Bessere Berufschancen als „Fachkraft für Notfallrettung“?


Gelsenkirchen (rd.de) – Der Konkurrenzkampf der Rettungsassistentenschulen ist groß. Auf die Frage, wie man im Wettbewerb besser auf sich aufmerksam machen kann, liefert das „Rescue Education Center“ in Gelsenkirchen eine neue Antwort. Dort bildet man eine „Fachkraft für Notfallrettung“ heran. Desinfektor, EH-Ausbilder und Betriebssanitäter sind hier bereits inklusive. Rettungsdienst.de fragte Ausbildungsleiter Denis Handke, welchen Nutzen diese Zusatzqualifikationen haben.

rd.de: Die von Ihnen „Fachkraft für Notfallmedizin“ genannte Qualifikation ist doch ein Phantasieprodukt, oder?

Denis Handke: Das ist vielleicht etwas hart gesagt. Wir haben hier noch ein Standbein im Bereich Sicherheitsdienste und dort kennt man „Fachkräfte für Schutz und Sicherheit“. Daran angelehnt haben wir eine Rettungsdienstausbildung mit zusätzlichen Qualifikationen entwickelt. Das sind eben Fachkräfte mit einem multifunktionalen Einsatzspektrum.

rd.de: Neben den erforderlichen Ausbildungsschritten zum Rettungssanitäter und zum Rettungsassistenten erwerben die RA-Anwärter bei Ihnen eine Ausbildung zum Desinfektor mit 130 Unterrichtsstunden, eine 55-Stunden-Ausbildung zum EH-Trainer, die Ausbildung zum Evakuierungshelfer und Rettungshundeführer mit 28 Stunden, die Zusatzqualifikation Brandschutzhelfer mit 8 Stunden, 32 Stunden werden der Ausbildung zum Betriebssanitäter gewidmet und zum Schluss kommen nochmals 24 Unterrichtsstunden für die Sonderqualifikation „Fachkraft für Desinfektion im Rettungsdienst“ hinzu. 1.477 Stunden Theorie, wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe. Wie lange braucht man dafür, inklusive Klinikpraktikum?

Denis Handke: Der Theorieblock inklusive Krankenhauspraktikum wird binnen elf Monaten abgewickelt.

rd.de: Und im Ausbildungsplan für die Rettungsassistenten fehlt nichts, was in der Ausbildungsordnung vorgesehen ist?

Denis Handke: Es fehlt nichts. Die RA-Ausbildung hat 1.200 Stunden.

rd.de: Man fragt sich ja, ob der erforderliche Prüfungsstress nicht vielleicht zu viel für Ihre RA-Anwärter ist.

Denis Handke: Diese Zusatzelemente greifen wie ein Zahnrad ineinander, und wir gehen davon aus, dass diese Ausbildung entsprechend rund laufen wird.

rd.de: Während die Zusatzqualifikation zum staatlich geprüften Desinfektor, die bereits Bestandteil der Rettungssanitäterausbildung ist, ohne Zweifel eine gefragte Fortbildung ist, die eine sinnvolle Ergänzung darstellen kann, wirken andere Qualifikationen eher etwas beliebig.

Denis Handke: Der Auswahl von Zusatzqualifikationen gingen intensive Gespräche mit Hilfsorganisationen voraus. Seit dem Wegfall der Zivildienstleistenden gibt es zum Beispiel einen gestiegenen Bedarf an Erste-Hilfe-Ausbildern.

rd.de: Und wie erklärt sich der Bedarf an Betriebssanitätern?

Denis Handke: Qualifikationen wie Erste-Hilfe-Ausbilder und Betriebssanitäter sichern die Beschäftigungsmöglichkeiten unserer Absolventen, wenn ein Einsatz im Rettungsdienst nicht mehr in Frage kommt. Im Grunde kann man mit unserer Ausbildung als Grundlage kaum mehr arbeitslos werden.

rd.de: Aber Miniqualifikationen wie Evakuierungshelfer und Brandhelfer braucht man im ganzen Rettungsdienstspektrum doch nicht…

Denis Handke: Wir glauben, das Wissen eines Evakuierungshelfers kann bei einem MANV ausgesprochen hilfreich sein. Der Brandschutzhelfer war eigentlich mal als Teil des Ausbildungscurriculums für Rettungsassistenten vorgesehen, wird aber heute nicht mehr abgeprüft. Viele Rettungsdienste laufen in Nordrhein-Westfalen unter Führung der Feuerwehr.

rd.de: Man kann nur hoffen, dass die künftigen Arbeitgeber diese Extras der künftigen „Fachkräfte für Notfallrettung“ zu schätzen wissen…

Denis Handke: Genau darum geht es uns auch. Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sind ein Pluspunkt, weil die integrierten Qualifikationen sonst teuer betriebsintern finanziert werden müssten. Einen kleinen Erfolg können wir bereits verbuchen. Die Rettungswachen für das 1.600-stündige RA-Praktikum werden unsere Anwärter für ein Jahr in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung übernehmen. Vom Desinfektor profitiert der Praktikumsgeber schließlich vom ersten Tage an.

