Deutsche Helfer erreichen Port au Prince


Haiti (Grafik: Rei-Artur // CC 2.5)Bonn (rd.de) – Die ersten Teams und Hilfsgüter treffen im Erdbebengebiet ein. Nun wird der Erfolg der internationalen Hilfe von einer guten Koordination der Organisationen untereinander abhängen. Die ersten deutschen Teams erreichen heute die zerstörte Stadt Port-au-Prince, weitere Helfer sind unterwegs.

Die „Aktion Deutschland Hilft“ ist ein Zusammenschluss zahlreicher Hilfsorganisationen und soll sich nun bewähren, die Aufgaben innerhalb eines großen humanitären Einsatzes besserzu koordinieren. Ein Indiz hierfür ist, dass sowohl der ASB als auch die Malteser zu Spenden für die „Aktion Deutschland Hilft“ aufrufen.

Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) stellte 50.000 Euro Soforthilfe aus seinem Nothilfefonds bereit. Außerdem ist ein zweiköpfiges ASB-Team, bestehend aus einem Arzt und einem Nothilfe-Experten, unterwegs in die Erdbebenregion, um den konkreten Hilfebedarf der Bevölkerung zu ermitteln. „Um den betroffenen Menschen schnellstmöglich zu helfen, wollen wir unsere Kräfte mit Partnerorganisationen vor Ort bündeln. Dafür stehen wir in engem Kontakt mit den anderen Mitgliedsorganisationen von Aktion Deutschland Hilft (ADH)“, kündigte Edith Wallmeier, Leiterin der Auslandshilfe beim ASB-Bundesverband, an.

Das medizinische Malteser-Team unter Leitung von Nothilfe-Koordinator Dr. Georg Nothelle ist gestern Mittag (14. Januar) von Düsseldorf aus über New York in Richtung Haiti gestartet. Begleitet wird Nothelle von zwei Notärzten und Anästhesisten sowie dem Leiter Rettungsdienst der deutschen Malteser. In Haiti wird das Team von drei Experten der französischen und zwei der US-amerikanischen Malteser verstärkt.

Das Malteser-Team landete heute um 6 Uhr MEZ in Santo Domingo und damit in der Dominikanischen Republik. Nach einer kurzen Koordinierungsphase wird das Team Richtung Haiti starten – auf welchem Weg ist derzeit noch unklar.
Der Einsatz des ersten Teams soll ca. eine Woche dauern, weitere Teams sind derzeit in Vorbereitung.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe entsendet ein vierköpfiges Erkundungs-Team in die Katastrophenregion. Die vier Soforthelfer sind am Freitagmorgen von Frankfurt/Main aus in die Dominikanische Republik gefliogen. Dort fahren sie auf dem Landweg (rund 600km) weiter in die Katastrophenregion.

Mit dabei haben sie ein „Emergency Health Kit“ nach WHO-Standard mit dringend benötigten Medikamenten, Sterilisationstechnik, Verbandmaterial und einer Grundausstattung an chirurgischen Instrumenten. Damit können 30 000 Menschen einen Monat lang medizinisch versorgt werden.

Die Leitung des Helfer-Teams übernimmt die Berliner Auslandshilfe-Expertin Katja Lewinsky (37). Ihr zur Seite stehen die Ärztin Bernadette Kehl (32, Berlin) sowie der Logistiker Marcus Lammering (43) und der Kommunikationsfachmann Helmut Mülfarth, 56 (beide Nordrhein-Westfalen).

Das Deutsche Rote Kreuz verlädt zur Stunde ihre mobile Klinik in ein Iljushin 76 Transportflugzeug. Das Flugzeug wird am Samstag von Berlin aus zusammen mit einem Team aus Ärzten, Krankenschwestern, einer Hebamme, einer Laborantin und Technikern nach Haiti fliegen. Mit der Klinik können rund 250 Menschen täglich ambulant versorgt werden.

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