Vernebelung von Medikamenten


Patient in oxigen maskBern (rd.de) – Die Inhalation von Medikamenten ist seit Jahrhunderten bekannt. Vor allem, wenn die Diagnose „verengte Bronchien“ lautet, kann diese Technik hilfreich sein. Der Rettungsdienst vernebelt beispielsweise zur Behandlung von Asthma, COPD oder schwerer Bronchitis die notwendigen Medikamente.

In der praktischen Anwendung zeigt sich die Kombination von Salbutamol und Ipratropium (Atrovent) bei Asthma, COPD oder schwerer Bronchitis – also Krankheitsbildern, die einen exspiratorischen Stridor aufweisen – als vorteilhaft. Verschiedene Anbieter haben entsprechende Fertigmischungen im Programm. Stehen sie nicht zur Verfügung, empfiehlt es sich, mindestens je eine Ampulle Salbutamol (1,25 mg) und Ipratropium (0,250 mg) selbst zu mischen. Der minimale Sauerstoff-Flow muss hierbei 8 Liter/Minute betragen. Über den Flow kann auch die Dosierung erfolgen. Sollte diese Maßnahme ohne sichtlichen Erfolg bleiben, kann auf Adrenalin umgestiegen werden.

Die Gabe von Medikamenten als vernebelte Flüssigkeiten oder auch als zerstäubte Feststoffe wurde schon in der Stellungnahme „Notkompetenz“ von 1992 angesprochen. Die damals empfohlenen Medikamente der Bundesärztekammer sind heute allerdings kaum noch aktuell:

  • Adrenalin als Spray war bei drohender Verengung der oberen Atemwege bei allergischen Reaktionen ein effektives Mittel. Auf Grund seines Treibmittels ist es jedoch 1996 mit Inkrafttreten der Halon-Verordnung vom Markt genommen worden.
  • Cortison-Sprays wie Auxilloson gelten heute als obsolet. Sie kommen in der benötigten Tiefe gar nicht an und werden bei thermischen Schäden eher als schädigend betrachtet.

Alles, was Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter zum Thema „Vernebelung von Medikamenten“ wissen müssen, steht in unserem eDossier. Sie können es hier herunterladen!

(Text: Stefan Friedberg, dipl. Rettungssanitäter HF und Dozent im Rettungsdienst. Er arbeitet vorwiegend für den Kanton Freiburg und ist ebenfalls für verschiedene medizinische Leistungserbringer in der Stadt Bern tätig; zuletzt aktualisiert: 08.01.2016)

Bild1_RM_eDossier2014_Vernebelung_100eDossier „Vernebelung von Medikamenten“
• Umfang: 7 Seiten
• Dateigröße: ca. 1,6 MB/PDF-Format
• Ein Beitrag aus Rettungs-Magazin 4/2014

Möchten Sie einen Kommentar schreiben?