Mit Denis Handke sprach Mario Gongolsky

(Foto: Rescue Education Center Gelsenkirchen)

9 Responses to “Bessere Berufschancen als „Fachkraft für Notfallrettung“?”

  1. thomaswagner on März 12th, 2012 14:07

    Mein Fazit aus diesem Interview(ausschnitt): Wahllos und ohne Sinn und Verstand.
    Da werden Qualifikationen ge- bzw. erfunden, die kein Mensch braucht, wie z.B. Brandschutzhelfer, denn es ist nicht Aufgabe des RA, wenn er auf einem Rettungsmittel tätig ist, während eines Einsatzes im Brandschutzwesen zu agieren; zudem sind im Bundesdurchschnitt die wenigsten RA´s bei Feuerwehren angestellt. Und falls doch, so werden diese als Feuerwehrbeamte ohnehin als Brandmeister ausgebildet, oder sie bleiben reine RA´s.
    Weiterhin kenne ich keine Feuerwehr oder Rettungsdienste, die hauptamtliche Hundeführer beschäftigen. Hat denn ausserdem jeder RA an dieser Schule einen Hund, der auch noch die Voraussetzungen als Rettungshund erfüllt? Von der Ausbildung des Hundes ganz zu schweigen…
    Auch der Zusammenhang zwischen Wegfall von Zivildienstleistenden und dem daraus angeblich resultierenden gestiegenen Bedarf an EH-Ausbildern ist mir schleierhaft. Und wofür brauche ich die Ausbildung zum Betriebssanitäter, wenn ich eine RA-Urkunde vorweisen kann? Und wofür soll die „Sonderqualifikation als Fachkraft für Desinfektion im RD“ gut sein wenn bereits die staatlich geregelte Qualifikation als Desinfektor vorhanden ist?

    Summa summarum: Unnötige Zeitverschwendung für sinnlose „Qualifikationen“. Daraus eine pauschale Beschäftigungsgarantie abzuleiten zeugt m.E. von wenig Realitätssinn. Einzig der Desinfektor erscheint sinnvoll. Ob diese Qualifikation(en) aber deswegen zu höherer Bezahlung oder einer garantierten Einstellung führen, selbst wenn es nur ein Zeitvertrag ist, wage ich ernsthaft zu bezweifeln! Eine Verzahnung von präklinischen und klinischen Ausbildungsgängen, z.B. im Bereich der Anästhesie oder Intensivmedizin, wäre deutlich sinnvoller und gewinnbringender für die Absolventen!

  2. Daniel on März 14th, 2012 10:10

    Ausbildung zum Rettungshundeführer in 28 Stunden? Unfassbar mit so einer Dreistigkeit zu werben und an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Ausbildung eines Rettungshundeführers und seines Rettungshundes dauert minimal 2 Jahre, bei ca. 8 Stunden Training pro Woche bis er seine erst Prüfung ablegen kann. Bis zur Einsatzreife vergehen dann noch mal um die 6 Monate.

    Unglaublich was für unseriöse Rettungsdienstschulen es gibt.

  3. Olf on März 14th, 2012 11:25

    Solch ein Ausbildungskonzept ist für mich am Ziel so was von vorbei….
    Wenn die Schule den Rettungsdienst in der Ausbildung entwickeln will dann sollte sich mit Inhalten für eine echte Weiterentwicklung des Berufsbildes beschäftigt werden!!
    Pseudo-Qualifikationen…..
    Wenn die HiOrg einen gesteigerten Bedarf haben dann sollten sie ihren Bedarf zielgerichtet Ausbilden und dann hauptamtlich anstellen.
    Die Zeiten von günstigen Arbeitskräften läuft aus!!

