Delta, Bravo, Alpha, India bleibt auf Empfang


(Foto: Simon A. Eugster, GNU)Bremen (DGzRS) – Das Rufzeichen des Seenotkreuzers John T. Essberger geht auf das neue Schiff SK 33 der Seenotretter für die Station Büsum über. Die Funkkennung steht seit 40 Jahren für die schnelle Rettung auf See.

Zur Taufe des neuen Büsumer Seenotkreuzers mit der DGzRS-internen Registriernummer SK 33, heute, am 13. August 2011, steht ein Teil des Namens bereits fest: Zwar wird traditionell erst am Tauftag selbst bekanntgegeben, welchen Namenszug das neue Schiff am Aufbau tragen wird. Doch der für Seeleute bedeutendere Namensteil ist schon amtlich: das Rufzeichen.

Das neue, 20 Meter lange Spezialschiff erbt das wichtigste Unterscheidungsmerkmal in der Schifffahrt von einem bekannten Vorgänger: Die Buchstabenkombination D-B-A-I war frei geworden, als der 44-Meter-Seenotkreuzer John T. Essberger Ende Mai seinen letzten Liegeplatz im „Technik Museum Speyer“ erreicht hatte. Das Rettungs-Magazin berichtet in seiner kommenden Ausgabe übrigens ausführlich über die spektakuläre Reise der John T. Essberger von Fehmarn nach Speyer – auf dem Wasser und zu Lande.

„John T. Essberger, John T. Essberger, Delta – Bravo – Alpha – India“ – so klang es seinerzeit ungezählte Male durch den Äther. Damals war DBAI laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) eine Erstzuweisung. Jetzt stehen diese vier Buchstaben unverwechselbar für den Seenotkreuzer der DGzRS-Station Büsum.

Für alle Seeschiffe besteht das Unterscheidungssignal aus vier Buchstaben, bei deutschen Schiffen beginnt es mit D oder Y (ehemaliges DDR-Schiffsregister). Alle Buchstaben werden nach dem Alphabet des Internationalen Signalbuches und der Funkvorschriften buchstabiert. Bei einem über Funk wiedergegebenen Schiffsnamen ist die Verwechslungsgefahr oder ein falsches Aufnehmen des Namens groß. Deshalb gibt es das unverwechselbar zuzuordnende Rufzeichen.

In Deutschland vergibt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie die Rufzeichen für Behördenfahrzeuge und die Seenotkreuzer der DGzRS. Für große Handelsschiffe sind hierzulande die Registergerichte zuständig, für die Sportschifffahrt übernimmt dies die Bundesnetzagentur.

Zu Zeiten des Morsefunks war DBAI eines der begehrteren Unterscheidungssignale. Da Bravo und Alpha vorn im Alphabet stehen, war es bei den mehrfach täglich stattfindenden Sammelanrufen der Küstenfunkstellen immer ganz zu Anfang an der Reihe. So mussten die DGzRS-Funker immer nur kurze Zeit vor ihren Geräten verbringen und nicht den gesamten Morseverkehr mithören.

Noch heute tragen alle Seenotkreuzer der DGzRS als erste Buchstaben im Rufzeichen Delta – Bravo – Alpha. Ausgenommen sind lediglich Bernhard Gruben und Theo Fischer, deren dritter Buchstabe ebenfalls Bravo ist. Und wer in Zukunft „Delta – Bravo – Alpha – India“ ruft, kann sich wie in den vergangenen Jahrzehnten auf eines verlassen: Hilfe ist unterwegs.

(Foto: Simon A. Eugster, GNU)

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