Modell-Kalender 2011: Blick hinter die Kulissen


Fotoshooting auf der Anlage des Dr.-Cornelius-Modellbahnvereins: Redakteur Michael Rüffer setzt ein Miniatur-Fahrzeug von Rietze ins Bild. Foto: Mathis RüfferBremen (rd.de) – Bei den Aufnahmen für den neuen Kalender „Blaulicht-Modelle 2011“ von Rettungs-Magazin und Feuerwehr-Magazin brauchten Fotograf und Assistenten vor allem eines: Geduld. Es galt, präzise im Millimeterbereich zu arbeiten. So musste das Team für eine Rettungsdienst-Szene im Maßstab 1:87 die etwa zwei Zentimeter großen Einsatzkräfte per Pinzette aufstellen.

„Fünf Zentimeter zurück, stopp, wieder einen Zentimeter nach vorne.“ Über dem Miniatur-Rettungswagen à la Berufsfeuerwehr Oldenburg (Rietze) taucht eine Hand auf und schiebt das Modell in die gewünschte Richtung. Auch Fahrtrage und Patient rücken ein Stück weiter. Im dritten Anlauf halten sich schließlich die Rettungsassistenten und der Notarzt auf den Beinen – die Szene steht. Jetzt noch die Kamera ausrichten, für die nötige Beleuchtung sorgen, ein Druck auf den Auslöser und zehn Sekunden Belichtung. Fertig ist das Mai-Motiv für den Modell-Kalender: „Verletzter beim Straßenfest“.

Drei Kisten mit Fahrzeug- und Flugzeugmodellen, Figuren, Kleber und Reinigungsmittel. Dazu zwei Kameras, vier Objektive, Stativ, Aufheller und Streuscheiben. Bei unserer Kalender-Produktion war der Aufwand kaum geringer als beim Fotoshooting mit echten Einsatzfahrzeugen. Jedes Miniaturfahrzeug mussten wir vor den Aufnahmen mit dem nötigen Zubehör ausstatten. Wer jemals im Halbdunkeln auf einem Teppichboden nach heruntergefallenen, 87-fach verkleinerten Außenspiegeln gesucht hat, weiß, wovon wir sprechen…

Muskelkater-Motiv

Das Ziel unseres Kalenders war klar umrissen: Wir wollen unseren Lesern Fahrzeug-Fotos im bewährten Stil von Feuerwehr-Magazin und Rettungs-Magazin präsentieren. Dazu brauchten wir für jedes Motiv eine passende Kulisse. Üblicherweise entstehen Bilder neuer Blaulichtmodelle für unsere Hefte sowie für feuerwehrmagazin.de und rettungsdienst.de im Bremer Redaktionsstudio. Doch um beim Kalender noch mehr Vielfalt bieten zu können, fotografierten wir diesmal an sechs verschiedenen Orten.

Dazu gehörte beispielsweise die Niedersächsische Landesfeuerwehrschule Loy (Kreis Ammerland), deren Ausbildungsdioramen die Kulisse für die Einsatzszenen „Technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfall“ und „Wohnungsbrand“ abgaben. Die meisten Aufnahmen entstanden in der 110 Quadratmeter großen Modellbahnanlage des Dr.-Cornelius-Modellbahnvereins in Ovelgönne-Großenmeer (Kreis Wesermarsch). Wie etwa das Motiv „Oldtimerschau im Schlosshof“.

Der Modell-Schlosshof befindet sich schwer zugänglich auf zirka 1,80 Meter Höhe. Daher mussten Fotograf und Assistent jeweils auf einer Leiter stehen – und sich beim Arrangieren der Modelle so riskant auf dem Kunstrasen abstützen, dass sie bei einer falschen Bewegung in die Miniaturlandschaft gestürzt wären. Unsere Anstrengungen und der Muskelkater am nächsten Morgen sind dem fertigen Bild nicht anzusehen…

Rhein-Ambiente am Nordseestrand

Für eine Außenaufnahme fuhren wir sogar ins zirka 100 Kilometer entfernte Nordseebad Dangast (Kreis Friesland). Dort diente der Strand als Kulisse für das Foto „Geländefahrt im Sand“. Hauptdarsteller: ein ehemaliges Einsatzfahrzeug der Berufsfeuerwehr Mainz auf Unimog im Maßstab 1:43 (Schuco). Was in Wirklichkeit die Meeresbucht Jadebusen mit der Stadt Wilhelmshaven im Hintergrund war, sollte auf dem Kalenderblatt wie der Rhein mit Mainzer Industrieanlagen wirken. Soweit die Illusion.

Problem dabei: Am sonnigen Aufnahmetag bevölkerten zahlreiche Badegäste den Strand. Gerade, als der Fotograf durch den Sucher blickte, platzierten sich zwei Damen mit ihrem Badehandtuch direkt hinter dem Fahrzeug. Nach einer freundlichen Aufforderung verlegten die beiden Urlauberinnen ihren Standort. Als dann auch noch eine Gruppe spielenden Kinder und ein streunender Hund durchs Bild gelaufen waren, hieß es: Bahn frei für unser Juli-Motiv.

Der Trick mit dem Flugzeug

„Auf welchem Flughafen habt Ihr eigentlich das Titelbild aufgenommen?“, werden wir häufig gefragt. Auf gar keinem. Hier sei der Trick verraten: Man nehme eine Holzplatte, beklebe diese mit Asphalt-Platz-Folie (Busch) und stelle darauf ein Flughafenlöschfahrzeug-Modell (Wiking). Dann befestige man mittels Nylonfaden ein Miniatur-Flugzeug (Herpa) an einem Stock und lasse dieses nach Anweisungen des Fotografen hinter dem Fahrzeug schweben.

Aufgebaut haben wir dieses Szenario auf einem Deich, von dem aus der Blick kilometerweit ins Land ging. Das sorgte bei dem Foto für die nötige Tiefe. Allerdings hatte der Ort auch einen großen Nachteil: Der Wind wehte so stark, dass mehrere Anläufe nötig waren, bis das Flugzeug endlich an der gewünschten Stelle zu sehen war.

Überblick: Kalenderblätter – Vorbilder – Hersteller

Titel: „Einsatzort Rollfeld“ (Flughafenfeuerwehr Dortmund); Januar: „Auf der Skipiste“ (Rettungsdienst Hochsauerlandkreis); Februar: „Technische Hilfeleistung nach Verkehrsunfall“ (Feuerwehr Augsburg); März: „Unterwegs zur Atemschutzübung“ (Berliner Feuerwehr); April: „Oldtimerschau im Schlosshof“; Mai: „Verletzter beim Straßenfest“ (Berufsfeuerwehr Oldenburg); Juni: Waldbrand-Wehr (Freiwillige Feuerwehr Theisa); Juli: „Geländefahrt im Sand“ (Berufsfeuerwehr Mainz); August: „Wohnungsbrand“ (Berufsfeuerwehr Düsseldorf); September: „Bergwachtgespann im Gebirge“ (Bergwacht Schwarzwald, Ortsgruppe Obertal); Oktober: „‚Arbeitstier’ der Berufsfeuerwehr Minden“; November: „Im Stahlwerk“ (Werkfeuerwehr Salzgitter AG); Dezember: „Alarm am Heiligabend“ (Überraschungs-Motiv!).

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an alle Firmen, die uns Modelle, Figuren und Zubehör für unseren „Blaulicht-Modell-Kalender“ zur Verfügung gestellt haben: Brekina, Busch, Herpa, Preiser, Rietze, Schuco, s.e.s., Viessmann und Wiking.

Hier können Sie den Kalender bestellen.

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