  4. DerfeineHerr on März 17th, 2012 10:40

    Hallo,

    die Idee finde ich persönlich gar nicht so schlecht. Die Beschreibung Rettungshundeführer ist wirklich sehr unglücklich gewählt, denn auf der Webseite steht bei denen der Diensthundeführer, welchen man aus dem Sicherheitsgewerbe kennt. Sinnvoll finde ich das aber auch nicht, denn das sichert höchstens eine Beschäftigung im Sicherheitsgewerbe für 7,50€/h.
    Warum ist der Brandschutzhelfer sinnlos? Ist doch ganz gut, dass man was über Feuer & Co, gehört hat. Jedoch erscheinen mir hier 8h ein wenig zu kurz. M.M.n. müsste der etwas länger sein.
    Betriebssanitäter: In manchen Betrieben spielt es keine Rolle, ob man vorher zum RettAss o.ä. ausgebildet wurde, da im Lehrgang auch noch ein,zwei andere Aspekte vermittelt werden, wie z.B. Inhalte aus dem ArbSchG. Von daher auch recht sinnvoll, da man so nicht zwangsläufig an den „normalen“ Rettungsdienst gebunden ist.
    Aber, liebe Gemeinde, nicht gleich alles verteufeln und warten was bei rumkommt. Gebt Neuerungen eine Chance.

  5. Denis Handke on März 19th, 2012 13:11

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    bitte nicht immer Negativ urteilen ohne die Hintergründe des ganzen zu kennen!
    Wer fragt dem wird aus geholfen…
    Warum diese Zusatzqualifikationen? Warum noch weitere Unterteilungen?
    Desinfektor – wahrscheinlich unumstritten…
    EH – Ausbilder: Viele Hilfsorganisationen mit kleineren Verbänden haben nicht immer die Möglichkeit ihre Mitarbeiter für die ganze Zeit der Ausbildung freizustellen und dafür noch weitere Aushilfen in dem Zeitraum zusätzlich zu bezahlen. Desweiteren ist es auch nicht immer gewährleistet das die „Prüfung“ zum EH – Ausbilder auch bestanden wird. So kann der Arbeitgeber direkt ab dem 1. Tag an den Mitarbeiter einsetzen…

    Evakuirungshelfer: Als ersteintreffendes Rettungsmittel bei einer größeren Schadenslage sollten die Rettungskräfte mit weitergehenden und Vorschriften bezüglich betrieblicher Vorgehensweise vertraut sein. Wie wird denn eine Evakuirung durchgeführt wenn ein Hochhaus brennt und der ersteintreffende Rettungsdienst die obligatorische Einsatzleitung bis Eintreffen Feuerwehr/ELW/ect. eintreiift und übernimmt? Wer hat da direkt in seiner theoretischen Ausbildung tiefergehendes Wissen erlangt?

    Rettungs-/ Diensthundeführer: Die Bezeichnung ist auf grundlage der betrieblichen Diensthundeführer gewählt worden. Ein Rettungshundeführer wird in die theoretischen Grundlagen der Hundeführerschaft eingewiesen und erlernt unter anderem einen Großteil der Führung und suche von Menschen mit einem solchen Tier… Außerdem wird gegen ende des Jahres die betriebseigene Ausbildungsstätte für Rettungshunde in Gelsenkirchen eröffnet und eine komplette Hundestaffel mit einer großen Hilfsorganisation ins Leben gerufen. Dies vertieft die Ausbildungsstruktur.

    Brandschutzhelfer: Nach dem Bundeseinheitlichen Curriculum für Rettungsassistenten Abschnitt 4.4.3. muss folgendes gelehrt werden:
    Auszug:
    4.4.3 Verhalten an Brandstellen
    (RZ) Der AT kann die von Brandstellen ausgehende Gefährdung erkennen
    und ist sich seiner Handlungsmöglichkeiten und -grenzen bewusst.
    (GZ) Der AT kann die unterschiedlichen Brandverläufe erläutern und das jeweils
    vorhandene Gefährdungspotential einschätzen.
    (GZ) Der AT kann die standardisierten Brandbekämpfungsregeln der Feuerwehr
    aufzählen und erklären.
    (GZ) Der AT ist über die Zuständigkeiten und Aufgaben des Rettungsdienstes
    bei der Zusammenarbeit mit Feuerwehren im Einsatz informiert.
    (GZ) Der AT kann die zur Verfügung stehenden Mittel zur Brandbekämpfung
    sicher einsetzen.
    Warum gehört wohl ein Feuerlöscher zur DIN – Austattung eines RTW?
    Wieviele lernen den praktischen Umgang mit solch einem Gerät in der Ausbildung?

    Ausbildung zum Betriebssanitäter:
    Nach der berufsgenossenschaftlichen Ausbildungsrichtlinie BGG 949 darf ein Rettungsassistent nicht als Betriebssanitäter eingesetzt werden. Die Gründe würden den Rahmen der Mail sprengen und können dort gerne nachgelesen werden. Übrigens: Wieviele Mitarbeiter im Rettungsdienst kennen sie die den Job bis 67 Jahre machen können? Wo sind alle Dienstälteren Kollegen in den Großstädten hin wenn sie nicht gerade Beamte sind???

