Technik für mehr Unfallsicherheit


Digitalradio und Navigationsgerät

Digitalradio und Navigationsgerät

Berlin / München (rd.de) – Während der ADAC fordert, ESP bei Neufahrzeugen vorzuschreiben, hat ein deutsches Forschungsprojekt aufgezeigt, welches Sicherheitspotenzial im Verkehrsfunk brach liegt.

Mit konkreten Vorschlägen zur weiteren Verringerung von Unfällen haben am Montag in der Berliner Akademie der Wissenschaften die 1. Verkehrssicherheitstage des Motor Presse Clubs (MPC) begonnen. So forderte Björn Dosch (ADAC) die Gesetzgeber in Europa auf, schon für 2009 den Einbau von ESP (Elektronisches Stabilitäts-Programm) in jedes neue Auto zwingend vorzuschreiben. Auch der automatische Notruf E-Call müsse bald zur Pflicht werden, ebenso wie der Notbremsassistent in jedem Lkw.

Zur gleichen Zeit präsentierte die DIWA-Projektgruppe in München Ergebnisse des dreijährigen Gemeinschaftsprojekts der BMW Group, des bayerischen Innenministeriums, des ADAC, der PTV, der GEWI sowie der Allianz Unfallforschung und der TU München.

DIWA demonstrierte durch Feldversuche im Gebiet um Erding, Freising und Ebersberg, wie Verkehrswarnfunk und andere sicherheitsrelevante Dienste von der technischen Weiterentwicklung im Rundfunkbereich profitieren können. Die Erprobung eines frei verfügbaren Dienstes zur Lokalen Gefahrenwarnung (LGW) stand besonders im Vordergrund.

LGW kann den Fahrer in geeigneter Entfernung per DAB (Digital Audio Broadcast) vor einem vor ihm liegenden Hindernis wie beispielsweise einer Autobahnbaustelle warnen. „Die DIWA Ergebnisse zeigen bereits heute die Alltagstauglichkeit der Technik die auf der Digitalisierung des Verkehrsfunks durch den neuen Standard TPEG aufbaut“, erklärt Dirk Kessler, Leiter Verkehrstechnik und Verkehrsmanagement, BMW Group.

TPEG ist eine Weiterentwicklung der RDS-TMC-Idee, die in zahlreichen Navigationsgeräten schon heute mit an Bord ist. TPEG wird über DAB-Digitalradio-Netze ausgestrahlt und bietet eine erheblich schnellere und fehlerunanfälligere Datenübertragung. Kann TMC lediglich eine Verkehrbehinderung zwischen zwei Ausfahrten oder Kreuzungen übermitteln, ermöglicht TPEG eine präzise Erfassung bis auf wenige Meter genau und erfasst bei Bedarf auch Störungen aud Bundes- und Stadtstraßen.

Gemäß dem „Weißbuch – Europäische Transportpolitik für 2010“ soll die Anzahl der Getöteten im Straßenverkehr ausgehend vom Stand im Basisjahr 2000 bis zum Jahr 2010 halbiert werden.

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