Bundeskabinett beschließt NotSanG


Berlin (BMG) – Das Bundeskabinett hat heute (10. Oktober 2012) die Einbringung des Gesetzes über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters sowie zur Änderung weiterer Vorschriften in den Deutschen Bundestag beschlossen. Die Bürger hätten in medizinischen Notfällen Anspruch auf eine qualifizierte und flächendeckende Hilfe auf dem aktuellen Stand von Wissen und Technik. Hierzu sei unter anderem gut qualifiziertes Personal erforderlich, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit.

Der Bund regelt die Ausbildung zum Beruf des Rettungsassistenten. Diese Berufsgruppe trage neben den Notärzten die Hauptlast und die hauptsächliche Verantwortung im Rettungsdienst, schreibt das Ministerium. Ihre Qualifikation sei damit wesentliche Voraussetzung für eine fach- und bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung.

Bundesminister für Gesundheit, Daniel Bahr: „Die Ausbildung zum Rettungsassistentenberuf erfolgt zurzeit auf der Basis eines Gesetzes von 1989. Das reicht heute vielfach nicht mehr, um den Anforderungen an einen modernen Rettungsdienst gerecht zu werden. Deswegen greifen wir mit der Novelle der Rettungsassistentenausbildung langjährige und berechtigte Forderungen auf und modernisieren das Gesetz grundlegend.“

Kernpunkte des Gesetzentwurfs sind unter anderem die Verlängerung der Ausbildungsdauer von zwei auf drei Jahre, eine Modernisierung des Berufsbildes und die Festlegung von Qualitätsanforderungen an die Schulen und Einrichtungen der praktischen Ausbildung. Um diese Weiterentwicklung nach außen kenntlich zu machen, wird die neue Berufsbezeichnung der „Notfallsanitäterin“ und des „Notfallsanitäters“ eingeführt.

Im Ausbildungsziel wird beschrieben, über welche Kompetenzen die Notfallsanitäter verfügen müssen, damit sie auch kritischen Einsatzsituationen gerecht werden können. Eingeführt wird ein Anspruch auf Zahlung einer Ausbildungsvergütung über die gesamte Ausbildungsdauer. Eine kostenfreie Ausbildung sei nach Ansicht des Ministeriums wichtig, um den Nachwuchs für diesen wichtigen Beruf zu sichern.

Den Entwurf eines Gesetzes über den Beruf der Notfallsanitäterin und des Notfallsanitäters sowie zur Änderung weiterer Vorschriften http://www.bmg.bund.de/kabinettentwurf_notfallsanitaetergesetz/

(Foto: BMG)

40 Responses to “Bundeskabinett beschließt NotSanG”

  1. Peter Beck via Facebook on Oktober 10th, 2012 11:29

    Also heisst das, bald wieder die Schulbank zu drücken. Man kann dann aber auch nur hoffen, dass der Beruf des Rettungsassistenten dann weg vom Kurierdienst und hin zum Heilberuf gehen und dieses mit einer höheren Eingruppierung im Lohn verbunden ist…

  2. Brumm Sel via Facebook on Oktober 10th, 2012 11:36

    Die Hoffnung stirbt zuletzt, nur müssen dafür alle einmal zusammen arbeiten und nicht jede Org für sich.

  3. Sven Eckelt via Facebook on Oktober 10th, 2012 11:38

    Das wurde auch langsam Zeit das das Gesetz kommt aber leider sollte auch mal mit den Krankenkassen gesprochen werden die seit Jahren die kosten im RD drücken wollen und das fast immer nur beim Personal…!!!! Das ist nicht der richtige Weg wenn man gut ausgebildetes RD Personal haben möchte!!!!