    Fachkraft für Desinfektion im Rettungsdienst:
    Wird nach der APO – Desinf die Vorgehensweise bei der Desinfektion eines RTW/KTW beigebracht? Werden rettungsdienstrelevante Aspekte in die Ausbildung zum staatl. gepr. Desinfektor von jeder Ausbildungsstätte integriert wenn es nicht zufällig Ausbildungsstätten der Feuerwehr oder der HiOrg´s sind?
    Da dies nachweislich nicht der Fall ist, und nicht jeder Desinfektor die grundsätzliche Vorgehensweise bei Patienten mit z.B. Hämo. Fieber kennt ist diese Zusatzqualifikation sehr wichtig. Die Seite des RKI sagt nicht immer aus wie der Rettungsdienst vorgehen soll…

    Dieses war nur eine kleine Ausführung warum diese Ausbildung konzipiert wurde… Wer genaueres wissen möchte kann gerne persönlich Kontakt zu unserer Schulungsstätte aufnehmen und ein vertiefendes Gespräch mit uns führen. Gegenüber konstruktiver Kritik sind wir jederzeit aufgeschlossen. Aber bitte nicht einfach aus dem „Bauch“ heraus schlechtreden nur weil man die Zusammenhänge nicht direkt versteht…

    Mit kollegialen Grüßen
    Rettungsschule-REC

  6. Daniel on März 20th, 2012 08:07

    „Rettungs-/ Diensthundeführer: Die Bezeichnung ist auf grundlage der betrieblichen Diensthundeführer gewählt worden. Ein Rettungshundeführer wird in die theoretischen Grundlagen der Hundeführerschaft eingewiesen und erlernt unter anderem einen Großteil der Führung und suche von Menschen mit einem solchen Tier… “

    Ein Rettungshundeführer ist nach DIN 13050 und nach allgemeiner Auffassung jemand, der sowohl die theoretischen und praktischen Grundlagen beherrscht, aber vor allem auch über einen geprüften Rettungshund verfügt. Erst damit wird aus einem Hundeführer eine Rettungshundeführer.

    Von daher ist es absolut nicht richtig, bei einem 23 Stunden Ausbildungsblock von einem Rettungshundeführer zu sprechen. Das kann man vielleicht eine theoretische Einweisung in die biologische Ortung nennen, alles andere ist schlichtweg falsch und irreführend.

  7. Daniel on März 20th, 2012 10:02

    Tja das ist halt eine der besten schulen in NRW. Und zudem wird man auf der Schule gefördert dort wo die Schule nur kann. Her Handke hatt sich dabei schon was gedacht. Und wärend meines Rettungswachen Praktikum waren erstaunt über das ausbildungssprektrum. Ich habe von allen nur positive Kritik um das rec Center von meiner rettungswache bekommen und möchte hiermit nochmal ein großen dank an das Dozenten Team und natürlich an Herrn Handke aussprechen.

