Deutlich mehr Jobs im Rettungsdienst


Wiesbaden (rd.de) – Zum 31. Dezember 2010 waren rund 4,8 Millionen Menschen in Deutschland im Gesundheitswesen tätig. Das Statistische Bundesamt zählt damit rund 90.000 Arbeitsplätze mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem Beschäftigungswachstum von 1,9 Prozent. Der Rettungsdienst wächst hingegen mit 7,7 Prozent Beschäftigungswachstum überproportional.

Der positive Beschäftigungstrend der letzten Jahre setzte sich weiter fort, wenn das Wachstum auch etwas niedriger ausfiel als in den Vorjahren Zusätzliche Arbeitsplätze gab es wie in den Vorjahren vor allem in Gesundheitsdienstberufen (+ 51.000): Hier stieg beispielsweise die Zahl der Ärztinnen/Ärzte um 8.000 und die Zahl der Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger um 14.000.

Ein kräftiges Beschäftigungswachstum ist im Rettungsdienst zu verzeichnen: Waren 2009 noch 52.000 Menschen im Rettungsdienst beschäftigt, stieg diese Zahl bis Ende 2010 auf 56.000 Arbeitsplätze an. Allerdings entfallen die Hälfte der 4.000 hinzugewonnen Arbeitsplätze auf Teilzeitbeschäftigungen. Die Zahl der Teilzeitanstellungen wuchs binnen eines Jahres von 10.000 auf 12.000 Stellen an.

Auffällig ist, dass vermehrt Frauen eine Anstellung im Rettungsdienst suchen. Der Zuwachs an Teilzeitanstellungen (+2.000 Arbeitsplätze) korrespondiert zwar mit dem Anstieg weiblicher Mitarbeiter (ebenfalls +2.000 Stellen), eine ausreichende Erklärung für das Teilzeitwachstum ist das allerdings nicht. Von den 17.000 Rettungssanitäterinnen und Rettungsassistentinnen arbeiten 7.000 in Teilzeit. Der Teilzeitanteil weiblicher Beschäftigung im Rettungsdienst liegt dabei stabil bei gut 40 Prozent.

(Foto: Dörthe Krause)

 

5 Responses to “Deutlich mehr Jobs im Rettungsdienst”

  1. der Müncher on Dezember 17th, 2011 11:36

    möglicherweise liegt das ja am Wegfall der Zivis. Bei uns im Süden wurden ganze Bereiche des KTP auf Basis von Zivis gestellt. (insbesondere Transportverträge mit Kliniken etc.). Nachdem es ja kaum Freiwilligendienstleistende gibt, werden hier jetzt viele TZ Mitarbeiter oder geringfügig Beschäftigte eingestellt.

  2. Mario Gongolsky on Dezember 19th, 2011 09:07

    Das sind ja die Zahlen aus 2010. Der Zivi-Wegfall-Effekt tritt hingegen wohl erst 2011 richtig zu Tage.

  3. der Münchner on Dezember 19th, 2011 11:03

    @ Mario Gongolsky

    richtig, hab ich ganz überlesen, Danke.

  4. Holger Fassbender on Dezember 20th, 2011 22:33

    Na dann!
    Hoffentlich bekommen wir bald mal eine starke kleine Gewerkschaft die uns so vertritt wie wir es verdient haben!
    Habe das Gefühl das wir momentan einfach nur von allen über den Tisch gezogen werden und von Ausschreibungs-süchtigen Kommunen in unserer Existenz bedroht werden.
    Zum Glück ist die Personalnot im RD schon jetzt so groß das zum ausschreiben bald keiner mehr da ist und die Kommunen froh sein können wenn überhaupt zukünftig noch einer „ihre“ RTW´s besetzt.

  5. Thomas on Dezember 21st, 2011 10:24

    Man beachte bei der ganzen Sache aber auch das drastische Nord-Süd- und Ost-West-Gefälle. Je weiter man von Nord nach Süd kommt oder von Ost nach West, umso weniger Stellen werden geschaffen.
    Um diese Problematik zu lösen bedarf es m. M. nach endlich eines einzigen, bundesdeutschen anstatt 16 verschiedener Rettungsdienst-Gesetze. Damit wäre die Möglichkeit der Tarifbindung und -vergleichbarkeit wesentlich größer, die regelmäßigen gerichtlichen Auseinandersetzungen in puncto Ausschreibungen würde deutlich reduziert und die Personalflucht aus diversen Regionen würde für diesen Sektor zumindest eingedämmt.
    Richtig spannend und deutlich objektiver wird diese Problematik jedoch erst dann zu beantworten sein, wenn die Zahl der FSJ´ler und (teilw.) Bufdi´s, die jetzt in großer Zahl verfügbar sind aufgrund überfüllter Uni´s, Wegfall des Wehr-/Zivildienstes und doppeltem Abiturjahrgang auf noch längeren Warteliste stehen, denn zurzeit kann man personelle Engpässe gut damit kompensieren. Wenn sich aber dieser Überhang in 2 bis 3 Jahren von selbst reguliert hat und dem RD / KTP dann nicht mehr zur Verfügung steht, wird man wesentlich deutlicher sehen wohin die Reise aus Sicht von Politik und Kostenträger gehen soll…

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?