  4. Werner G Aus C via Facebook on Oktober 10th, 2012 11:48

    Hm, ob da manch „Herr/Frau Rettungsassistentin“ nicht „sauer“ seien wird, dass sie jetzt auch „nur noch“ ……sanitäter „geschimpft“ werden 😉 Obwohl……auch bisher war ja oft zu sehen/merken, dass Hilfebedürftige/Geschädigte nach einem Blick auf das Rückenklett eher zum Rettungssanitäter als zum ….assistenten gingen, weil Assistent eben wie……Assistent klingt 🙂

  5. Jan-Helge Goralski via Facebook on Oktober 10th, 2012 11:51

    Endlich, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Nun kommen wir langsam aus dem Schatten der ergrauten und nicht mehr zeitgemäßen Ausbildung heraus und müssen uns nicht mehr ganz so arg hinter unseren europäischen Nachbarn verstecken. Wenn dann auch noch die Gesetzeslage eines Tages an unser Jahrhundert angepasst wird ist Alles gut.

  6. Ben Field via Facebook on Oktober 10th, 2012 11:52

    Hohe Qualifikationen wollen sie alle, hohe Leistung wollen sie alle, Zwischenmenschliche Kompetenz wollen sie alle, aber Zahlen will keiner was dafür. Ausbildungsvergütung hin oder her, aber wenn man danach einen Nebenjob braucht, damit man seine Familie ernähren kann und sich auch mal was gönnen möchte, bringt das wenig. Von Idealismus alleine kann man keine Familie ernähren.

  7. Johann on Oktober 10th, 2012 12:41

    da hab ich es gut ich bin schon Notfallsanitäter mit NKI

  8. Johann Rothbauer via Facebook on Oktober 10th, 2012 12:41

    Da hab ich es gut ich bin schon Notfallsanitäter mit NKI

  9. thomaswagner on Oktober 10th, 2012 13:42

    @Johann Rothbauer:
    Was für ein sinnfreier Kommentar… Aber trotzdem Glückwunsch zu einer „hochqualitativen Ausbildung“ im Umfang von einigen Wochen! Der Vollständigkeit halber: ich bin selbst RA und Dozent im RD und auch NFS NKI.

    Aber zurück zum Thema. Zeit wird´s schon längst für eine zeitgemäße Anpassung des RettAssG an die Realität. Ich begrüße den Entwurf des NotSanG ausdrücklich. Allerdings hat man im Bundesministerium für Gesundheit leider die Chance vertan, die im Entwurf vorgesehen Kompetenzmöglichkeiten des RD-Personals bundesweit einheitlich verbindlich festzuschreiben. Folglich kann, dank unseres ach so tollen föderalistischen Systems, jetzt wieder jedes Land, jeder ZRF, jeder ÄLRD nach Belieben selbst herumreglementieren und den Flickenteppich in Deutschland weiter stückeln.

    Schade dass hier die große Chance vertan wurde, jedem Bürger im Notfall die gleiche Kompetenz (ohne Einschränkungen) in ganz Deutschland zukommen zu lassen und diesen föderalistischen Unsinn im Rettungswesen endlich zu beseitigen!

  10. Dieter-Josef Maier via Facebook on Oktober 10th, 2012 13:46

    was man nicht hört, was wird aus dem San, rdh und rettsan? wäre mal interessant!!! habe an der neuregelung etwas bedenken!!

  11. Uwe Eisner via Facebook on Oktober 10th, 2012 14:12

    Das frage ich mich auch. sind die RS/RDHs dann defakto raus? rettungsdienst.de wäre mal spannend, wenn ihr da ein wenig Licht in ins Dunkle bringen könntet.

  12. Sascha on Oktober 10th, 2012 14:20

    @Dieter:
    Es bleibt unangetastet. Es ist das Notfallsanitätergesetzesentwurf für die Berufsausübung im Rettungsdienst. Es regelt nicht die „Hilfsarbeiterqualifikationen“ wie RS, RH oder SAN ABC. Diese bleiben wie sie sind. Lediglich die Rettungsassistenten betrifft dieser Gesetzesentwurf, sofern Sie eine Prüfung zum Notfallsanitäter machen wollen und somit das neue Berufsbild erlangen wollen.

