Deeskalations- und Selbsthilfetraining mit Hsia Pai Le


Bad Nauheim (JUH) – Um Hilfen für die Deeskalation und Selbsthilfe im Einsatz zu erhalten, trafen sich am vergangenen Sonntag (11. Dezember 2012) Trainer des Hsia Pai Le Kampfkunst-Verbandes Hessen und Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe in Bad Nauheim. Neben Befreiungstechniken erhielten die Einsatzkräfte auch Tipps zur deeskalierenden Körpersprache.

Vor dem praktischen Training konnten die Johanniter aus eigener Erfahrung berichten. Dabei kam heraus, dass ihre eigentliche Aufgabe – Leben zu retten und für den Patienten da zu sein – häufig behindert wird.

Da das allgemeine Gewaltpotenzial in den letzten Jahren verstärkt zugenommen hat, sind Helfer in brenzligen Situationen oft auf sich allein gestellt. Die Polizei trifft in solchen Situationen meist erst viele Minuten später am Ort des Geschehens ein. Aus diesem Grund werden die Fähigkeiten zur Selbstverteidigung und zu beschwichtigenden Verhaltensmaßnahmen immer wichtiger. So können gefährliche Lagen schnellstmöglich aufgelöst werden.

Ziel des Lehrgangs war es, neben einfachen Befreiungstechniken auch deeskalierende Körpersprache und Zureden sowie das Befreien in beengten Situationen und Räumlichkeiten kennenzulernen. Die Rettungskräfte erfuhren beispielsweise, dass durch eine deutliche und bestimmende Sprache wie zum Beispiel „Stopp!“, erreicht werden kann, dass eine Situation nicht weiter eskaliert.

An diesem Tag konnten die Johanniter mit verschiedenen Hsia Pai Le-Partnern trainieren. In einer Übung wurde auch der Blickkontakt – ein wichtiger Bestandteil der Körpersprache – trainiert. Mit dem richtigen Blick kann schon im Vorfeld aufgestautes Gewaltpotenzial reduziert werden. Der Gegenüber spürt dann, ob man ihm ängstlich oder bestimmend gegenübertritt. Alle geübten Techniken wurden in Form von Stresstests ständig geprüft und gefestigt.

Im Vorfeld war der Lehrgang gemeinsam organisiert worden. Jakob Hennings und Geike Block von den Johannitern arbeiteten mit Großmeister Horst Leneis zusammen.

Oliver Pitsch, Regionalvorstand der Johanniter, freute sich, dass eine solche Zusammenarbeit zum Wohle der Mitarbeiter zustande gekommen war: „Das Selbstverständnis der Johanniter-Mitarbeiter im Regionalverband Rhein-Main beruht darauf, zu den Helfern zu gehören und nicht zu Tätern oder einer Bedrohung zu werden. Unsere Mitarbeiter sollten versuchen, Gewalt zu vermeiden, ihr eher durch Fliehen auszuweichen, als sich körperlich zur Wehr zu setzen. Die Selbstverteidigung in der Form des weniger invasiven Selbstschutzes stellt die absolute Ultima Ratio dar.“

(Foto: Johanniter)

2 Responses to “Deeskalations- und Selbsthilfetraining mit Hsia Pai Le”

  1. Barbara Lukaschewsky on Dezember 11th, 2012 13:07

    Selbstverteidigung muß man immer wieder üben um sie zu beherrschen ,hoffentlich denken die JUHs da auch dran . Grundsätzlich finde ich es aber gut ,daß man sich in diese Richtung gedanken macht . Deeskalation sollte meiner Meinung schon zur Grundausbildung gehören ,denn daß Auftreten mancher Retter ist unter aller Kanone , Umgang mit Menschen muß da wohl trainiert werden wie alles andere .

  2. Olaf on Dezember 19th, 2012 13:08

    ???Naja man muss sich nicht beleidigen lassen, verprügeln auch nicht. Sehr grosses Thema, raufen müssen wir uns auch nicht, dafür gibt es die Herren in blau. Egal ob in der Wohnung oder im Rtw, wenn ein Patient meint er müsse randalieren…..bitte Rtw-Tür zu und viel Spass. Wenn es nicht anders geht, ok dann schütze ich mich slbst und schlage notfalls zu. Ich habe keine Lust im Kh zu liegen und am Ende kommt der Täter eh davon. Sicherlich sollten wir aber zum Schluss daran denken, dass wir Leben und alles was dazu gehört schützen sollten. Auch unseres.

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