8. September: Welttag der Ersten Hilfe


Bremen (rd.de) – Der „Welttag der Ersten Hilfe“ wurde im Jahr 2000 von der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften initiiert. Ziel des weltweiten Aktionstages ist es, die Bedeutung fachgerechter Nothilfe bei Unfällen und Katastrophen im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Seitdem widmen sich auch in Deutschland alljährlich am 8. September die Hilfsorganisationen und andere Institutionen dem Thema „Erste Hilfe“ in besonderer Form.

„Wer einem Angehörigen oder Nachbarn in einer lebensbedrohlichen Situation helfen will, der muss beherzt zugreifen können“, sagt DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters. „Die meisten Menschen sind aber selbst hilflos, weil der letzte Erste-Hilfe-Kurs schon Jahrzehnte zurückliegt.“ Deshalb fordere das DRK, Erste Hilfe zum Pflichtfach in den Schulen zu machen. Außerdem solle jeder Autofahrer alle zwei Jahre einen Auffrischungskurs besuchen.

Derselben Ansicht ist auch der Arbeiter-Samariter-Bund: „Ohne Übung sind viele Erste-Hilfe-Handlungen nach längerer Zeit nicht mehr abrufbar. Wir empfehlen daher, diese Kenntnisse alle zwei Jahre aufzufrischen“, rät Peter Goldschmidt, Experte für Notfallausbildung beim ASB-Bundesverband. Viele Menschen handelten nicht aus Sorge, etwas falsch zu machen. Dabei sei klar: Ein Zeuge, der nichts tue, mache alles falsch.

Auch die Johanniter empfehlen einen zweijährigen Rhythmus: „Die meisten Deutschen machen nur einmal in ihrem Leben einen Erste-Hilfe-Kurs, nämlich zur Führerscheinprüfung. Das liegt bei vielen Menschen zu lange zurück, um sich noch an alle Details erinnern zu können“, erläutert Ralf Sick, der bei den Johannitern für den Bereich der Erste-Hilfe-Ausbildung verantwortlich ist. „Gerade bei der Ersten Hilfe ist es aber besonders wichtig, dass die lebensrettenden Handgriffe ins Gedächtnis eingebrannt, im Notfall sofort abrufbar sind und leicht von der Hand gehen. Mehr als zwei Jahre sollte ein Erste-Hilfe-Kurs nicht zurückliegen“, rät der Experte.

Auf den vielfach (noch) wenig berücksichtigten Aspekt der „Emotionalen Erste Hilfe“ will die R+V24-Versicherung mit ihrer aktuellen Initiative „Sei ein Retter!“ aufmerksam machen. Der menschliche Beistand sei ein extrem wichtiger Aspekt der direkten Hilfeleistung.

Warum Ersthelfer den Unverletzten keinesfalls vergessen sollten, erklärt Heike Matthiesen vom DRK aus Düren (NRW), die die Erste-Hilfe-Initiative der R+V24 begleitet: „Er steht noch unter dem seelischen Eindruck des Unfallgeschehens und ist vollkommen orientierungslos.“ Der Betroffene solle wissen, dass er nicht allein sei. „Hingehen und ansprechen! Dabei muss der Helfer keine Scheu haben, denn emotionalen Beistand kann jeder leisten. Dafür braucht er nur gesunden Menschenverstand und etwas Einfühlungsvermögen“, so Matthiesen. Tröstende Worte in ruhigem Tonfall könnten die angespannte Situation deutlich entlasten. Manche Unfallopfer hätten eher das Bedürfnis, zu reden – dann seien gute Zuhörer gefragt.

(Foto: ASB Bundesverband)

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