  13. Mat Thias via Facebook on Oktober 10th, 2012 14:25

    Das werden wohl weiterhin die einzelnen Landesrettungsdienstpläne regeln.
    Hier geht es nur um den Nofallsanitäter vs. Rettungsassistent.

  14. Stefan on Oktober 10th, 2012 15:02

    Yes,we can!

  15. Torsten Reh on Oktober 10th, 2012 15:41

    Neues Gesetz ja, aber nicht in dieser Form und nicht in dieser Formulierung. Es ist so nicht durchführbar.

  16. Olf on Oktober 10th, 2012 16:52

    @ thomaswagner: Zustimmung zu dem weiterhin bestehenden Flickwerk im Bezug auf eine bundeseinheitliche „Regelkompetenz“. Jeder Handwerker hat verbriefte Rechte/Pflichten die überall gültig sind!!

    @ Ben: Ja, die Bezahlung wird bei vielen AG ein nicht enden wollendes Wehklagen auslösen… 😉 Wie jetzt schon.
    Die Sache mit dem Nebenerwerb ist mit Familie zwar z.Z. durchaus notwendig,aber bei 48 h/W im Schichtdienst gar nicht zu leisten. Kann und darf auch nicht sein!!
    Vollarbeitszeit = richtiges Gehalt!!

  17. Barbara Lukaschewsky on Oktober 10th, 2012 19:01

    @ Sascha : Mein lieber ,wir „hilfsarbeiter “ halten den Rettern oft genug den Rücken frei ,und das meist Ehrenamtlich . Aber solang die HiOrgs alle ihr eigenenes Süppchen kochen ,und es auf Bundesebene keine einheitlichen Regelungen gibt ,wirds schwer für den Rettsan . Das mit der Ausbildungsvergütung find ich aber gut ,hoffe sehr ,daß jetzt nicht plötzlich eine Selektion im Vorfeld stattfindet ,wo Leute ,die vieleicht durchaus geeignet wären auf einmal durchs Raster fallen .

  18. Alexander Reinold on Oktober 10th, 2012 19:27

    Bei den Kompetenzen wird es vielleicht eine Verordnung geben. Im Gesetz steht dann ein Verweis darauf.
    Mann kann ja schlecht reinschrieben NFS darf Urapidil geben.
    Vielleicht müssen wir uns da noch ein wenig gedulden.
    Die Mühlen malen langsam im Staat.
    Also in diesem Sinne einen ruhigen Dienst.

    Achja, ob wir mehr Geld bekommen nachdem die Ärzte bis zu 1,27 Mrd. mehr bekommen bleibt abzuwarten. 🙂

  19. Heiner Dobmayer via Facebook on Oktober 10th, 2012 19:33

    Darauf hat Deutschland gewartet. Zum Glück gibt es nix wichtigeres in dem Bereich zu Regeln!!!

  20. Ben on Oktober 11th, 2012 11:08

    Bin selber RettH und finde das dass Gesetz ein weg in die richtige richtung ist.
    Wenn jetz alle Org. an einem strang ziihen das mit der Vergütung regeln denn ich persönlich kenn viele die genau der punkt abschreckt obwohl sie beste qualis haben.

  21. Dr N on Oktober 11th, 2012 11:44

    @ Johann Rothbauer:

    Die Kompetenz des RettAss bzw. NotSan „bundeseinheitlich“ durch das Berufsgesetz (RettAssG bzw. NotSanG) zu regeln, ist VERFASSUNGSRECHTLICH (Grundgesetz) nicht möglich; das ist seit dem Bundesverfassungsgerichts-Urteil im Jahr 2003 zum Altenpflegegesetz „glasklar“

    Der BUND hat keine Kompetenz „Regelungen zur Berufsausübung“ zu treffen, dies ist ausschließlich LÄNDERSACHE; der Bund darf nur die Ausbildung regeln. Zum Hebammen-Beruf hat beispielsweise jedes Bundesland eine „Berufsordnung“ geschaffen (und dort die Kompetenzen geregelt); dies wäre auch für den RettAss / NotSanG – Beruf möglich.

