Konzept für einheitliches NEF Rheinland-Pfalz


NEF RP_Magazin_2Mainz (pm) – Der Arbeitskreis Rettungsmittel Rheinland-Pfalz (AKRMRLP) hat Staatssekretärin Heike Raab vom Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur das Konzept „Einheitliches Notarzt-Einsatzfahrzeug Rheinland-Pfalz“ übergeben. Es wurde von den Mitgliedern des Gremiums nach einjähriger intensiver Beratungsarbeit als Landesstandard erstellt. Dies gab das Ministerium in einer Pressemitteilung bekannt.

„Landeseinheitlichkeit von Rettungsmitteln bietet grundsätzlich positive Synergien. Der Bevölkerung von Rheinland-Pfalz steht mit diesem Standard Notfallrettung auf dem aktuellsten Stand von Wissenschaft und Technik zur Verfügung“, sagte Raab. Die Belange des Notfallpatienten und vor allem eine leitliniengerechte medizinische Behandlung standen bei der Konzepterarbeitung im Vordergrund. Zusätzlich war auch die Mitarbeiterakzeptanz von Rettungsassistenzpersonal und Notärzten zu berücksichtigen.

Zu den wesentlichen Neuerungen gehören, Notarzt-Einsatzfahrzeuge im Land zukünftig wegen Wendigkeit, Zuladung und passiver Sicherheit vorwiegend auf SUV-Basis – also mit Allradantrieb – zu beschaffen. Die Rettungsmittel müssen mit Navigationssystem und Unfalldatenspeicher ausgestattet sein. Zusätzlich wurden folgende medizinischen Ausstattungen komplett neu konfiguriert: Notfallkoffer/Rucksack, Kindernotfallkoffer/Rucksack, Sauerstofftasche, Notfallmedikamente und ein NEF-Ampullarium (mit speziell nur dem Notarzt vorbehaltenen Notfallmedikamenten), chirurgisches Notfallbesteck und ein Dokumentationsset.

Arbeitskreis mit allen Leistungserbingern

Das Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur (ISIM) hat 2011 als oberste Rettungsdienstbehörde den Arbeitskreis Rettungsmittel Rheinland-Pfalz, hervorgegangen aus dem Arbeitskreis Rettungswagen Rheinland-Pfalz, unter der Leitung eines Ärztlichen Leiters Rettungsdienst (ÄLRD) eingesetzt. Leiter des AKRMRLP ist der Ärztliche Leiter Rettungsdienst für die Rettungsdienstbereiche Koblenz und Montabaur, Oberfeldarzt Dipl.-Ing. Stefan Schaefer.

Mitglieder des AKRM Land sind die mit dem Rettungsdienst beauftragten Leistungserbringer. Dies sind die Sanitätsorganisationen Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), Malteser Hilfsdienst (MHD) und Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sowie die Berufsfeuerwehr Trier und das Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz. Weiter zählen zum Arbeitskreis die ÄLRD, das ISIM als oberste Rettungsdienstbehörde des Landes, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) und das Deutsche Institut für Notfallmedizin und Informationstechnologie (DENIT). Die Arbeitskreismitglieder stellen die fachliche Kompetenz ihrer Entsendestellen/Organisationen dar. Der ärztliche und notfallmedizinische Sachverstand wird durch die ÄLRD eingebracht.

Neuer Standard ist bindend

Der im AKRMRLP aktuell beschlossene Standard ist im Rahmen der freiwilligen Selbstverpflichtung der Hilfsorganisationen bindend. Arbeitsgrundlage für den Arbeitskreis Rettungsmittel RLP ist hauptsächlich § 21 (3) RettDG: „Krankenkraftwagen (KTW, NKTW, RTW und NEF) müssen in ihrer Ausstattung, Ausrüstung und Wartung den allgemein anerkannten Regeln der Technik und dem Stand der medizinischen Wissenschaft entsprechen.“ Basis der Umsetzung von § 21 (3) RettDG durch den AK ist die jeweilige DIN/EN-Norm.

