Bielefeld: Nach Defibrillator-Zwischenfall werden Elektroden getauscht


Corpuls3Bielefeld (ots) – Nach dem Zwischenfall mit einem Defibrillator-Elektrodenkabel tauscht die Feuerwehr Bielefeld nach Angaben der Zeitung „Neue Westfälische“ jetzt alle Elektroden auf ihren Rettungsfahrzeugen aus. Der Hersteller des Defibrillators hat bereits Untersuchungen des Vorfalls in die Wege geleitet.

Wie die in Bielefeld erscheinende „Neue Westfälische“ berichtete, war kürzlich bei der Reanimation eines 53-jährigen Mannes die Isolierung eines Kabels beim Auseinanderziehen der verklebten Kabelstränge beschädigt worden. Dadurch hatte sich ein Teil der Spannung in einem Lichtbogen entladen. Die Einsatzkräfte entsorgten das Kabel und meldeten den Vorfall den zuständigen Behörden. Die Defibrillatoren blieben im Einsatz. Verletzt wurde offenbar niemand.

Vergangenen Dienstag (29.04.2014) wurden zwei weitere defekte Kabel gemeldet. Daraufhin zog die Feuerwehr die Elektroden aus dem Verkehr. Sie sollen durch neue Elektroden, deren Kabelstränge nicht verklebt sind, ersetzt werden.

In der Zwischenzeit werden die neuen Defibrillatoren nur noch für Diagnosezwecke verwendet, nicht mehr zur Wiederbelebung. Hierfür sind die Rettungswagen zusätzlich mit AED-Geräten bestückt worden, die normalerweise im Krankentransport zum Einsatz kommen. Die Notarztwagen in der Stadt rücken jetzt mit älteren Defibrillatoren aus.

Defibrillations-/Stimulationselektrode vom Typ „CorPatcheasy pre-connected“ mit grau/schwarzem Kabel. Foto: Fa. GS

Defibrillations-/Stimulationselektrode vom Typ „CorPatcheasy pre-connected“ mit grau/schwarzem Kabel. Foto: Fa. GS

Der Hersteller des eingesetzten Defibrillators, die Firma GS Elektromedizinische Geräte G. Stemple, weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass das in Bielefeld eingesetzte Gerät vom Typ Corpuls 3 seit 2007 am Markt und seither weltweit täglich 10.000fach im Einsatz ist. Bei der eingesetzten Defibrillationselektrode handele es sich um ein Produkt, das durch die Firma Leonhard Lang aus Österreich hergestellt werde. Die Meldung über den Zwischenfall sei umgehend im vorgeschriebenen Rückmeldeprozess bearbeitet und an den Hersteller der Elektroden sowie an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte weitergeleitet worden.

Bis weitere Erkenntnisse zu dem Fall vorliegen, empfiehlt die Firma GS, beim Einsatz der Defibrillations-/Stimulationselektrode vom Typ „CorPatcheasy pre-connected“ (Artikel Nr. 05120.1, mit grau/schwarzem Kabel) besonders darauf zu achten, dass das Zwillingskabel der beiden Elektroden händisch nicht weiter auseinandergezogen wird, als es bereits getrennt ist. Dann könnten die Elektroden ohne Risiko weiterverwendet werden.

Die Firma GS kündigt weitere Informationen für Montag (05.05.2014) an.

(02.05.2014; Fotos: GS Elektromedizinische Geräte G. Stemple)

2 Responses to “Bielefeld: Nach Defibrillator-Zwischenfall werden Elektroden getauscht”

  1. Wolfgang Singer via Facebook on Mai 2nd, 2014 11:46

    Man sollte nach amerikanischem Stil noch zusätzliche Hinweise ausgeben. Nicht mit dem Finger in Steckdosen fassen, nicht während der Fahrt aus dem Fahrzeug aussteigen und ähnliches.. Wenn schon so wenige grundlegendes technisches Verständnis vorhanden ist das man dadurch die Isolation der Kabel beschädigt oder beschädigen kann fragt man sich doch wo es sonst noch Lücken gibt. Vielleicht Elektroden zuschneiden damit sie bei allen anatomischen Gegebenheiten passen ?

  2. Wouter on Mai 6th, 2014 07:49

    Wie kommt man als RD Mitarbeiter auf die Idee, Medizinprodukte nicht sachgerecht zu benutzen ?? Warum wird das Kabel mehr als vorgesehen aufgetrennt?

    Das Beste ist den Vorfall des Behörden zu melden., hoffen wir das dies keine Rückkopplung gegen den Tor mit sich zieht.
    Als Vorgesetzer kann man den Verursacher nur ( zumindest zeitweise )suspendieren und abmahnen.

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