    Wem dies nicht gefällt, der sollte sich für eine Änderung der Grundgesetzes einsetzen, statt dem Bundesgesundheitsministerium oder den in der „Expertengruppe RettAssG- Novellierung“ tätigen Personen diesbezüglich Vorhaltungen zu machen.

  22. Jörn on Oktober 11th, 2012 15:49

    Zum vom BMG zur Verfügung gestellten Foto nur eine Anmerkung: Offensichtlich hat sich Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) vom Roten Kreuz vor einen besonderen Karren spannen lassen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Denn der hinter ihm stehende KTW (wohl ein Hochdachfahrzeug aus der Hornis-Reihe der Firma Ambulanz Mobile) ist mit der kostenpflichtigen, im Festnetz nicht priorisierten und im Mobilfunknetz nicht anwählbaren Nicht-Notruf-Nummer 19 222 beklebt. 🙁

    Herbstliche Grüße aus dem Südwesten

  23. Meisterchen on Oktober 11th, 2012 17:33

    Prinzipiell muss ich sagen, dass ich den Ansatz sehr lobenswert finde. Darüber hinaus ist jedoch nicht verbrieft, was die Mindestvergütung sein sollte.

    @Olf on Oktober 10th, 2012 16:52 : Viele Azubis arbeiten (mitunter mehr als) Vollzeit und kriegen trotzdem kein Vollzeitgehalt, sondern einen, gelinde gesagt, Hungerlohn. (Siehe Frieseure und andere Handwerksberufe)

    Darüber hinaus bin ich mal gespannt, ob weiterhin zwischen „Ost- und West“gehältern unterschieden wird, was ich persönlich nicht mehr zeitgemäß fände.

  24. joerg on Oktober 12th, 2012 14:58

    hallo,
    wenn ich das richtig verstanden habe,ist das gesetz seit dem 10.10.12 gültig.wenn man als rett ass nur eine prüfung machen will,um notfall sani zu werden,dann müss man vor dem 10.10.12 5 jahre als rett ass gearbeitet haben,egal wo oder zählt nur der rettungsdienst?
    und ist das gesetz den jetzt rechtskräftig?

  25. maik on Oktober 12th, 2012 15:06

    ist der notfallsani dann dem rett ass übergeordnet?

  26. Tim on Oktober 12th, 2012 16:43

    Stecke grad in der verkürzten Ausbildung zum RettAss für Krankenpfleger!

    Wird es denn in Zukunft überhaupt noch RettAss geben?

    Oder mache ich die ausbildung grad umsonst, da ich dann noch mal auf die Schulbank zwecks des Notfallsanitäters darf?

    Wird es das Anerkennungsjahr nächstes Jahr noch geben?

    Grad irgendwie verunsichert… 🙁

  27. Wolff on Oktober 12th, 2012 23:39

    Meinerseits befinde ich mich gerade in der Ausbildung zum RettAss und muss sagen, dass eine Nachschulung von RettAss unter einer Dienstzeit von 3 Jahren mit 960 Stunden unverhältnismäßig ist!

    Selbst die Dozenten fragen sich, was sie in 960 Stunden noch lehren sollen.

    Außerdem: Wer bitte stellt einen RettAss für die verkürzte Ausbildung an? Die Wachen werden erst einmal ihre Hauptamtlichen schulen.

    Die Kompetenzerweiterung und Rechtssicherheit hin oder her – hier werden viele RettAss auf der Strecke bleiben!

  28. Pit on Oktober 13th, 2012 05:41

    Bin ja mal gespannt wer die Kosten übernimmt für die Umschulung, da ist doch schon vorprogrammiert das die ganzen RD-Schulen utopische Preise verlangen werden. Herzlich Willkommen in Deutschland. Der Staat bzw. die BÄK soll die Umschulung der alten RA´s übernehmen die bekommen den Hals doch eh nicht voll, dann können Sie jetzt auch alles Zahlen.
    Neue Berufsbezeichnung und die Kompetenzen werden eher zurück gestuft als erweitert, typisch Deutsches Politikum.