Da DIN Normen nicht jährlich aktualisiert werden, kann es vorkommen, dass sie nicht immer den aktuellsten Stand von Wissenschaft und Technik widerspiegeln können, heißt es in der Pressemitteilung. In diesem ausschließlich durch den AKRM Land zu begründenden Einzelfall könne es erforderlich werden, auch über die geltende DIN/EN-Norm hinauszugehen.

Alle Beschlüsse des Arbeitskreises Rettungsmittel eines laufenden Jahres müssen spätestens bis zum Stichtag 30. September vorliegen. Kostenrelevante Beschlüsse werden anschließend in einer Strukturkonferenz (Hilfsorganisationen, ÄLRD, Kostenträger) unter Leitung des ISIM vorgestellt und ergebnisorientiert erörtert.

Der AKRMRLP wird als nächste Aufgabe noch in 2013 den seit 2008 bestehenden Standard Rettungswagen RLP überarbeiten sowie den Notfallkrankenwagen standardisieren.

(Foto: ISIM)

 

7 Responses to “Konzept für einheitliches NEF Rheinland-Pfalz”

  1. Heiko Mager via Facebook on April 18th, 2013 08:07

    wurde in bayern schon umgesetzt 😛

  2. Jörn on April 18th, 2013 08:22

    @“Heiko Mager via Facebook“: Wie, die Bayern haben das rheinland-pfälzische System umgesetzt? Das ist aber arg nett! 😉 Passt aber wohl schon irgendwie, deine Vermutung, da die Pfalz ja mal zum Freistaat gehörte – oder umgekehrt, das weiß ich nicht mehr so genau… 😉

    Auf jeden Fall fahren die (Alt-)Bayern künftig doch den BMW X3/5/6 – zwar mit Allrad – aber halt nicht gerade „DIN 75079- bzw. (bei-)fahrerfreundlich“, oder?

    Sonnige Grüße – nun aus dem Westen

  3. Benny on April 18th, 2013 10:57

    na ja, alles ganz nett, aber warum geht sowas nicht bundesweit? Macht wieder jeder sein Ding. Hoch lebe der Föderalismus.

    Was durch diese Strukturen an Geld verblasen wird, geht auf keine Kuhhaut. Aber wir haben´s ja in Deutschland. Nur nicht für das RD Personal, wo nicht genug Geld für angemessene Bezahlung da ist (angeblich).

    In einem Land, in dem Steuersünder härter bestraft werden als Totschläger, läuft etwas grundlegend falsch.

  4. Jörn on April 18th, 2013 11:26

    @Benny: Ich weiß ja nicht, wo Sie wohnen, aber dort wo ich wohne, werden Steuersünder keineswegs härter bestraft als Totschläger… Also: Immer schön ruhig bleiben – und nen Schluck Wasser trinken – wirkt beFREIend! Really! 🙂

  5. Benny on April 18th, 2013 17:10

    @ Jörn: Ich wohne in Deutschland und habe zahlreiche Urteile im Vergleich. Ein Beispiel? Vater Graf hat länger gesessen als mancher, der wegen Totschlag oder KV mit Todesfolge verurteilt wurde.

    Wo ist das denn, wo es wie von Dir beschrieben in der Justiz zugehen soll?

    Habe Wasser getrunken. Hilft nicht. Hast Du noch mehr gute Tipps?

  6. Jörn on April 19th, 2013 10:09

    @Benny: Ich wohne in der Bundesrepublik Deutschland. 🙂 Merke: EINE Schwalbe macht noch lange keinen Sommer!!! Das war mein Tipp für dich. 😉

    Sonnige Grüße aus dem Westen

    PS: Und jetzt konzentrieren wir uns wieder auf das eigentliche Thema, oder?

  7. Notarzt alzey on April 20th, 2013 01:56

    Ich wäre dann aber auch für eine einheitliche Bezahlung liebe politiker, nicht nur einheitliche Autos. Angeblich sind die Krankenkassen Schuld..

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