Der Arbeiter-Samariter-Bund im Porträt


Köln (rd.de) – Egal, ob ASB Berlin, ASB Hamburg oder zum Beispiel ASB München: Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) ist eine Hilfsorganisation, deren Anfänge auf Berliner Handwerker zurückgeht. Ende des 19. Jahrhunderts legten sie den Grundstein für die heute bundesweit tätige Hilfsorganisation. Zu den Schwerpunktaufgaben des ASB gehören traditionell der Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Im Rettungsdienst führte der Arbeiter-Samariter-Bund in Deutschland 2014…

• 401.889 Einsätze mit Rettungswagen
• 42.534 Einsätze mit Notarztwagen
• 730 Einsätze mit Baby-Notarztwagen und
• 126.741 Einsätze mit Notarzteinsatzfahrzeugen durch.

Hinzu kommen Einsätze im:

• Krankenrückholdienst (1.100)
• Krankentransport (502.848)
• Krankenfahrten (147.245) und
• Interhospitaltransfer (14.016).

Gründung des Arbeiter-Samariter-Bundes

2013 feierte der ASB seit 125-jähriges Bestehen.

2013 feierte der ASB seit 125-jähriges Bestehen.

Die erste Sanitätsdienstgruppe unter dem Namen „Arbeiter-Samariter-Kolonne“ gründete sich 1896 in Berlin. Anschließend entstanden weitere ASB-Kolonnen auch in anderen Städten. Ihre Mitglieder veranstalteten Ausbildungen in Erster Hilfe, führten Sanitätsdienste durch und versorgten Verletzte nach Unglücken. Die Arbeiter-Samariter-Gruppen schlossen sich 1909 in Berlin, Dresden, Meißen, Köln, Hamburg und Elberfeld zum „Arbeiter-Samariter-Bund“ zusammen.

Während des Ersten Weltkriegs meldeten sich viele Samariter freiwillig, um Kriegsverletzte zu pflegen, und im Rahmen des Spartakus-Aufstands (5. bis zum 12. Januar 1919) versorgten die Samariter 850 Menschen in Berlin. Nur während des Zweiten Weltkriegs konnte der ASB seiner selbst gewählten Aufgabe nicht nachgehen. Die Nationalsozialisten enteigneten den Arbeiter-Samariter-Bund 1933. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte die Hilfsorganisation wieder aktiv werden. So setzt sich der ASB heute in Deutschland aus 16 Landesverbänden bzw. 205 Regional-, Kreis- und Ortsverbände zusammen.

ASB: Hilfe im In- und Ausland

Neben der Notfallrettung und dem Krankentransport stellt der ASB darüber hinaus auch Einheiten für den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst, Medikamenten-, Blutkonserven- und Organtransporte, Motorradstaffeln, Kriseninterventions-Teams, Wasserrettung, Rettungshundestaffeln und Schulsanitätsdienste. Bundesweit betreibt der Arbeiter-Samariter-Bund 214 Rettungswachen und 148 Lehrrettungswachen.

Im Katastrophenschutz engagiert sich der ASB mit 94 Sanitätsgruppen, 59 Betreuungsgruppen und 106 Schnell-Einsatz-Gruppen.

Auch Rettungshundestaffeln gehören zum ASB.

Auch Rettungshundestaffeln gehören zum ASB.

Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 unterstützte der Arbeiter-Samariter-Bund Menschen in Not zum Beispiel während des Kriegs auf dem Balkan (1991) und der Elb-Flut unter anderem in Sachsen und Sachsen-Anhalt (2002), nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien (2004) und anlässlich der Fußball-WM in Deutschland (2006).

Bei vielen dieser Einsätze arbeitete der ASB aus Deutschland im Rahmen von „Samaritan International“ mit Partnerorganisationen aus dem Ausland zusammen. „Samaritan International“ ist ein internationales Netzwerk von Samariter-Organisationen, das vor 20 Jahren gegründet wurde. Mittlerweile gehören 16 Samariter-Organisationen aus 15 europäischen Ländern dem internationalen Netzwerk an.

(Text: Lars Schmitz-Eggen, Rettungsassistent, Chefredakteur Rettungs-Magazin; Symbolfotos: ASB Deutschland; 02.04.2015)

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