  29. Pit on Oktober 13th, 2012 05:43

    Man sollte mal ne neue Berufsbezeichnung für die Pillen schupser einführen und die dann auch neben ihrem Job nochmal 3 Monate auf die Schulbank sitzen lassen, würde mich interessieren wie Sie dann drauf reagieren,

  30. der Münchner on Oktober 13th, 2012 08:24

    @Maik
    was die einzelnen Landesgesetze machen werden ist noch offen. Da aber der NFS den RettAss ersezen soll, werden beide erst einmal nebeneinander existieren. Ich denke, dies wird auch mindestens so lange nötig sein, bis es genügend NFS gibt, die die RettAss auch in allen Schichten ersetzen können. Da die Ausbildung drei Jahre dauert und die HiOrgs ja nur eine begrenzte Zahl gleichzeitig ausbilden können, wird dies aber einige Zeit brauchen. Theoretisch könnten die Länder auch beide parallel laufen lassen, bis die RettAss „ausgestorben“ sind.

  31. Christian on Oktober 13th, 2012 09:24

    @ Joerg du hast das nicht richtig verstanden. Am 10.10. hat das Kabinett also die jetzige Bundesregierung das Gesetz für „Gut“ befunden und es kommt in den Bundestag zur ersten Lesung.
    @Maik sollte das Gesetz verabschiedet werden dann ist der NFS die höchst nichtärztliche Ausbildung im Rettungsdienst und somit dem RettAss natürlich übergeordnet.

  32. Julia on Oktober 13th, 2012 13:35

    Die Änderung der Ausbildungszeit von 2 auf 3 Jahre finde ich super. Ansonsten ist dieser Gesetzesentwurf nicht durchdacht! Es gibt kein Mindesalter mehr. Ein Realschüler ist in der Regel 16Jahre wenn er seinen Abschluss macht. Könnte also direkt mit der Ausbildung zum NotfallSan. anfangen. Da die Ausbilung mehr praktisch als theoretisch ablaufen soll, frage ich mich wie man einen 16 bzw. 17jährigen mit auf einen RTW nehmen soll, nämlich überhaupt nicht. Es gibt ja auch sowas wie ein Jugendschutzgesetz!
    Desweiteren ist es den jetzigen Auzibis zum RettAss und den vielen die gerade ihr Anerkennungsjahr fahren nicht fair. Sie machen eine Ausbildung, die sie eigentlich vergessen können, haben teuer Geld bezahlt und müssen dann nochmal für knapp 1000Std. die Schulbank drücken? Was für eine Logik! Auch die vielen RettAss die eben weniger als 3 Jahre tätig sind und dennoch einen sehr guten Job verrichten müssen die Schulbank drücken. Des weiteren wie soll das System weiterhin laufen? Die Leute sollen arbeiten und sich schulen lassen? Ich weiß nicht wie es bei euch ist aber durch meinen Schichtdienst habe ich nicht die Zeit um in meiner wenigen Freizeit nochmal die Schulbank drücken zu können. Es gibt Sachen die sollten definitiv geändert werden, dazu zählt die Ausbildungsdauer aber auch die Bezahlung aber dieser Entwurf, so wie der hier ist, wurde von Schreibtischhengsten entwickelt und nicht von Leuten, die das tägliche Geschäft aktiv betreiben!
    Einfach lächerlich!! Dieses Land hat genug Probleme um sich im Augenblick über solche Änderungen Gedanken zu machen. Auch in unserem Land haben Bürger nichts zu essen, können sich medizinische Eingriffe und Untersuchungen nicht leisten, das Bildungsniveau sinkt. Mörder bekommen noch eine finanzielle Entschädigung und dürfen auf unsere Kosten studieren. Armes Deutschland!!!

