Besatzungsmitglied der „Gorch Fock“ über Bord gegangen


Glücksburg (Marine) – Seit der Nacht zu Donnerstag wird ein Besatzungsmitglied des Segelschulschiffs GORCH FOCK vermisst. Das 18-jährige Crewmitglied ist Offizieranwärter und ging gegen Mitternacht über Bord.

Die Wassertemperatur betrug zirka 17 Grad Celsius. Das Schiff befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Deutschen Bucht, zehn Seemeilen – circa 20 Kilometer – nördlich der Nordseeinsel Norderney. Dabei herrschte südwestlicher Wind der Stärke sieben, das entspricht etwa 60 km/h.

Von der Besatzung wurden sofort umfassende Rettungsmaßnahmen eingeleitet. Unmittelbar nach dem Zwischenfall startete eine groß angelegte Seenotrettungsaktion. An der Suchmaßnahme beteiligen sich Einheiten der Deutschen Marine, der Bundespolizei, der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) sowie zivile Schiffe. Darüber hinaus sind Hubschrauber der Bundeswehr, der Bundespolizei und der Polizei Niedersachsens sowie ein Seefernaufklärer der Marine im Einsatz.

Die DGzRS war von Mitternacht bis heute Morgen mit den Seenotkreuzern „Alfried Krupp“ und „Bernhard Gruben“ im Einsatz. Danach wurden sie von der „Hermann Marwede“ sowie „Vormann Steffens“ abgelöst. Die Bedingungen im Suchgebiet werden als schlecht eingestuft. Die Wellenhöhe liegt derzeit bei 3 bis 3,5 Metern.

Die Suchmaßnahmen dauern gegenwärtig an. Nähere Umstände sind zurzeit noch nicht bekannt. Die Angehörigen in Nordrhein-Westfalen wurden informiert.

Die GORCH FOCK befindet sich seit dem 28. August auf einer Ausbildungsreise und war auf dem Weg von Kiel nach Hamburg. Das Einlaufen war dort für Freitag vorgesehen.

An Bord des Schiffes befinden sich 107 Offizieranwärter des Jahrgangs 2008, darunter 24 Frauen. Zur Stammbesatzung gehören darüber hinaus 100 weitere Soldaten. In den zurückliegenden 50 Jahren erhielten rund 14.000 Offizier- und Unteroffizieranwärter ihre seemännische Grundausbildung auf der GORCH FOCK.

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