Deutschland braucht den Facharzt für Notfallmedizin


Weimar/Jena (idw) – Die Forderung nach einer Facharzt-Ausbildung für Notfallmedizin ist neben dem wissenschaftlichen Programm zentrales Thema des Kongresses der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfallaufnahme (DGINA) vom 14. bis 17. Oktober 2009 in der Neuen Weimarhalle in Weimar.

Es werden mehr als 400 Teilnehmer aus der gesamten Bundesrepublik sowie 90 Referenten, auch aus dem europäischen Nachbarstaaten und den USA, erwartet.

Die Anforderungen an die Notfallaufnahmen in Deutschland werden immer größer. Ursachen dafür sind steigende Patientenzahlen, höheres Alter der Patienten und die sinkende Zahl der niedergelassenen Ärzte. „Innerhalb kürzester Zeit müssen Ärzte und Pflegepersonal in einer Notaufnahme wichtige Entscheidungen zur weiteren Behandlung fällen. Dazu gehört ein umfassendes Wissen und viel Erfahrung“, erläutert Raik Schäfer, leitender Oberarzt der Notfallaufnahme des Universitätsklinikums Jena und Kongresspräsident.

Statt des interdisziplinär erfahrenen Arztes sind es jedoch oft Berufsanfänger, die den Betrieb in der Notfallaufnahme managen. Meist wird die Tätigkeit in einer Notaufnahme als unattraktiv eingestuft, da neben der hohen Arbeits- und Stressbelastung weder Lehre noch Forschung möglich erscheinen. Hinzu kommen die Arbeitszeiten im Schichtsystem. Die Rufe nach einer effizienten und patientenorientierten Reorganisation der deutschen Notfallaufnahmen werden zu Recht lauter – gerade auch, weil in den vergangenen Jahren das Wissen um die effektive und effiziente Behandlung in medizinischen Notfällen stark angestiegen ist.

Deutschland ist im Zugzwang

Die DGINA fordert mit Nachdruck den Facharzt für Notfallmedizin. Im April 2008 stellte die DGINA den Antrag für eine entsprechende Facharztausbildung bei der Bundesärztekammer. Bislang ohne sichtbares Ergebnis. Obwohl Deutschland im Zugzwang sei, da bereits dreiviertel der europäischen Länder eine solche Ausbildung vorzuweisen haben.

Der nächste Woche stattfindende Kongress wird genutzt, um in einem Forum am Freitag, 16. Oktober, 14.00 Uhr, diesem Thema neue Impulse zu geben. Es diskutieren Vertreter von Fachverbänden und der Bundesärztekammer. Das Interesse bei jungen Ärzten für eine solche Ausbildung ist durchaus vorhanden. Sie sind während des Kongresses in der Weimarhalle mit einem eigenen Workshop-Teil unter der Überschrift „Young Emergency Doctor’s Session“ vertreten.

Weitere Information: http://dgina.weimarhalle.de/

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