  33. Sebastian on Oktober 13th, 2012 18:59

    @maik:
    Aufgrund dessen, dass die Tätigkeiten des NotSan detaillierter definiert sind (Vergleich NotSanG-Entwurf mit RettAssG) und einer leicht verbesserten rechtlichen Absicherung wird der NotSan in der Hierarchie wohl minimal höher stehen als der RA. In der Praxis wird wohl dies jedoch wohl kaum einen Unterschied machen. Bei der notwendigen Anpassung der verschiedenen Landesrettungsdienstgesetzten vermute ich mal behält er RA seine Aufgaben und der NotSan wird alternativ aufgeführt.
    In der Praxis ergibt sich ein Überordnungs-/Unterstellungsverhältnis doch eigentlich eh mehr aus der Funktion (Wer ist Fahrer? Wer bei Beifahrer?). Wer hat denn momentan das Sagen, wenn zwei RA’s einen RTW besetzen?

    @joerg:
    Nein, das Gesetz ist (leider) noch nicht gültig. Erst müssen noch der Bundestag und der Bundesrat dieses absegnen und schließlich muss es noch im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Das wird also noch ein wenig dauern, ggf. durchläuft es auch erst noch Vermittlungsausschüsse.

    Bezogen auf die 5 (oder 3)-Jahres-Regel habe ich so verstanden, dass die Zeit von der RA-Urkunde bis zur Ergänzungsprüfung gerechnet wird. Und nicht bis zum Inkrafttreten des Gesetzes.

    Allerdings sprichst du einen interessanten Punkt an. Im aktuellen Entwurf wird von einer fünfjährigen bzw. dreijährigen Tätigkeit als RA gesprochen. Zählt da rein das Datum der Urkunde?
    Im Extremfall war man nach dem RA-Examen fünf Jahre arbeitslos und hat keine Erfahrungen gesammelt. Darf man dann sofort zur Ergänzungsprüfung?
    Wie sieht dies mit ehrenamtlichen RA’s aus? Oder mit nebenamtlichen, die nur 20 Stunden die Woche fahren?
    Was ist mit RA’s die laut Arbeitsvertrag schon jahrelang als RS eingestellt sind?
    Was ist mit Feuerwehrmännern, die als überhaupt gar nicht als RA sondern als Feuerwehrmann eingestellt sind (Bezeichnung im Arbeitsvertrag)?
    Oder mit hauptamtlichen RA’s die aber ausschließlich KTW fahren? (Möchte KTW-Transporte nicht abwerten, es ist halt nur einen praktische Erfahrungsunterschied ob man fünf Jahre lang RTW fährt oder fünf Jahre KTW)
    Was ist mit RA’s die ausschließlich im Krankenhaus arbeiten?

    Meine Vermutung ist, dass es rein um das Datum der Urkunde gehen wird. Alles andere wird sich sonst in der Praxis schwierig prüfen/umsetzen lassen.
    Als das 1989 das RettAssG in Kraft getreten ist gab es ja eine fairere Lösung: Alle RS mit 2.000 Stunden wurden anerkannt. Mit so einer Lösung wäre es möglich die obigen einfach Fragen zu beantworten.

    P.S. an joerg: Prüfe doch mal deine Tastatur, scheint deine Großschreibtaste ist defekt 😉

  34. Sascha on Oktober 14th, 2012 11:53

    @Joerg:
    Das Gesetz ist nicht gültig, da es derzeit nur durch das Kabinett gegangen ist. Gerechnet wird mit dem 01.01.2014 als Erlassdatum.
    Damit es gültig wird, muss es durch den Bundesrat und vom Bundespräsidenten unterschrieben werden.

    @maik: Der NFS wird aufgrund seiner längeren Ausbildungszeit und somit höheren Qualifikation dem RettAss vorgesetzt sein.

