China plant Rettungssystem nach deutschem Vorbild


Berlin (BMG/rd.de) – Immer wieder besuchten in den letzten Jahren Delegationen aus der Volksrepublik China deutsche Rettungsdienste. Der Eindruck, den die fernöstlichen Notfallmediziner und Rettungsdienstexperten auf ihren Reisen durchs Bundesgebiet gewannen, muss sehr gut gewesen sein. Schritt für Schritt scheint China jetzt nämlich ein Rettungssystem nach deutschem Vorbild aufbauen zu wollen.

Das Bundesministerium für Gesundheit war Freitag (28.03.2014) Gastgeber für den Oberbürgermeister der südchinesischen Stadt Jieyang. Er war mit hochrangigen Vertretern aus Verwaltung und Industrie seiner Stadt angereist. Im Beisein von Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, unterzeichneten Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn-Steiger-Stiftung, und Jieyangs Oberbürgermeister Dong Chen ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Kooperation im Rettungswesen. Wesentlicher Inhalt des Memorandums ist die Einführung eines umfassenden Rettungswesens nach deutschem Vorbild in Jieyang. Jieyang ist schon die zweite chinesische Stadt, in der ein entsprechender Masterplan umgesetzt werden soll: Im Dezember 2013 wurde ein vergleichbares Memorandum mit der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei unterzeichnet.

Bereits Anfang 2013 hatte es Gerüchte gegeben, wonach die Volksrepublik China sein Rettungssystem nach deutschem Vorbild organisieren wolle. Auch damals tauchte die Björn-Steiger-Stiftung in diesem Zusammenhang auf. Die Rede war davon, dass in ganz China jährlich bis zu 20.000 Einsatzkräfte auf dem Niveau von Rettungsassistenten ausgebildet werden sollten. Auch in Puncto Hilfsfristen sollte Deutschland ein Vorbild sein. In diesem Zusammenhang würde einer noch aufzubauenden Luftrettung in China eine besondere Bedeutung zukommen.

Angesichts der immensen Größe der Volksrepublik China, dürfte der Plan für deutsche (Groß-)Unternehmen besonders inteerssant erscheinen und auf viele Jahre hinaus lukrative Aufträge versprechen. Auch hier scheint die Björn-Steiger-Stiftung eine entscheidende Rolle zu spielen. Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilte, spiele der wirtschaftliche Aspekte – neben humanitären Gründen – eine wichtige Rolle: Die Steiger-Stiftung werde vornehmlich deutsche Produkte für die Modernisierung der Ausstattung einsetzen. Einige der beteiligten deutschen Firmen hätten in China bereits Niederlassungen.

„Die Kooperation zwischen Deutschland und China im Bereich des Rettungswesens und der Katastrophenschutzmedizin gehört seit vielen Jahren zu den Kernthemen der Zusammenarbeit“, bestätigte denn auch Staatssekretär Lutz Stroppe. Das Bundesgesundheitsministerium unterstütze das Projekt, das die Björn-Steiger-Stiftung und die Stadt Jieyang noch im Sommer 2014 beginnen wollen. Die Stiftung sei ein „wertvoller Partner im Bereich der Konzeption, Strukturierung und technischen Ausstattung des Rettungswesens“, so Stroppe.

(Grafik: rd.de)

4 Responses to “China plant Rettungssystem nach deutschem Vorbild”

  1. Lars on März 31st, 2014 15:18

    Hey, der 1. April ist doch erst morgen! 😉

  2. Jörn on März 31st, 2014 16:41

    @Lars: Kein Aprilscherz! Vgl. aktuell http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=561079 vom 28.03.2014

    @Redaktion: Kein Gerücht. Vgl. http://www.dcgm.de/de/Jahrestagung2012Wuhan.htm. Darin heißt es unter anderem: „Die Björn-Steiger-Stiftung, repräsentiert durch ihren Präsidenten, stellte das von der Stiftung in Deutschland organisierte Rettungssystem als ein Modell für China vor. Ergänzend präsentierten Vertreter deutscher Unternehmen ihre Konzepte in diesem Bereich.“

    Die Zukunft liegt in China. 😉

    Sonnige Grüße aus dem Südwesten

  3. Gunnar on März 31st, 2014 20:06

    @Jörn: So, so, die Zukunft liegt also in China. Dann hoffe ich aber mal, dass dem amtierenden Präsidenten der Steiger-Stiftung mehr Glück beschieden ist als seinem Vater und Vorgänger im Amte. Denn 1988 gab es bereits einen ersten Versuch der Stiftung, dort Fuß zu fassen: >03.10.1988: Nach langjähriger Vorbereitung und mehreren Besuchen chinesischer Minister wird Siegfried Steiger zu einem Beratungsbesuch in die Volksrepublik China eingeladen. Diese Gespräche dienen dem gemeinsamen Aufbau einer Notfallhilfe in China. Die Erfolg versprechenden Anfänge dieser Zusammenarbeit scheitern, als 1989 nach dem „Massaker am Tor des Himmlischen Friedens“ die Bundesrepublik und die Wirtschaftssponsoren aus diesem Projekt ausstiegen.< So steht es auf der Internetseite der Stiftung: http://www.steiger-stiftung.de/index.php?id=118&date=1980.

  4. Sascha Steingrobe on April 5th, 2014 08:10

    Vielleicht sollten sich die Herren in China lieber an Nationen orientieren, die zur Weltspitze gehören. Weiterhin sehe ich die Björn Steiger Stiftung nicht als Repräsentation noch Experten für das Assessment und die Etablierung eines solchen Systems. Das zeigt schon alleine das hervorheben von Hilfsfristen, die heute von untergeordneter Bedeutung noch sind.

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