Auto soll Fahrerausfall erkennen lernen


München (pm) – Schon seit 1999 bietet BMW ein integriertes Notrufsystem an. Inzwischen analysiert es sogar die mögliche Verletzungsschwere bei Unfällen. Im nächsten Schritt soll es einen Fahrerausfall erkennen und am rechten Fahrbahnrand anhalten können.

Mit dem erweiterten Notruf von BMW ConnectedDrive wurden Voraussetzungen geschaffen, dass die Rettungskräfte bereits vor dem Eintreffen am Unfallort nicht nur detailliert über die Art der Kollision informiert werden, sondern auch über das Verletzungsrisiko.

Registriert werden die Auslösung aller im Fahrzeug vorhandenen Rückhaltesysteme sowie die Belegung und der Gurtstatus der Frontsitze. Über die Daten der Unfallsensoren lassen sich Frontal-, Heck-, Seiten- oder auch Mehrfachkollisionen erkennen und voneinander unterscheiden. Auch ein eventuell erfolgter Überschlag des Fahrzeugs kann auf diese Weise festgestellt und gemeldet werden.

Verletzungsvorhersage aus Sensordaten

Für die Auswertung der Fahrzeugdaten wurde von der BMW Unfallforschung in Zusammenarbeit mit dem William Lehman Injury Research Center (kurz: WLIRC) ein spezieller Algorithmus entwickelt. So wissen die vom BMW Callcenter alarmierten Retter frühzeitig, ob ein erhöhtes Verletzungsrisiko der Insassen vorliegt.

Der automatische Notruf funktioniert selbst dann, wenn kein externes Mobiltelefon vorhanden oder dieses nicht eingeschaltet ist, weil die Datenübertragung für alle Dienste
über eine separate, fest integrierte Telefoneinheit erfolgt. Selbstverständlich kann der Notruf auch manuell ausgelöst werden, um beispielsweise für andere Verkehrsteilnehmer schnellstmöglich Hilfe zu rufen.

Vitaldatenmonitor im Fahrersitz?

Aktuell haben sich die Ingenieure von BMW vorgenommen, ein Assistenzsystem zu entwickeln, das zusätzlich beim Erkennen einer gesundheitlichen Notfallsituation des Fahrers automatisch in einen autonomen Fahrmodus wechselt und ein abgesichertes Nothaltemanöver durchführt. Einfach ausgedrückt bedeutet dies: Das Auto aktiviert die Warnblinkanlage und manövriert kontrolliert – in Abhängigkeit vom umgebenden Verkehr – an den rechten Straßenrand und hält an. Gleichzeitig wird ein Notruf mit angehängten relevanten Daten zur Einleitung der notwendigen medizinischen und verkehrstechnischen Hilfsmaßnahmen abgesetzt und so eine maßgeschneiderte und effiziente Notfallversorgung ermöglicht.

Grundlage für den Nothalteassistenten sind Sensoren zur Überwachung der Vitaldaten und die heute bereits vorhandenen Assistenzsysteme von BMW ConnectedDrive. Assistenzsysteme wie die Spurwechselwarnung oder die aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop&Go-Funktion bilden eine weitere technologische Grundlage für die Entwicklung des Nothaltesystems.

One Response to “Auto soll Fahrerausfall erkennen lernen”

  1. oberon on November 17th, 2009 17:09

    Eine gute Idee und sicherlich auch ein eventuell sinnvolles und wertvolles Sicherheitsfeature.
    Die Frage ist nur ob sich solch ein System auch jeder leisten können wird, denn das ganze hört sich sehr umfangreich und kostspielig an.

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