Neuer ITW in Ulm einsatzbereit


ITW UlmUlm (openPR) – Am 2. Mai 2008 hat am Standort Ulm ein neuer Intensivtransportwagen (ITW) seinen Dienst aufgenommen. Das Fahrzeug wird gemeinsam vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betrieben. Das Universitätsklinikum Ulm sowie das Bundeswehrkrankenhaus stellen die Notärzte. Das Spezialfahrzeug ist Teil eines baden-württembergischen Modellprojektes und wird durch die Zentrale Koordinierungsstelle (ZKS) von DRK und Deutscher Rettungsflugwacht (DRF) in Baden-Baden disponiert.

Im Rahmen des baden-württembergischen ITW-Projekts werden vier Intensivtransportwagen an den Standorten Ulm, Stuttgart, Mannheim und Freiburg im Einsatz sein. Durch die aktuelle Entwicklung im Krankenhaussektor, die klar auf die Errichtung großer Schwerpunktzentren und die Spezialisierung von Krankenhäusern ausgerichtet ist, werden zahlreiche kleinere Kliniken, insbesondere im ländlichen Raum, geschlossen. Mit dem ITW-System soll der dadurch steigenden Anzahl von Intensivtransporten Rechnung getragen werden. Der reguläre Rettungsdienst wird zugleich entlastet – Notärzte und Rettungswagen müssen nicht mehr für Interhospitaltransporte eingesetzt werden. Das ITW-Konzept ergänzt den Rettungshubschrauber, der bei schlechten Sicht- und Witterungsverhältnissen nicht eingesetzt werden kann.

Die geplante Reichweite des ITW Ulm liegt im Bereich von 60 bis 80 Kilometern, bei einer maximalen Fahrtdauer von einer Stunde pro Strecke. Man werde jedoch sicherlich nicht auf jeden Kilometer „schielen“, betont David Richter, Rettungsdienstleiter des DRK Ulm. 500 Einsätze pro Jahr muss der ITW absolvieren, um rentabel zu sein. Das Spezialfahrzeug steht den Kliniken dabei zwischen 8:00 Uhr und 20:00 Uhr zur Verfügung: „Eine Bereitstellung von 24 Stunden wäre insgesamt viel teurer gewesen.“, erklärt David Richter.

Der rund 240.000 Euro teure Intensivtransportwagen verfügt über eine umfangreiche Ausstattung, die den schonenden Transport von Risikopatienten zwischen verschiedenen Kliniken ermöglicht. Eine spezielle Intensivtransporttrage garantiert beispielsweise, dass verschiedene intensivmedizinische Geräte – wie etwa Spritzenpumpen – fest und vor allem Crash-sicher montiert werden können. Auch ein besonderes Beatmungsgerät, ein Blutanalysegerät sowie ein Monitor zur Überwachung der Vitalfunktionen gehören zur Ausstattung. Zudem verfügt der ITW über größere Sauerstoff- und Druckluftvorräte als ein herkömmlicher Rettungswagen, was einen sicheren Transport von Patienten auch in weiter entfernte Kliniken ermöglicht. Für zusätzliche medizinische Geräte ist außerdem eine 230 Volt Stromversorgung installiert.

Die „fahrende Intensivstation“ wird durch speziell geschultes Personal besetzt: Sowohl die Notärzte der beiden Kliniken als auch die Rettungsassistenten (RA) verfügen über zusätzliche intensivmedizinische Weiterbildungen.

(Foto: DRK Ulm)

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