  8. Niklas on März 28th, 2012 10:46

    Vielleicht wäre es ein erster guter Schritt, wenn man schon eine hochqualifizierte “Fachkraft für Notfallrettung” erfinden möchte, die Zulassungsvoraussetzungen anzupassen und etwas mehr zu fordern als nur den Hauptschulabschluss. Dies würde sicherlich schon mal die „Qualität“ erhöhen und z.B. zu lesbaren und einigermaßen verständlich ausgefüllten Rettungsdienst-Protokollen führen, die frei von Rechtschreibfehlern oder Grammatikfehlern wären. Leider habe ich da bisher viele andere sehr negative Erfahrungen gemacht, die teilweise eher peinlich waren. Zur Ausbildung als solches sei gesagt, dass eine eher sinnfreie Aneinderreihung von nicht wirklich nützlichen “Qualifikationen” (Desinfektor ausgenommen), auch keine höhere Qualifizierung erreicht.
    Sind die z. B. die Praktika der Rettungsdienstausbildungs-Anteile ausgedehnt? Erhält die angehende “Fachkraft” explizit eine mit dem ausbildenden Krankenhaus vertraglich zugesicherte hochqualifizierte Anleitung während der erforderlichen Praktika? Gerade in den Praktika im Krankenhaus lernen die meisten Auszubildenden des Rettungsdienstes eher wenig, sind oft nur “störend” und erhalten selten eine fachbezogene und rettungsdienstorientierte Anleitung. So würde ich einen wesentlich größeren “Qualitätszuwachs” für einen Auszubildenden sehen, als in der Weiterbildung in 28 “Stündchen” zum “Rettungshundeführer”. Bisher habe ich diese “Qualifikation” an einer Einsatzstelle primär noch nicht wirklich vermisst.
    Das ganze Konzept ist gut gemeint, aber an der erforderlichen Realität leider vorbei. Es scheint, als hätte sich das Konzept jemand ausgedacht, dem viele Jahre Rettungsdiensterfahrung einfach fehlen. Wie so ziemlich jeder “Vorredner” schon treffend bemerkt hat, erscheint das ganze Konzept, zumindest in Beurteilung des obigen Artikels, eher der Versuch, unwissende zukünftige Auszubildende mit “Lockangeboten” zu sich zu ziehen, ohne dass sie wirklich hinterher einen Wettbewerbsvorteil durch die “Zusatzqualifikationen” (Desinfektor ausgenommen) haben werden. In der Regelschule würde man sagen: Thema verfehlt.
    Im Prinzip wird das aber die Zeit zeigen. Es würde mich mehr als wundern, wenn auch nur eine einzige “Fachkraft für Notfallmedizin” durch diese Ausbildung irgendeinen Vorteil haben wird.
    Wünsche den Teilnehmern der Ausbildung dennoch alles erdenklich Gute und hoffe, dass z. B. “Zusatzqualifikation” zum “Evakuierungshelfer” auf den Wachen nicht eher für schallendes Gelächter und Mitleid sorgt.
    Im Übrigen ist es eh zweifelhaft, an einer Schule eine “seriöse” Ausbildung zu erwarten, die auf ihrer Homepage vor Allem durch “halbnackte” Schönheiten wirbt . Somit scheint auch der Versuch einer “Fachkraft” eher ein weiterer kläglicher Versuch, Aufmerksamkeit zu erhaschen.
    Und wie die Kommentare hier ja unisono vermuten lassen, scheint die Aufmerksamkeit durchaus gegeben, aber sicher anders als gewünscht.

  9. Kranker Pfleger on März 28th, 2012 12:48

    Dem Kommentar von Niklas ist dem Grunde nach eigentlich nichts hinzuzufügen. Dennoch kann ich nicht umhin den Beitrag von Herrn Handke zu kommentieren. Gerade von einem Ausbildungsleiter einer Berufsfachschule hätte ich einen fehlerfreien Beitrag hinsichtlich Rechtschreibung und Argumentation erwartet, aber vielleicht bin ich einfach zu anspruchsvoll.

    Die Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Betriebssanitäter sind nicht in BGG 949, sondern u.a. in BGI 509 geregelt. BGG 949 befasst sich lediglich mit den Anforderungen an eine Schulungsstätte für Betriebssanitäter sowie mit den Unterrichtsthemen. Es ist ebenfalls nicht richtig, daß RettSan & RettAss nicht als Betriebssanitäter tätig werden dürfen. Beide rettungsdienstlichen Ausbildungen sowie ein Abschluß in Krankenpflege (dreijährig) sind vielmehr bzgl. den Inhalten des Grundlehrgangs für Betriebssanitäter (mind 63 UE) als mindestens gleichwertig anerkannt. Mit den vorgenannten Ausbildungen darf jedoch nur derjenige als Betriebssanitäter tätig werden, der den Aufbaulehrgang, sowie regelmäßige, tätigkeitsbezogene Fortbildungen erfolgreich absolviert hat.

    Anstatt, der Vielzahl an „Zusatzqualifikationen“ wäre aus meiner Sicht eine vertiefende Grundausbildung, auch durch entsprechende Praktika, sinnvoller. Eine generelle Verbesserung der Ausbildungsqualität würde m.E. insbesondere durch eine höhere schulische Bildung (Mittlere Reife, ggf. mit einem gewissen Mindestdurchschnitt) erreicht. Warum sollen für die Ausbildung zum RettAss geringere Anforderungen gelten wie bei GuKPfl.?

    Ein wirklicher Qualitätszuwachs ist jedoch m.E. erst dann zu erwarten wenn das Rettungsfachpersonal in einer mind. dreijährigen dualen Berufsausbildung, vergleichbar mit GuKPfl., ausgebildet und auch schon während der Berufsausbildung vernünftig bezahlt wird. Dann wird endlich damit Schluss sein, daß sich jeder, auch mit schlechtem Hauptschulabschluß, einen Ausbildungsplatz erkaufen kann.

    http://bg-qseh.de/Bibliothek/BGI509.pdf

    http://bg-qseh.de/Bibliothek/BGG949.pdf

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