Den Rettungsdienst kann man sich leisten


(Foto: AOK Bundesverband)Bonn (rd.de) – Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat die Ausgaben für Gesundheit in Deutschland im Jahr 2008 auf insgesamt 263,2 Milliarden Euro beziffert. Während die Gesamtausgaben von 2007 auf 2008 um 3,9 % anstiegen, wurde der Rettungsdienst knapp 6 % teurer.

Aller Sparvorgaben zum Trotz, finanzierte jeder Einwohner das Gesundheitswesen mit etwa 3210 Euro und ein Ende der Preisspirale scheint nicht in Sicht.

Bei den Transportleistungen summierten sich die Ausgaben 2008 auf 4,51 Milliarden Euro, auf die Notfallrettung entfallen hiervon 2,83 Milliarden Euro. Obwohl die Kosten des Rettungsdienstes von 2007 auf 2008 um rund 6 % gestiegen sind, gilt der Bereich nicht als Kostentreiber.

Insgesamt betrachtet, macht der Rettungsdienst gerade einmal 1,07 % des Gesamtbudgets der Gesundheitsausgaben in Deutschland aus.

Entwicklung der Kosten im Rettungsdienst in Mrd. €
2000
2005
2006
2007
2008
2,056
2,566
2,597
2,677
2,837
Quelle: Destatis

Björn Stahlhut, Sachgebietsleiter Bevölkerungsschutz und Rettungswesen beim DRK Generalsekretariat in Berlin, sieht die Zahlen nüchtern. Entscheidend seien nicht ausschließlich die Kosten, sondern vor allem das erzielte Ergebnis: „Wir arbeiten daran, mehr Kostentransparenz zu schaffen, insbesondere bei den Folgekosten.“ Im Kern geht es dabei um die Frage, wie viel Geld sich bei den stationären und ambulanten Krankheitsbehandlungskosten durch einen leistungsfähigen Rettungsdienst einsparen lassen. Stahlhut glaubt dabei die Krankenkassen durchaus an seiner Seite: „Bei den Kostenträgern erkenne ich die Tendenz, beim Rettungsdienst die Qualität und die Versorgung in der Fläche in den Vordergrund zu stellen.“

Der „Rettungscent“ ist gut angelegt

Die Kostenträger haben vermutlich längst erkannt, dass der „Rettungscent“ für die präklinische Notfallmedizin sinnvoll angelegtes Geld ist. Leider war aufgrund der Osterferien seitens der Krankenkassen hierzu keine Einschätzung zu erhalten.

Die Zahlen könnten ein Anlass sein, an die Kostenträger zu appellieren, bei den zu erwartenden europaweiten Ausschreibungen im Rettungsdienst, Fragen der Qualität und der Strukturen im Katastrophenschutz Vorrang gegenüber der Kostensenkung zu geben.

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