Cuxhavener Rettungsassistenten dürfen Morphin verabreichen


Pressefoto G.A.R.DCuxhaven (pm) – Seit dem 01. Januar 2012 dürfen speziell geschulte Rettungsassistenten im Landkreis Cuxhaven starkwirkende Schmerzmittel intravenös verabreichen. Die G.A.R.D. Cuxhaven, das DRK Wesermünde und das DRK Cuxhaven/Hadeln wirken als Rettungsdienstleister gemeinsam bei diesem Pilotprojekt mit.

Ausgewählte Rettungsassistenten der Rettungsdienste im Landkreis absolvierten eine Fortbildung, in der sie lernten, starkwirkende Schmerzmittel intravenös zu verabreichen. Nach einer entsprechenden Prüfung haben sie nun die Befugnis, bei Extremitätentraumata nach einem festen Algorithmus und nach telefonischer, ärztlicher Anweisung Notfallpatienten Morphin intravenös zu geben. Mit einem Callback-System informieren die Rettungsassistenten den leitenden Notarzt per Telefon über Patient und Vitalparameter. Mit diesen Informationen kann er entscheiden und die Anweisung geben, dass die Kollegen vor Ort Morphin verabreichen dürfen.

„Wir haben die Kompetenzen der Rettungsassistenten erweitert, weil Notärzte im ländlichen Raum rar sind und es bei Extremitätentraumata nicht immer möglich ist, einen Notarzt zum Unfallort hinzuzuziehen. Wenn die Schmerzen zu stark sind, können die Patienten nun Schmerzmittel bekommen und so auf dem Weg zur Klinik besser versorgt werden.“, so Dr. Klaus-Gerrit Gerdts, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst im Landkreis. David Barg, Leiter Rettungsdienst der G.A.R.D., ergänzt: „Diese Kompetenzerweiterung für Rettungsassistenten ist bereits in anderen Bundesländern, zum Beispiel in Mittelhessen, erfolgreich eingeführt worden. Wir gehen davon aus, damit auch im Landkreis Cuxhaven positive Ergebnisse zu erlangen. Diese erweiterte Kompetenz ist deswegen sinnvoll, weil die Rettungsassistenten die Notfalltherapie nun erheblich früher als in der Klinik und ohne zwingende physische Präsenz eines Notarztes einleiten können. Der Patient profitiert davon, da das Therapieintervall für ihn verkürzt wird.“

Diese Neuerung wird nun in einer Pilotphase bis September 2012 umgesetzt und kam in den ersten Januartagen bereits mehrfach den Patienten zu Gute. Jede Anwendung von Schmerzmitteln durch nichtärztliches Rettungsdienstpersonal wird gesondert und ausführlich dokumentiert. Danach werten die Akteure aus, wie erfolgreich die neue Methodik war. Bei positiver Bewertung werden dann alle Rettungsassistenten geschult und die Morphingabe durch Rettungsassistenten bei Extremitätentraumata im Landkreis Cuxhaven flächendeckend eingeführt.

One Response to “Cuxhavener Rettungsassistenten dürfen Morphin verabreichen”

  1. Olf on Januar 25th, 2012 13:01

    Ich wünsche den Kollegen und dem ärztlichen Leiter viel Glück und Erfolg bei dem Projekt.
    Die Juristen der Rettungsdienstwelt werden auf ein Neues jammern, die progressiven Ärzte und RettAss gehen hoffentlich nicht in den Tiraden aus Standesgedünkel und Juristerei unter.
    Objektive Auswertung ist absolut notwendig, alles richtig = gut gemacht, Bockmist fabriziert = Klare drastische Maßnahmen der Gesa1mtverantwortlichen.
    Wenn die Pilotphase ausgelaufen ist wäre eine Auswertung und ihre Veröffentlichung interessant. Es gab ja schon einmal einen Versuch, von dem hat man allerdings nicht so richtig etwas öffentliches gehört.

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