ASB baut Nachsorge von Einsatzkräften aus


Foto: ASB/A. KönigsteinKöln (ASB) – Mit einem Kooperationsvertrag haben der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland (ASB) und die SbE-Bundesvereinigung (Stressbearbeitung nach belastenden Ereignissen) ihre langjährige Zusammenarbeit vertieft. Der ASB gewährleistet für seine Einsatzkräfte somit flächendeckend die hohen Standards der SbE-Bundesvereinigung in der Ausbildung und Einsatznachsorge.

Der ASB engagiert sich im gesamten Spektrum des Rettungsdienstes von der Notfallrettung bis zum Katastrophenschutz. Er unterhält bundesweit über 200 Rettungswachen und fast ebenso viele Sanitäts- und Betreuungsgruppen. Haupt- und ehrenamtliche Einsatzkräfte sind im Rahmen ihrer Tätigkeit für den ASB oftmals enormen psychischen Belastungen ausgesetzt.

Durch die Kooperation mit der SbE-Bundesvereinigung stützt sich der ASB auf ein bewährtes, in Politik und Fachöffentlichkeit anerkanntes Einsatznachsorge-System. Es ist strukturell und wissenschaftlich begründet.

Damit setzt der ASB neueste Erkenntnisse um, die in den letzten Jahren im Rahmen eines Konsensusprozesses zur „Psychosozialen Notfallversorgung“ und durch Forschungsprojekte des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gewonnen wurden. Angestrebt wird nun ein umfassendes ASB-spezifisches Konzept, das den Einsatzkräften einen erstklassigen Versorgungsstandard bietet.

Ein Baustein dieses Konzeptes ist die Unterstützung der Einsatzkräfte nach besonders belastenden Ereignissen. Viele Einsatzkräfte verfügen zwar aufgrund ihrer professionellen Ausbildung über eine hohe Traumatisierungsresistenz. Doch sie werden auch mit Ereignissen konfrontiert, die sich mit normalen Bewältigungsmechanismen nicht ausreichend verarbeiten lassen. Mitarbeiter im Rettungsdienst leiden überproportional häufig an schweren stressbedingten Störungen, wie eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München im Auftrag des BBK zeigt.

Die Kooperationsvereinbarung zwischen dem ASB-Bundesverband und der SbE-Bundesvereinigung sieht neben der Gewährleistung von konkreten Einsatznachsorgemaßnahmen im Ereignisfall auch eine Zusammenarbeit im Fortbildungsbereich vor. So werden SbE-Kurse für ASB-Mitarbeiter im ASB-Bildungswerk in Köln angeboten und Ausbildungsangebote des ASB für SbE-Mitglieder geöffnet.

Die SbE-Bundesvereinigung ist die erste und zugleich größte Einsatznachsorge-Organisation im deutschsprachigen Bereich. Sie ist mit ihren Ausbildungen in nahezu allen Einsatzorganisationen vertreten und hat über 4.000 Personen ausgebildet, die in 80 Einsatznachsorge-Teams arbeiten.

Foto: Oliver Gengenbach, Vorsitzender und Ausbildungsleiter SbE, und ASB-Bundesgeschäftsführer Wilhelm Müller (rechts) unterschreiben den Kooperationsvertrag im ASB-Bildungswerk in Köln. Foto: ASB/A. Königstein

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