Das Inferno von Viareggio


In einem Umkreis von 250 Metern um den Unglücksort standen Auto ins Flammen.

Viareggio (rd.de) – Ein verheerendes Eisenbahnunglück ereignete sich am Montag in der toskanischen Stadt Viareggio (Italien). Ein mit Flussiggas beladener Güterzug entgleiste und explodierte. Nach aktuellen Angaben sind dabei 20 Personen ums Leben gekommen, 1.000 Anwohner wurden evakuiert.

Das Unglück ereilte die Menschen von Viareggio gegen Mitternacht. Bei der gewaltigen Explosion eines mit Flussiggas beladenen Waggons entstand eine Hitzewelle sowie ein extrem heißes Schadensfeuer. Unglücklicherweise ereignete sich der Unfall im Bahnhofs- und Siedlungsbereich der Stadt. Viele Häuser wurden im Mitleidenschaft gezogen und etliche von ihnen brannten aufgrund der hohen Temperaturen bis auf die Grundmauern nieder.

Ein Großaufgebot von Feuerwehrleuten, Rettungskräften und Katastrophenschutzeinheiten war an dem Einsatz beteiligt. Das italienische Fernsehen dokumentierte die psychische Ausnahmesituation der Einsatzkräfte, die erschöpft weitere Verstärkung anforderten oder angesichts der vielen Opfer mit schwersten Verbrennungen ihren Tränen freien Lauf ließen.

Gestern wurden 37 Schwerverletzte gemeldet von denen 16 in Lebensgefahr schweben, doch vermissten die Rettungskräfte noch rund 30 weitere Personen. Nach Angaben von gestern Abend wurden 20 Menschen getötet und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass man in den eingestürzten und niedergebrannten Häusern weitere Opfer findet.

Feuerwehrleute waren die gesamte Nacht im Einsatz, um die Flammen einzudämmen, aber auch um die stark erhitzten weiteren Kesselwagen herunterzukühlen. In der Nacht zum Mittwoch sollten die Waggons leergepumpt werden. Wegen der weiterhin bestehenden Explosionsgefahr mussten rund 1000 Anwohner evakuiert werden. Die meisten von ihnen haben die Nacht in einer Zeltstadt verbracht.

Das Amateurvideo zeigt die Minuten nach der Explosion: Menschen irren verstört durch die Straßen, versuchen Abstand zum Schadensort zu gewinnen. Am Bahnhof bittet ein Tonband Verspätungen zu entschuldigen, während nördlich der Einsatzstelle immer mehr Einsatzkräfte ihren Löschangriff koordinieren.

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?