdungsgrad eines verletzten Patienten und damit die Indikation zur Versorgung im Schockraum eines Traumazentrums muss im Rahmen der präklinischen Behandlungsphase vom Notarzt festgelegt werden. Das Rettungsdienstpersonal sollte im Rahmen der Erstversorgung die Vitalparameter, die offensichtlichen Verletzungen und gegebenenfalls den Unfallmechanismus zur Indikationsstellung für die Behandlung in einem Traumazentrum erfassen.

Häufig sind die Kriterien am Unfallort nicht eindeutig zu erfassen, weswegen empfohlen wird, im Zweifel lieber eine höhere Verletzungsschwere anzunehmen und somit die Indikation zur Schockraumversorgung gestellt wird. Die Kombination aus akutem Ereignis einer Grunderkrankung und einem Trauma kann eine Schockraumversorgung rechtfertigen (zum Beispiel Sturz nach Schlaganfall oder Myokardinfarkt).

Der Übergabe des Verletzten mit Dokumentation der präklinischen Behandlung wird im Weißbuch eine zentrale Bedeutung beigemessen. Die Übergabe des Schwerverletzten erfolgt durch den behandelnden Notarzt an den verantwortlichen Traumaleader im Beisein des Schockraumteams.

Empfohlen wird die Dokumentation der Befunde und Maßnahmen in der präklinischen Behandlungsphase mit einem Protokoll der DIVI in Verbindung mit der Dokumentation des TraumaRegisters DGU. Außerdem muss dem Rettungsdienstpersonal laut Weißbuch die Möglichkeit gewährt werden, eine anonyme Bewertung der Abläufe der Patientenübergabe (Dokumentationsbogen Kundenzufriedenheit Rettungsdienst) abzugeben.

Die 2. Auflage des Weißbuches erhält man unter:
www.dgu-online.de
Eine aktuelle Karte der Traumazentren und TraumaNetzwerke Deutschlands steht zur Verfügung unter:
www.dgu-traumanetzwerk.de

(Foto: Dr. Ingo Blank)

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?