10 Tipps: Kommunikation mit Patienten


Übung Weilheim bei Fa. Fischer, angenommene Lage: Massenkarambolage auf A8Bremen (rd_de) – Die Kommunikation mit Patienten macht einen wesentlichen Teil der Behandlung aus. Eine gelungene Kommunikation entscheidet darüber, welche Informationen der Behandelnde vom Patienten bekommen kann und wie der Patient seine eigene Behandlung erlebt. Der Deutsche Ethikrat hat 2016 empfohlen, eine bessere Arzt-Patienten-Kommunikation sicherzustellen. 10 Tipps zur Kommunikation mit Patienten.

Kommunikation im Rettungsdienst

Was für den behandelnden Arzt gilt, gilt auch für Rettungsdienstmitarbeiter im Umgang mit Patienten. Auch hier spielt die gelungene Kommunikation eine wesentliche Rolle für den Behandlungserfolg. Nur über die aktive Kommunikation mit dem Patienten, das vertrauensvolle Gespräch, kann der Helfer beispielsweise Informationen über Symptome erhalten, erfahren, wie die Schmerzwahrnehmung ist und wie er auf verabreichte Medikamente reagiert. Darüber hinaus kann der Rettungsdienstmitarbeiter mit einer erfolgreichen Kommunikation dem Verunfallten Sicherheit geben. Hierfür muss er im Gespräch mit dem Patienten in eine vertrauensvolle Beziehung  zu ihm treten, ihn über die Behandlung aufklären und so Ängste abbauen.

10 Tipps für eine gelungene Kommunikation mit Patienten

Im folgendem haben wir 10 Tipps zusammengestellt, die zu einer gelungenen Kommunikation zwischen Patient und Rettungsdienstmitarbeiter führen:
  1. Versuchen Sie, sich in die Situation des Patienten zu versetzten. Er hat aller Wahrscheinlichkeit nach Schmerzen, Angst und fühlt sich Ihnen womöglich ausgeliefert.
  2. Der Zugang zum Patienten und sein Vertrauen sind wichtig. Wenn Sie merken, dass Sie einen "schlechten Tag" haben, lassen sie ihrem Kollegen den Kontakt mit dem Patienten aufbauen.
  3. Konzentration und Eile spielen in vielen Fällen eine sehr wichtige Rolle. Vergessen Sie aber nicht, dass Sie es immer mit einem Menschen zu tun haben. Dieser ist kein Gegenstand, sondern hat emotionale Bedürfnisse.
  4. Wenn der Patient ansprechbar ist, möchte er aller Wahrscheinlichkeit nach auch darüber informiert werden, welche Verdachtsdiagnose gestellte wurde und wie die weiteren Schritte aussehen.
  5. Überfallen Sie den Patienten nicht mit Fragen. Strahlen Sie Ruhe aus, stellen Sie sich vor.
  6. Stellen Sie offene Fragen. Diese animieren den Patienten zum Reden. Fragen mit Ja/Nein-Antworten sind meistens weniger informativ. Ausnahme: der Patient hat Atembeschwerden.
  7. Lassen Sie den Patienten unbedingt ausreden. Sollte er zu ausschweifend oder konfus reden, unterbrechen Sie ihn kurz und versuchen Sie das Gespräch in die richtige Richtung zu lenken.
  8. Sprechen Sie umgangssprachlich mit ihrem Patienten. In den meisten Fällen hat er nicht das Wissen oder die nötige Verfassung, um medizinischen Fachbegriffen zu folgen.
  9. Verwenden Sie keine Suggestivfragen, da sie dem Patienten so Antworten in den Mund legen. Sie wollen authentische Informationen.
  10. Versuchen sie das Thema „kommunikative Kompetenz“ auch ihren Kollegen näher zu bringen und zusammen mit diesen zu üben.
Auch das Zuhören kann eine wichtige Funktion in der Behandlung des Patienten haben- Symbolfoto: Markus Brändli

Auch das Zuhören kann eine wichtige Funktion in der Behandlung des Patienten haben. Symbolfoto: Markus Brändli

(Text: Sebastian Sachs, Sozial- und Verhaltenswissenschaftler, Rettungsassistent, freiberuflicher Dozent und ehemaliger Leiter einer Rettungsdienstschule, www.rettungsdienstausbildung.info; Symbolfotos: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 15.03.2017)

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