  35. der Münchner on Oktober 15th, 2012 09:52

    also ich finde es ja interessant, dass alle schreiben der NFS wäre denm RettAss vorgesetzt. Das kann ich im Entwurf nirgends rauslesen. Auch nicht (was auch einige denken) dass er besser gezahlt wird. Es wird (vereinfacht) die Aubildung und der Zugang neu geregelt, des weiteren ist der Begriff „Notkompetenz“ endlich raus. Ansonsten heißt es nur, dass das NFS Gesetz das RettAss Gesetz ersetzt. Die endgültige Festlegung erfolgt jedoch in den Rettungsdienstgesetzen der Länder. Mal schauen, was die Lobbyisten da einbringen werden.

  36. Nando on Oktober 15th, 2012 13:38

    Wie kann man bereits jetzt eine Ausbildung absolvieren, die noch gar nich reglementiert ist? Schnellschussausbildung?

  37. Sascha on Oktober 15th, 2012 14:19

    @Münchner:

    Das er Vorgesetzter wird, wird auch nicht darin zu finden sein, da der RettAss ein auslaufendes Modell ist. Da der NFS dennoch aufgrund seiner Kompetenz Maßnahmen bekommen wird (Delegation von invasiven und nicht invasiven Maßnahmen durch den ÄLRD) wird nur er diese auch durchführen dürfen und nicht der RettAss. Dadurch entsteht automatisch ein Vorgesetztenverhältnis, da der NFS über die Maßnahmen und Durchführung entscheiden wird/muss.

    Wer das also für sich nicht möchte, wird die neue Prüfung machen müssen/können und somit sich des neuen Berufsbildes bemächtigen dürfen.

  38. der Münchner on Oktober 15th, 2012 17:55

    @Sascha
    schaumamal, wie man bei uns in Bayern sagt 😉 was die ÄLRD den NFS an Maßnahmen übertragen werden. Ich habe zumindest nach deren letzten Stellungnahme nichts Neues gehört. Wird denke ich möglicherweise erst einige Zeit dauern.
    Da die „Zwangsfortbildung“ für RettAss mit mehrjähriger Erfahrung vom Tisch ist, dürfte es für Umstiegswillige nun eine Hürde weniger geben.

  39. Christoph Dennenmoser on Oktober 17th, 2012 13:32

    Nachdem ich in letzter Zeit immer mehr mit Paramedics aus verschiedenen Ländern zu tun hatte, bin ich bezüglich des NotSanG nicht mehr so enthusiastisch. In vielen Ländern ist der EMS Paramedic einem Masterstudium gleichzusetzen. Da gibt es natürlich auch keine Notärzte (bzw. „nur“ auf den Leitstellen zur telefonischen Rücksprache). DAS wäre ein wirklicher Fortschritt. Aber darauf kommen wir in Deutschland vermutlich in ca. 15 Jahren…

  40. Sascha on Oktober 17th, 2012 14:44

    @Christoph:
    Ähnliches habe ich auch erlebt weswegen mein Weg im Februar nach Australien mich führt.

    Erste Optionen sind mit der Akademisierung des NFS im Gesetz gelegt. So dass hier eine Gruppe von NFS mit B.Sc und später M.Sc entstehen können. Wie diese dann eingesetzt werden könnten (z.B. Artikel von Grabinsky et.al. in der Rettungsdienst August) steht noch in den Sternen, aber einen Einsatz auf dem NEF anstatt des NA ist sicherlich disktutierbar – für die Zukunft. Deutschland muss aber erstmal viele strukturelle Probleme bekämpfen und Optimierungen in Richtung Prozess- und Ergebnisqualität durchführen, bevor man sich auf dieses Niveau begeben möchte.
    Ein erster Stein ist gelegt, auch wenn man aus anderen Quellen (www.s+kverlag.de) hört, das die Landerärztekammer auf ihrer 71. Sitzung beschlossen haben soll, der Landespolitik nachgelegt zu haben, gegen den Entwurf im Bundesrat zu stimmen. Da fällt einem nichts mehr zu ein. Populismus gegen konstruktive Entwicklungen.

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