Ausbauhersteller trotzen der Krise


Bonn (rd.de) – Die Ausbauer von Kranken-, Rettungs- und Sonderfahrzeugen sehen sich angesichts der Wirtschaftskrise vorerst nicht in Gefahr. Die von rettungsdienst.de befragten Ausbauhersteller sprechen von einer normalen bis guten Auftragslage, wenigstens für das erste Halbjahr 2009.

Als Gründe hierfür gelten die Aufträge des Bundes und der Länder sowie dem Vorziehen von Investitionen bei Städten und Gemeinden. Im Bereich der Rettungsfahrzeuge sind Probleme bei der Einhaltung der gesetzlich geforderten Hilfsfristen ein zusätzlicher Faktor für neue Fahrzeugbeschaffungen.

Die Krise der Automobilindustrie wirkt sich derzeit offenbar nicht signifikant auf die Anlieferung der Basisfahrzeuge aus. Die Firma WAS in Wietmarschen beklagt jedoch längere Lieferfristen für die Basisfahrzeuge: „Wir beobachten Lieferzeiten von vier Monaten und länger“, berichtet WAS-Vertriebsleiter Hans Müllewitsch, was zu Verzögerungen in der Auslieferung führt. Mit dem Auftragseingang ist man gleichwohl zufrieden.

Andere Ausbauhersteller wie zum Beispiel die Firma Binz können Probleme mit Lieferfristen keinesfalls bestätigen: „Letztes Jahr hatten wir teilweise sehr lange Lieferzeiten“, weiß Dr. Hermann Kaste, Geschäftsführer der BINZ Ambulance- und Umwelttechnik GmbH. „Jetzt liegen sie wieder bei acht bis zwölf Wochen, was normal ist.“ Aufgrund der Kurzarbeit, durch die Produktionsschichten in den Automobilwerken entfallen, hätten sich die Lieferzeiten andererseits auch nicht weiter verkürzt.

„Es gab einen Hänger zwischen Dezember 08 und Januar 09“, berichtet Olaf Harz, Vertriebsleiter bei System Strobel in Aalen. „Beim Mercedes Sprinter gab es lange Lieferzeiten im Zuge der Modellumstellung, aber jetzt ist die Situation wieder normal“, bestätigt Harz die Liefersituation bei den Basisfahrzeugen.

Kein Trübsal und keine Krisenstimmung also bei den deutschen Kranken- und Rettungswagen-Herstellern. Die Branche hofft, dass es so bleibt. Lieferprobleme könnten spätestens dann auftauchen, wenn mittelständische Automobilzulieferer dicht machen müssten. Fehlen dann plötzlich Sicherheitsgurte und Bremspedale, könnte der Warenkreislauf plötzlich doch noch ins Stocken geraten.

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